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Shampoo oder Schweiß?

Schon gewusst? Darum schwitzen Pferde Schaum

Pferd wird gewaschen, zweites Bild reingeschnitten mit Schaum, schwitzendem Pferd
Wenn Pferde schwitzen, sieht es fast eher so aus, als wären sie eingeseift worden Foto: Getty Images/ picture alliance / SvenSimon | VolkerEssler/SVEN SIMON
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Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

6. Mai 2026, 6:05 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Haben Sie schon einmal ein Pferd schwitzen sehen? Wenn Pferde transpirieren, kann man schnell denken, dass es eigentlich eingeseift ist. Denn wenn die Tiere Schweiß bilden, entsteht ein weißer Schaum. Pferdemenschen kennen das von besonders warmen Tagen, wenn sich dieser zwischen den Hinterbeinen ihres Tieres bildet.

Warum schwitzen Pferde Schaum?

Der auffällige Schaum, der sich beim Schwitzen von Pferden bildet, hat eine ganz besondere Ursache. Dahinter steckt ein Phänomen, das selbst manchen Pferdefans gar nicht so bewusst ist. Verantwortlich ist ein spezielles Eiweiß im Schweiß der Tiere, das den Namen Latherin trägt. Es erinnert in seiner Wirkungsweise an ein mildes schäumendes Waschmittel und sorgt dafür, dass sich der Schweiß besser im leicht öligen, eigentlich wasserabweisenden Fell verteilen kann, anstatt einfach abzuperlen.

Gleichzeitig besitzt dieser Stoff seifenähnliche Eigenschaften. Kommt es zu Bewegung und Reibung, beginnt der Schweiß zu schäumen. Deshalb entsteht der weiße Schaum vor allem an typischen Reibungsstellen – etwa zwischen den Hinterbeinen, an der Brust oder dort, wo Sattel und Zügel anliegen. Genau dadurch kann ein stark schwitzendes Pferd schnell so aussehen, als wäre es eingeseift worden.

Warum schwitzen Pferde so viel?

Pferde schwitzen nicht nur je nach Bewegung schnell, sondern auch ausgesprochen viel. Das Schwitzen ist für sie die wichtigste und effektivste Form der Temperaturregulation – besonders bei Anstrengung schützt es den Körper zuverlässig vor Überhitzung. Diese Fähigkeit ist auch ein entscheidender Vorteil in der Natur. Als Fluchttiere sind Pferde auf Ausdauer angewiesen und können durch ihr effizientes Kühlsystem über längere Zeit leistungsfähig bleiben.1

Da das Fell der Tiere leicht ölig ist, muss der Schweiß den Körper großflächig benetzen, um seine kühlende Wirkung entfalten zu können. So wird Wärme effektiv über Verdunstung abgegeben. Aus bestimmten Blickwinkeln lässt sich dieser Prozess sogar beobachten: Das Pferd scheint regelrecht zu dampfen, wenn die Feuchtigkeit vom warmen Körper aufsteigt.

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Wie viele Liter schwitzt ein Pferd?

Wie viel ein Pferd schwitzt, hängt stark von Temperatur, Belastung und Trainingszustand ab – doch die Mengen können beeindruckend sein. Bereits bei leichter Arbeit verliert ein Pferd mehrere Liter Schweiß, während es bei intensiver Belastung schnell zwischen sieben und zwölf Litern sein können.

In extremen Fällen, etwa bei großer Hitze oder anstrengendem Training, sind sogar bis zu 15 Liter oder mehr möglich. Dabei geht es nicht nur um Wasser: Mit dem Schweiß verliert das Pferd auch wichtige Elektrolyte wie Natrium, Chlorid und Kalium, die anschließend wieder ausgeglichen werden müssen.

Wie stark ein Pferd geschwitzt hat, lässt sich oft gut am Fell erkennen – von leicht feuchten Stellen bis hin zu tropfnasser Haut und sichtbarer Schaumbildung an typischen Reibungspunkten.2

Was sollten Halter tun, wenn das Pferd viel schwitzt?

Schwitzt ein Pferd stark, verliert es nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Elektrolyte wie Natrium und Chlorid. Diese sind unter anderem für Muskeln und Nerven unverzichtbar. Ein Mangel kann schnell zu Leistungsabfall oder Erschöpfung führen.

Deshalb gilt: Frisches Wasser muss immer verfügbar sein und ein Salzleckstein gehört zur Grundausstattung. Bei Pferden, die regelmäßig stark schwitzen, kann zusätzliches Salz im Futter sinnvoll sein, um die Verluste auszugleichen. Kalium nimmt das Pferd meist ausreichend über Heu oder Gras auf.

Außerdem sollten Halter bei Hitze das Training anpassen, intensive Einheiten vermeiden und für ausreichend Schatten sorgen. Denn wird der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust nicht ausgeglichen, drohen Dehydration und Überhitzung.

Wird ein Pferd jedoch ungewöhnlich stark schaumig oder schwitzt es ohne erkennbare Anstrengung, kann das auch auf Stress oder Überforderung hindeuten.

Quellen

  1. pferdepraxiswissen.de, „Wieviel schwitzen Pferde?“ (aufgerufen am 06.05.2026) ↩︎
  2. pferderevue.at, „Warum Pferde schäumen“ (aufgerufen am 06.05.2026) ↩︎

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