20. August 2025, 6:32 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Nicht nur bei Menschen ist Sonnenschutz wichtig, auch manche Pferde können einen Sonnenbrand bekommen. Was Pferdehalter und Reiter in den Sommermonaten tun können, um ihre Tiere zu schützen, erklärt PETBOOK in dieser Übersicht.
So sieht ein Sonnenbrand bei Pferden aus
Stundenlanges Grasen auf der Weide, lange Ausritte durch Wald und Flur oder auch einfach nur der Einsatz als Reitpferd auf dem Platz: In den Frühlings- und Sommermonaten sind die Wetterbedingungen oft ideal für Pferd und Mensch. Die zunehmende Sonnenintensität kann aber für Reiter wie Tier auch gefährlich werden. Sind Pferde und Ponys nicht gerade den Großteil des Tages im Stall untergebracht oder haben ausreichend Schatten auf der Koppel, bekommen sie über den Tag verteilt ungeschützt sehr viel Sonne ab. Und das kann Folgen haben.
Ein Sonnenbrand sieht bei Pferden ähnlich aus wie beim Menschen. Folgende Symptome sind untrügliche Anzeichen dafür, dass das Huftier verbrannte Haut hat:
- die Haut ist rot
- geschwollen
- und druckempfindlich
- bei schweren Verbrennungen können sogar Brandblasen auftreten
Manche Halter bemerken den Sonnenbrand erst beim Putzen, Satteln oder Trensen des Pferdes, weil es empfindlich auf Berührungen reagiert oder diesen sogar ausweicht.
Diese Pferde sind besonders anfällig für Sonnenbrand
Hellhäutige Menschen müssen sich im Sommer besonders gut vor Sonnenbrand schützen. Denn je weniger vom Melanin, dem hautfärbenden Stoff, in der Haut vorhanden ist, desto heller wirkt sie und desto weniger Resilienz weist sie gegen UV-Strahlung auf. Bei Pferden verhält es sich ähnlich, wobei es hier stets auf die Kombination von Haut- und Fellfarbe ankommt. Denn viele helle und weiße Pferde haben oft auch eine rosafarbene Haut.
In dieser hat sich ebenfalls wenig bis kein Melanin gebildet und somit besitzt sie kaum Eigenschutz gegen Sonneneinstrahlung. An den Nüstern und der Schnauze ist das Fell zudem oft besonders dünn und die rosafarbene Haut scheint schon durch. Dies sind prädestinierte Stellen für einen Sonnenbrand beim Pferd.
Auch Widerrist und Schwanzwurzel sind oft sogenannte „Sonnenterrassen“. Das heißt, dass hier besonders viel Sonneneinstrahlung auftrifft. „Echte“ Schimmel, also solche, die bei Geburt dunkles oder gar schwarzes Fell haben, haben meistens auch dunkle Haut und sind somit nicht besonders gefährdet. Eine Ausnahme bilden bei allen Pferden – egal welcher Farbe – große weiße Abzeichen am Kopf oder an den Beinen. Auch diese können besonders empfindlich auf Sonneneinstrahlung reagieren. 1
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Sonnenbrand bei Pferden vermeiden
Im Hinblick auf geeignete Maßnahmen zum Schutz vor der Sonne können wieder einige Parallelen zum Menschen gezogen werden. So sollten Koppel und Auslauf viele schattige Plätze aufweisen. Ideal sind große Laubbäume, da es unter diesen an heißen Sommertagen auch kühler ist. Eichen sollten wegen eines möglichen Befalls mit dem Eichenprozessionsspinner, dessen Larven vor allem für ihre hochallergenen Brennhaare bekannt sind, vermieden werden. Alternativ bietet sich ein Offenstall oder sonstiger Unterstand an, der ausreichend Schatten für alle Pferde spendet.
Neben der Vermeidung von direkter Sonneneinstrahlung gibt es auch einige Hilfsmittel. So bietet der Reitbedarf auch Sonnenlotion speziell für Pferde an. Wer keine zur Hand hat, kann auch Kindersonnencreme verwenden.
Wichtig: Sie sollte stets frei von Duftstoffen sein. Zudem gibt es spezielle, dünne Pferdedecken, die auch einen Lichtschutzfaktor haben. Auch Fliegennetze für die Schnauze oder den Kopf sind oft mit einem UV-Schutz ausgestattet – quasi ein hybrides Schutzmittel. Für helle Abzeichen auf den Beinen bzw. über den Hufen bieten sich Hufschuhe oder Hufglocken an.
Übrigens: Auch wenn Pferde mit schwarzem oder dunklem Fell weniger anfällig für Sonnenbrand sind, leiden sie schnell unter Überhitzung, da sie sich durch die Fellfarbe in der Sonne rasch aufheizen. Auch diese Pferde brauchen zwingend Schattenplätze und ausreichend Wasser. 2
Verbrannte Haut beim Pferd behandeln
Ist es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen oder aus Unwissenheit zum Sonnenbrand beim Pferd gekommen, sollte es als Erstes aus der Sonne genommen werden. Wird die verbrannte Hautpartie weiterhin der Sonne ausgesetzt, können sich schwere Entzündungen mit anschließenden Narben bilden. Außerdem begünstigt dies das Hautkrebsrisiko beim Pferd.
Neben einem schattigen Plätzchen bevorzugen Pferde mit Sonnenbrand eine Kühlung der betroffenen Hautpartien. Hier kann kaltes Wasser als erste Maßnahme oder auch wiederholt helfen, besonders, wenn es ohnehin heiß ist. Eine Zinksalbe eignet sich besonders zum Abtrocknen bereits nässender Verbrennungen, auch eine Wundsalbe kann aufgetragen werden. Zinksalbe wirkt dabei entzündungshemmend und sollte in jedem Notfallkasten am Stall zu finden sein.
Sollte es zu Entzündungen kommen, oder die Behandlung nicht helfen, dann zögern Sie am besten nicht, sich einen Rat von einem Veterinärmediziner einzuholen.

