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Fehlendes Durstgefühl

Tipps und Tricks, damit Hunde mehr trinken

Welpe trinkt aus einem Gartenschlauch
Hunde kann man auch spielerisch dazu animieren, mehr zu trinken. Das klappt besonders gut bei Welpen Foto: Getty Images
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Dennis Agyemang
Dennis Agyemang Autor

19. April 2026, 12:00 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Viele kennen es aus dem Alltag: Manche Menschen vergessen schlicht, ausreichend zu trinken. Doch nicht nur bei uns ist das ein Thema – auch Hunde gehören mitunter zu den „schlechten Trinkern“. Was zunächst harmlos wirkt, kann für Vierbeiner ernsthafte Folgen haben. Warum ausreichende Flüssigkeitszufuhr für Hunde entscheidend ist und wie Halter gegensteuern können, zeigt ein Überblick.

Wie viel Wasser ein Hund wirklich braucht

Während Erwachsene täglich etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit aufnehmen sollten, richtet sich der Bedarf bei Hunden nach dem Körpergewicht. Pro Kilogramm werden zwischen 50 und 100 Milliliter empfohlen. Ein zehn Kilogramm schwerer Hund benötigt demnach etwa einen halben bis einen Liter Wasser pro Tag. Dennoch trinken manche Tiere deutlich weniger.

Hunde können benötigte Flüssigkeit aus ihrem Futter ziehen

Allerdings muss der benötigte Flüssigkeitsbedarf nicht allein über das Trinkverhalten reguliert werden. Denn je nachdem, was Hunde zu fressen bekommen, können sie den Flüssigkeitsbedarf auch zum Teil übers Futter decken. Feuchtfutter etwa enthält in der Regel 70 bis 80 Prozent Wasser. Trockenfutter hingegen maximal 14 Prozent.1

Damit alle Körperfunktionen reibungslos laufen, ist es wichtig, dass jedes Lebewesen ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Wenn der eigene Hund nicht ausreichend trinkt, kann dies viele verschiedene Ursachen haben – physischer wie psychischer Natur.

Warum trinkt mein Hund so wenig Wasser?

Zu den Gründen, warum Hunde zu wenig trinken, zählen unter anderem erhöhter Stress, dem der Vierbeiner ausgesetzt sein kann, wenn es große Veränderungen im gewohnten Tagesablauf gibt. Beispielsweise durch ein neues Rudelmitglied, eine läufige Hündin in der Nachbarschaft oder eine Futterumstellung.

Gründe können aber auch Futtermittelallergien sein, die bei Hunden zu Bauchschmerzen, Bauchgrummeln oder Übelkeit führen und dazu führen können, dass das betroffene Tier nicht mehr ausreichend trinkt. Möglich ist aber auch, dass der Hund an einer Erkrankung des Magen-Darm-Traktes leidet. Hierunter fallen unter anderem Symptome wie Erbrechen oder auch Durchfall, die oft mit sich bringen, dass Hunde nicht mehr genug trinken.2

Fehlendes Durstgefühl kann auch ein Krankheitsindikator sein

Aber auch körperliche Leiden können der Auslöser für zu wenig Trinken beim Hund sein. Beispielsweise bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen oder Nierenerkrankungen im Anfangsstadium. Daher sollten Halter aufmerksam beobachten, warum ihr Tier nicht ausreichend trinkt. Doch kein Grund zur vorschnellen Panik: Wenn der Vierbeiner nicht trinkt, aber frisst und sonst keine Anzeichen einer Erkrankung zeigt, besteht erst einmal wenig Grund zur Sorge, sagt Tierarzt Dr. Marco Antonio Fragoso.

„Wenn der Hund nicht trinkt und schlapp wirkt, sollten Halter aber unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.“ Aber auch allgemein, wenn das Tier mehrere Tage keine Flüssigkeit aufgenommen hat, sollte rasch ein Tierarzt aufgesucht werden. Denn bei Hunden kann es relativ schnell zu Dehydrierung und Organschäden kommen, wenn nicht ausreichend getrunken wird – vor allem bei Welpen und jüngeren Hunden, erklärt der Veterinär gegenüber PETBOOK.

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Halter sollten Anzeichen einer Dehydrierung erkennen

Sollten in einem Krankheitsfall auch noch Durchfall und Erbrechen beim Hund hinzukommen, kann der Zustand schnell lebensbedrohlich werden. Daher sollten Halter die Symptome eines Flüssigkeitsmangels kennen und im Zweifelsfall schnell handeln. Anzeichen für eine Dehydrierung können sein:

  • Starkes Hecheln
  • Energie- und Lustlosigkeit
  • Dunkel gefärbter Urin
  • Fehlender Appetit

Mit diesen Tricks kann der Hundedurst angeregt werden

Glücklicherweise gibt es aber ein paar Tricks und Kniffe, wie Halter ihren Hunden helfen können, damit es gar nicht erst so weit kommt. Besonders in den heißen Sommermonaten sollten Hundehalter unterwegs immer eine Trinkflasche dabei haben und ihrem Tier regelmäßig eine Erfrischung daraus anbieten.

Futter anpassen

Halter von schlecht trinkenden Hunden können ihrem Vierbeiner über das Futter zusätzlich Wasser zuführen. Dabei kann entweder das Trockenfutter eingeweicht oder Feuchtfutter oder BARF zusätzlich mit Wasser angereichert werden.

Wasser wechseln

Eine weitere Möglichkeit kann der Wechsel von Leitungs- auf Mineralwasser oder gefiltertes Wasser sein. Denn einige anspruchsvolle Vierbeiner können beispielsweise Chlor im Wasser als so störend wahrnehmen, dass es sie vom Trinken abhält.

Wassergeschmack verändern

Ein weiterer Trick, auf den viele betroffene Hundehalter schwören, ist, das Trinkwasser geschmacklich ein wenig zu verfeinern. Dabei kann man dem normalen Wasser Fleischsaft, Knochenbrühe oder Ziegenmilchpulver beimischen. Je nach persönlichem Geschmack des Hundes kann das Wasser auch mit Obst- oder Gemüsestückchen „infused“ werden, um es geschmacklich auf ein neues Level zu heben. Dabei wird nicht nur der Geschmack abgegeben, sondern auch einige wertvolle Vitamine.

Der richtige Wassernapf

Es kann aber auch haptische Gründe haben, die den Hund vom Trinken abhalten. So gibt es tatsächlich Tiere mit verschiedenen Vorlieben, die vielleicht einen Napf aus Keramik einem aus Edelstahl vorziehen oder andersherum.

Es gibt aber auch Hunde, die Angst vor ihrem Napf haben. Beispielsweise, wenn dieser aus Metall ist, an der Unterseite keine Gummiränder hat und beim Trinken seltsame Geräusche macht. Auch hier können Halter versuchen, ob ein Wechsel des Napfs etwas bewirken kann.3

Eis anbieten

Mit selbstgemachtem Hundeeis kann das Haustier nicht nur eine leckere Erfrischung bekommen, sondern gleichzeitig auch noch zusätzliche Flüssigkeit. So empfehlen hier einige Halter, einen Kong oder Ähnliches mit dem Hundeeis zu befüllen. So kann der Doggo langsam das Eis herauslecken, sich abkühlen und gleichzeitig hydriert bleiben.

Quellen

  1. fressnapf.de, „Hund trinkt nicht: So regst du den Durst an“, (aufgerufen am 17.04.2026) ↩︎
  2. focus-tierarzt.de, „Hund trinkt nicht“, (aufgerufen am 17.04.2026) ↩︎
  3. zooplus.de, „Hund trinkt nicht: Ursachen & Behandlung“, (aufgerufen am 17.04.2026) ↩︎

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