14. August 2026, 13:48 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Anhaltende Hitze und viel Sonne machen langfristig nicht nur uns Menschen, sondern auch unseren Hunden zu schaffen. Der Organismus braucht weniger Energie, man hat weniger Appetit, aber der Körper braucht mehr Wasser. Damit der Sommer für alle gesund und entspannt wird, hat unsere Hunde-Ernährungsexpertin Philine Ebert die wichtigsten Basics zur Hundeernährung im Sommer für Sie zusammengestellt.
Fünf einfache Tipps, damit Ihr Hund trotz Hitze gut versorgt ist
Dass Hunde bei hohen Temperaturen plötzlich schlechter fressen, ist in vielen Fällen eine ganz normale Reaktion des Körpers. Während der Organismus versucht, nicht zusätzlich Wärme zu produzieren, sinkt oft auch der Appetit.
Umso wichtiger ist es, in den Sommermonaten auf ein paar grundlegende Dinge bei der Hundeernährung zu achten, damit der Vierbeiner trotz Hitze bestens versorgt bleibt. Mit diesen einfachen Tipps und Tricks kommt Ihr Hund dennoch wohlbehalten durch den Sommer:
1. Futter
Ähnlich wie wir Menschen, haben auch Hunde im Sommer oft weniger Appetit. Während wir Menschen dann auf einen Salat zurückgreifen, sollte das Hundefutter aber nicht einfach abrupt und grundlegend verändert werden. Es ist völlig normal, dass Ihr Hund weniger Appetit hat, und nicht besorgniserregend, wenn er zeitweise mal weniger frisst.
Verlegen Sie die Fütterung am besten auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Das Futter kann zusätzlich mit Wasser oder hundegeeigneter Brühe gestreckt oder auch mit etwas frischem Obst oder Gemüse getoppt werden. Das erleichtert die Verdauung und entlastet den Organismus.
Wichtig: Wenn Nassfutter, eingeweichtes Trockenfutter oder BARF gefüttert wird, bedenken Sie, dass dieses Futter bei höheren Temperaturen schneller verdirbt und nicht lange ungekühlt draußen stehen sollte. Der Napf sollte außerdem drinnen und draußen möglichst so stehen, dass kein Ungeziefer oder Insekten, wie Fliegen oder Ameisen in den Napf gelangen könnten.
Futter extra im Kühlschrank zu lagern, nur um einen erfrischenden Effekt zu erzielen, kann problematisch werden und schnell zu Magen-Darm-Problemen führen. Grundsätzlich sollte es besser nicht direkt aus dem Kühlschrank verfüttert werden. Achten Sie im Sommer besonders darauf, BARF-Futter-Komponenten wie rohes Fleisch oder Innereien stets gut gekühlt zu lagern.
Diese Punkte zur Hundeernährung im Sommer sollten Sie außerdem beachten:
- Fleisch nur bei vertrauenswürdigen Händlern kaufen und auf eine intakte Kühlkette achten
- Dosenfutter kann bei Temperaturen ab 32 °C schlecht werden und sollte vor direkter Sonneneinstrahlung und Hitze geschützt werden
- Trockenfutter bewahrt man am besten vor Nässe und Feuchtigkeit geschützt in einer luftdichten Box auf, damit kein Schimmel entsteht
Soll das Futter Ihres Hundes aufgrund eines Urlaubs verändert oder umgestellt werden, beispielsweise von BARF auf eine andere Fütterungsart, fangen Sie rechtzeitig damit an. Der Organismus braucht Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Darum sollte eine Futterumstellung möglichst einige Wochen vor dem Reiseantritt begonnen werden. Lassen Sie sich dabei von einem Tierarzt, Tierheilpraktiker oder Ernährungsberater unterstützen.
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2. Trinken
Sobald die Temperaturen steigen, erhöht sich automatisch auch der Wasserbedarf des Hundes. Da Hunde nicht schwitzen können, reguliert der Körper die Temperatur ausschließlich über das Hecheln. Dadurch verliert der Hund zusätzlich Feuchtigkeit. Umso wichtiger ist es, ihm ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen. Achten Sie darauf, dass Ihr Tier immer frisches, sauberes Wasser zur Verfügung hat.
Gerade an besonders heißen Tagen hat das Trinkwasser im besten Fall Zimmertemperatur. Durch das schnelle und hastige Trinken kann zu kaltes Wasser Magen-Darm-Verstimmungen und Durchfall auslösen. Wenn Ihr Hund nur wenig trinkt, geben Sie etwas Brühe oder hundeverträgliche Früchte ins Wasser.
Auch beim Gassigehen, auf längeren Spaziergängen und auf Reisen ist Wasser unverzichtbar. Hierfür gibt es spezielle Trinkflaschen mit ausklappbarem Napf. Bieten Sie Ihrem Hund unterwegs und auch bei Autofahrten immer wieder die Möglichkeit zum Trinken an. Trotz Klimaanlage sollten regelmäßige Trinkpausen eingeplant werden.
3. Napfhygiene
Alle Trink- und Futternäpfe bieten einen hervorragenden Nährboden für Bakterien, die sich besonders im Sommer sehr schnell vermehren. Darum ist es wichtig, das Trinkwasser regelmäßig zu wechseln und den Napf zwischendurch mit kochend heißem Wasser zu reinigen. Näpfe aus Keramik oder Edelstahl sind oft hygienischer und leichter auszuwaschen als Plastiknäpfe.
Hat Ihr Hund einmal nicht aufgefressen, sollten Sie die Reste besser entsorgen oder bis zur nächsten Mahlzeit abgedeckt, kühl und geschützt aufbewahren.
4. Grillfleisch
Auch wenn die Verlockung und die Gerüche von Grillfleisch besonders groß sind, ist es für Hunde tabu. Salz, Pfeffer, andere starke Gewürze oder Marinaden sind viel zu konzentriert für Hunde und verursachen Erbrechen, Durchfall und im schlimmsten Fall eine Vergiftung.
Geben Sie Ihrem Hund auch kein rohes, ungewürztes Geflügel, es könnte eine Salmonelleninfektion auslösen. Auch rohes Schweinefleisch ist aufgrund der Gefahr, am Aujeszky-Virus zu erkranken, für Hunde nicht geeignet.
5. Kalte Snacks und Eis
Viele Hunde lieben gekühlte Snacks oder Leckereien, wenn es warm ist. Dazu eignet sich im Sommer besonders gut Obst oder Gemüse. Apfelstücke, Bananenscheiben, Wassermelonenstücke (ohne Schale), Erdbeeren oder Blaubeeren lassen sich perfekt als gekühlter Snack anbieten.
Ebenso funktioniert das mit Karotten, Gurkenstücken, Süßkartoffelscheiben oder Kürbisstücken. In kleinen Würfeln geschnitten und eingefroren mit Wasser, verfeinert mit Lachspastete, Hundeleberwurst, Naturjoghurt, Buttermilch, Hüttenkäse oder Magerquark, wird daraus auch schnell ein gesunder Schlecksnack oder ein Eis.
Herkömmliches Speiseeis für Menschen ist für unsere Vierbeiner aufgrund der Inhaltsstoffe ungeeignet. Zucker, Süßstoffe, Laktose, Schokolade, Rosinen, Kaffee oder bestimmte Nüsse können nicht nur gesundheitsschädlich, sondern sogar lebensgefährlich sein. Wer nicht darauf verzichten will, sollte zu speziellem Hunde-Eis greifen.
Noch besser ist es, das Hunde-Eis selbst zu machen. Dabei können Sie die Zutaten genau nach Geschmack, Verträglichkeit und den Vorlieben Ihres Vierbeiners zusammenstellen. Bei der Hundeernährung im Sommer gilt: Kleine Eisportionen sind erlaubt und unbedenklich. Achten Sie darauf, dass das Eis am besten etwas angetaut ist und Ihr Hund nicht zu viel auf einmal frisst. Gefrorenes kann wie beim Menschen schnell zu Kopfschmerzen (Hirnfrost) oder Magen-Darm-Problemen führen.
Meine erfrischenden, leichten Rezepte für heiße Sommertage mit „Wau-Effekt“
Hunde-Frozen-Joghurt mit Erdbeeren:
Mischen Sie vier Esslöffel fettarmen, laktosefreien Naturjoghurt, zwei Esslöffel klein geschnittene Erdbeeren und ein paar Tropfen Honig miteinander. Der Frozen-Joghurt wird in einer Eiswürfelform, einem Kong oder auf einer Schleckmatte eingefroren oder einfach nur im Kühlschrank gekühlt und als Snack verfüttert.
Pluspunkt: Dieses erfrischende Schleckvergnügen eignet sich besonders für Hunde mit empfindlichem Magen, da die Zutaten gut verträglich sind und die Variante „nur gekühlt und nicht ganz gefroren“ leichter verdaulich ist.
Watermelon-Coconut-Smoothie:
Entfernen Sie die Schale und pürieren Sie ein Stück Wassermelone. Dazu mischt man vier Esslöffel Kokosnusswasser (ohne Zusatzstoffe oder Zucker) und zwei EL Buttermilch. Leicht gekühlt als Trinksnack oder Futtertopping schmeckt dieser Smoothie besonders gut an heißen Tagen.
Pluspunkt: Kokosnusswasser ist reich an Elektrolyten, besonders Natrium, Magnesium und Kalium. Daher wirkt es isotonisch und ist besonders gut geeignet für Hunde, die wenig trinken und dazu neigen zu dehydrieren.