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Expertin ordnet ein

Hund hat immer wieder Magenprobleme? Es könnte am Stress liegen

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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

16. September 2025, 13:51 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Stress ist ein häufiger, aber oft übersehener Auslöser für Magenprobleme beim Hund. Hundetrainerin Katharina Marioth erklärt, wie sich stressbedingte Beschwerden von Futterunverträglichkeiten unterscheiden, welche Situationen für Hunde besonders belastend sind und wie Halter ihren Vierbeinern im Alltag mehr Ruhe und Entlastung verschaffen können.

Psychischer Stress kann beim Hund eine entscheidende Rolle für wiederkehrende Magen-Darm-Probleme spielen. „Wie bei uns Menschen beeinflusst Stress – ob psychisch oder auch durch Schmerzen – das Verdauungssystem erheblich“, erklärt die Hundetrainerin Katharina Marioth. Typische Symptome seien vermehrtes Aufstoßen, Schmatzen, morgendliches Erbrechen oder sogenannter Stressdurchfall. In solchen Fällen lohne es sich, die Tagesstruktur des Hundes genauer unter die Lupe zu nehmen und mit den Haltern über mögliche Belastungen zu sprechen.

Nachwuchs als einer der größten Stressfaktoren

Im Unterschied dazu lassen sich andere Ursachen wie Parasiten oder Unverträglichkeiten relativ leicht abgrenzen. Parasitenbefall könne durch entsprechende Tests ausgeschlossen werden, entwicklungsbedingter Durchfall verschwinde meist nach wenigen Tagen. Eine Futtermittelunverträglichkeit gehe dagegen oft mit klareren Anzeichen einher: „Wenn sich Kotfarbe und -konsistenz dauerhaft verändern, etwa ins Gelbliche, oder Beschwerden nicht mit einem konkreten Ereignis wie einer Futterumstellung zusammenhängen, liegt eher eine Unverträglichkeit vor“, sagt Marioth.

Treten die Probleme jedoch in Verbindung mit stressigen Phasen wie einem Umzug oder Renovierungsarbeiten auf, sei Stress die wahrscheinlichere Ursache. Begleitend zeigten viele Hunde zudem Unruhe, plötzliche Schuppenbildung oder Zwangsverhalten wie häufiges Kratzen.

Neben Umzügen oder Autofahrten gebe es noch weitere Auslöser, die oft unterschätzt würden. „Einer der größten Stressfaktoren ist menschlicher Nachwuchs – für viele Hunde eine sehr einschneidende Situation“, so Marioth.

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Feste Tagesstruktur und Fütterungszeiten können Hunden mit Magenproblemen helfen

Um das Stresslevel im Alltag zu senken, sei vor allem Ruhe wichtig. „Hunde brauchen sehr viel Schlaf, oft mehr, als wir ihnen zugestehen“, betont die Trainerin. Schon kleine Veränderungen wie Rückzugszeiten könnten große Wirkung zeigen. Bei stärkeren Belastungen könne man den Hund zusätzlich mit Pheromonhalsbändern, pflanzlichen Präparaten wie Baldrian oder Lavendel sowie Mikronährstoffen unterstützen. Auch Hagebuttenpulver sei ein bewährter Vitamin-C-Lieferant, wenn Stress Entzündungswerte ansteigen lasse.

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Eine feste Tagesstruktur spiele ebenfalls eine wesentliche Rolle für die Verdauung. Manche Hunde kämen mit zwei Mahlzeiten am Tag gut zurecht, andere bräuchten über einen gewissen Zeitraum fünf kleinere Portionen. Rituale könnten Sicherheit geben, insbesondere in Umbruchzeiten. „Aber auch Hunde müssen flexibel bleiben – genauso wie wir Menschen“, erinnert Marioth.

Wann Sie zum Tierarzt gehen sollten

Klar definiert sei dagegen der Zeitpunkt, ab dem unbedingt ein Tierarzt eingeschaltet werden sollte. Hält Durchfall oder Erbrechen länger an, insbesondere bei Welpen, ist sofortige Hilfe erforderlich. Auch bei starken Bauchschmerzen, Verdacht auf verschluckte Fremdkörper oder auffälligen Veränderungen des Kots müsse gehandelt werden. „Wenn sich der Kot schwarz verfärbt, deutet das auf innere Blutungen hin. Dann darf man nicht zögern“, warnt Marioth. Lieber solle man einmal zu viel den Tierarzt konsultieren, als eine ernsthafte Erkrankung zu übersehen.

Das gesamte Interview mit Kahtarina Marioth sehen Sie im Video.

Zur Expertin

Katharina Marioth ist Gründerin der Marke Stadthundetraining und des KEML-Prinzips. Sie ist IHK- und behördlich-zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensgutachterin für gefährliche Hunde des Landes Berlin. In ihrem Daily Business arbeitet sie eng mit Veterinären, Wissenschaftlern und anderen Spezialisten zum Thema Hund zusammen. Mit Ihrem Wissen und Können konnte sie sich in der Sat.1-Sendung „Der Hundetrainer-Champion“ den Titel der Hundetrainerin des Jahres 2023 sichern.

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