26. Juni 2026, 16:56 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wenn die Temperaturen steigen, steigt auch der Wasserbedarf von Pferden. Doch wie viel trinkt ein Pferd eigentlich am Tag? Und woran lässt sich erkennen, dass Hitze und Flüssigkeitsmangel zum Problem werden?
Wie viel Wasser trinkt ein Pferd am Tag?
Gerade im Sommer ist ausreichend Wasser für Pferde besonders wichtig. Schließlich besteht ihr Körper zu etwa 50 bis 70 Prozent aus Wasser. Wie viel ein Pferd täglich trinken sollte, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. Der Bedarf hängt unter anderem von der Größe des Tieres, der Fütterung, den Außentemperaturen und der körperlichen Belastung ab.1
Als Faustregel gilt: Pro 100 Kilogramm Körpergewicht benötigt ein Pferd etwa fünf Liter Wasser am Tag. Ein 600 Kilogramm schweres Pferd sollte also mindestens rund 30 Liter trinken. Viele Tiere nehmen jedoch täglich zwischen 30 und 50 Litern auf, manche sogar bis zu 70 Liter.2
Auch das Futter beeinflusst den Wasserbedarf. Pferde, die viel frisches Gras fressen, nehmen bereits einen Teil der Flüssigkeit über die Nahrung auf. Bei einer Fütterung mit überwiegend Heu müssen sie entsprechend mehr trinken.
Wie viel Wasser braucht ein Pferd im Sommer?
Steigen die Temperaturen, steigt auch der Flüssigkeitsbedarf. Bereits wenige Grad mehr können dazu führen, dass Pferde deutlich mehr Wasser benötigen. Vor allem wenn sie schwitzen, verlieren sie viel Flüssigkeit, die wieder ausgeglichen werden muss.
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Deshalb sollten Pferde an heißen Tagen, wie sonst auch, jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben. Ebenso wichtig ist es, Tränken regelmäßig auf Sauberkeit und Funktion zu kontrollieren.3
Wie erkenne ich, ob mein Pferd zu wenig getrunken hat?
Ob ein Pferd ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist, lässt sich mit dem sogenannten Hautfaltentest überprüfen. Dazu hebt man am Hals oder vor dem Schulterblatt vorsichtig eine Hautfalte an und lässt sie wieder los.
Bei einem gut hydrierten Pferd glättet sich die Haut innerhalb von etwa zwei Sekunden. Bleibt die Falte länger stehen, kann das auf Flüssigkeitsmangel hindeuten. Bei älteren Pferden ist der Test allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig, da ihre Haut mit zunehmendem Alter an Elastizität verliert. Trockene oder blasse Schleimhäute können ebenfalls auf eine Dehydration hinweisen.
Trinkt ein Pferd dauerhaft zu wenig, können verschiedene Ursachen dahinterstecken. Häufig sind verschmutzte Tränken, eine zu geringe Wassermenge aus der Selbsttränke oder ungewohnt schmeckendes Wasser der Grund. In Offenställen kann außerdem die Rangordnung dazu führen, dass rangniedrige Tiere seltener an die Tränke gelangen.
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Wie kühle ich mein Pferd im Sommer am besten ab?
An heißen Tagen kann regelmäßiges Abduschen helfen, die Körpertemperatur zu senken. Wichtig ist jedoch, das Wasser anschließend mit einem Schweißmesser abzuziehen. Nur dann kann die Verdunstungskälte ihre kühlende Wirkung entfalten. Bleibt das Wasser im Fell stehen, kann sich die Wärme darunter stauen.
War das Pferd zuvor in Arbeit, sollte es zunächst einige Minuten im Schritt herunterkommen, bevor es abgespritzt wird. Anschließend beginnt man mit dem Kühlen an den Beinen und arbeitet sich langsam zu Brust und Kruppe vor. Dabei empfiehlt sich ein weicher Wasserstrahl und kühles Wasser.
Anders sieht es bei einem akuten Hitzenotfall aus: Zeigt ein Pferd deutliche Anzeichen einer Überhitzung, sollte die Körpertemperatur möglichst schnell gesenkt und gleichzeitig ein Tierarzt verständigt werden. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung empfiehlt in diesem Fall, große Mengen kalten Wassers über den gesamten Körper zu geben. 4
Checkliste: Die wichtigsten Tipps
- Beine zuerst, dann Brust und Kruppe kühlen.
- Kühles, aber nicht eiskaltes Wasser verwenden.
- Einen weichen Wasserstrahl statt eines harten Strahls nutzen.
- Kopf möglichst aussparen.
- Wasser anschließend mit einem Schweißmesser abziehen.
- Bei großer Hitze den Vorgang mehrmals wiederholen.
Wann muss ich einen Tierarzt rufen?
Grundsätzlich regulieren gesunde Pferde ihre Wasseraufnahme selbst. An heißen Tagen oder nach körperlicher Anstrengung trinken sie häufig größere Mengen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Problematisch wird es dagegen, wenn ein Pferd trotz Hitze kaum trinkt oder zusätzlich Anzeichen wie trockene Schleimhäute, eine länger stehenbleibende Hautfalte, Apathie, Taumeln oder fehlendes Schwitzen zeigt. Dann sollte umgehend ein Tierarzt verständigt werden.