Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
Schutz vor Vergiftung

Giftige Weidepflanzen für Pferde und wie man sie erkennt

Die Haltung auf der Weide ist für Pferde die natürlichste, allerdings lauern hier auch Gefahren in Form von giftigen Pflanzen.
Die Haltung auf der Weide ist für Pferde die natürlichste, allerdings lauern hier auch Gefahren in Form von giftigen Pflanzen. Foto: Getty Images
Artikel teilen
Porträtbild Marike Stucke
Freie Autorin

16. August 2025, 8:37 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Nicht alle Pflanzen, die auf und am Rande von Pferdeweiden stehen, bekommen den großen Tieren auch gut. Manche sind sogar giftig und können starke Vergiftungserscheinungen und im schlimmsten Fall sogar den Tod des Tieres auslösen. PETBOOK gibt einen Überblick, welche Pflanzen gefährlich sind und wie man diese erkennt.

Das richtige Futter, ein guter Veterinär, regelmäßige Bewegung und Kontakt zu Artgenossen wie Menschen: Die Liste, was Pferde für ein langes und gesundes Leben brauchen, ist lang. Doch selbst wenn Pferdebesitzer oder solche mit einer Reitbeteiligung sich mit diesen Punkten große Mühe geben, nützt dies alles nichts, wenn auf der Pferdekoppel giftige Pflanzen stehen. Denn diese können nach dem Verzehr beim Pferd zu ernsthaften Erkrankungen oder sogar dem Tod führen. Hier ist also stets besondere Vorsicht geboten. Denn das falsche Kraut ist schneller gefressen, als man manchmal zusehen kann.

Giftige Weidepflanzen für Pferde: Ein Überblick

Es gibt eine Vielzahl von Pflanzenarten, die für Pferde giftig sein können. Die Toxizität kann je nach Pflanze und Menge variieren, aber es ist wichtig zu wissen, welche Pflanzen auf der Weide wachsen und welche davon entfernt werden sollten. Hier sind einige der bekanntesten giftigen Weidepflanzen: 1 2

Eisenhut (Aconitum): Auch als Sturmhut oder Blauer Eisenhut bekannt, ist diese Pflanze äußerst giftig für Pferde. Schon kleine Mengen können zu schweren Vergiftungssymptomen führen.

Eisenhut mit Blüte (Aconitum napellus)
Geringe Mengen vonBlauen Eisenhut können zum Tod führen Foto: Getty Images

Efeu (Hedera helix): Efeu ist nicht nur für Pferde, sondern auch für andere Tiere giftig. Der Verzehr kann Magen-Darm-Beschwerden, Atembeschwerden und neurologische Probleme verursachen.

Rankender Efeu
Efeu führt bei Pferden oft zu Verdauungsproblemen Foto: Getty Images

Krumm- und Spindelsträucher (Euonymus): Die Pflanzenteile dieser Sträucher enthalten Substanzen, die bei Pferden zu Herzproblemen und Koliken führen können.

Pfaffenhütchen mit roten Blüten
Bei Vergiftung kann es zu Kreislaufbeschwerden kommen Foto: Getty Images

Butterblume (Ranunculus): Butterblumen, auch als Hahnenfuß bekannt, sind in vielen Weiden zu finden, aber sie sind für Pferde giftig. Der Verzehr kann zu Magen-Darm-Reizungen und Problemen führen.

Butterblumen auf der Wiese
Butterblumen können bei Pferden Durchfall verursachen Foto: Getty Images

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale): Diese Pflanze enthält das giftige Alkaloid Colchicin, das bei Pferden zu Atembeschwerden, Koliken und Herzproblemen führen kann.

Lila blühende Herbstzeitlosen
Im getrockneten Zustand im Heu leicht verwechselbar mit anderen verträglichen Kräutern Foto: Getty Images

Tollkirsche (Atropa belladonna): Die Tollkirsche ist äußerst giftig und kann bei Pferden zu schweren neurologischen Symptomen führen.

Tollkirschen Zweig mit dunklen Beeren
Die Tollkirsche wirkt in wenigen Mengen schädlich Foto: Getty Images

Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium): Der Saft dieser Pflanze kann Hautreizungen verursachen, insbesondere wenn die Haut anschließend der Sonne ausgesetzt wird.

Wiesen Bärenklau wächst auf einer Wiese
Kann bei Hautkontakt zu Schwellungen führen Foto: Getty Images

Gefleckter Schierling (Conium maculatum): Der Gefleckte Schierling ist extrem giftig und kann bei Pferden zu Atembeschwerden, Krämpfen und zum Tod führen.

Blühender gefleckter Schierling
Verwechslungsgefahr mit dem Wiesen Bärenklau Foto: Getty Images

Jakobskreuzkraut/ Jakobsgreiskraut (Jacobaea vulgaris): Das Kraut ist häufig auf den Weiden zu finden und führt oftmals zu Vergiftungen. Dabei kann es zu Leberschäden, Koliken, starken Gewichtsverlust und Apathie kommen.

Jakobskreuzkraut mit gelben Blüten auf einer Wiese
Jakobskreuzkraut verursacht bei Pferden häufig Koliken Foto: Getty Images
Mehr zum Thema

Wie erkennt man giftige Weidepflanzen?

Wer die Pflanzen auf seiner Weide kennt, kann versehentliches Fressen durch sein Pferd vermeiden.

  1. Wissen, was wächst: Welche Pflanzen wachsen auf der Weide zu welcher Jahreszeit? Machen Sie sich mit den lokal häufig vorkommenden giftigen Pflanzen vertraut.
  2. Beobachtung: Insbesondere im Frühjahr und Sommer, zu Beginn der Wachstums- und Blühperiode, sollten Sie Ihre Weide regelmäßig auf das Vorhandensein von ungewöhnlichen oder verdächtigen Pflanzen überprüfen.
  3. Bestimmungsbücher und Apps: Es gibt Bestimmungsbücher und mobile Apps, die dabei helfen können, Pflanzen auf der Weide zu identifizieren. Mit einem hochgeladenen Foto können Pflanzen-Apps meist sicher die Pflanze und ihre Giftigkeit bestimmen.
  4. Beratung von Experten: Wenn Sie unsicher sind, ob eine Pflanze giftig ist oder nicht, konsultieren Sie einen Fachmann, wie einen Pflanzenexperten. Diese können mit Ihnen gemeinsam die Weide begehen und auf giftige Pflanzen untersuchen.

Was tun, wenn giftige Pflanzen auf der Weide wachsen?

Die erste Handlung sollte hier immer sein, die betreffende Pflanze zu entfernen. Manchmal sind diese aber derart ausgebreitet oder treiben immer wieder aus, sodass weiterhin eine Gefahr für die Pferde besteht. Hier hilft nur, das betreffende Gebiet auf der Weide für die Pferde abzusperren und großflächig den Boden umzugraben. Jetzt können die Pflanzen mitsamt der Wurzeln entfernt werden.

Wichtig ist auch, giftige Pflanzen davon abzuhalten, sich über ihre Samen weiter auf der Weide auszubreiten. Wachsen unweit vom Weiderand giftige Pflanzen, sollten diese also ebenfalls entfernt werden, bevor sie blühen.

Auch andere Reiter und Stallhilfen sollten über auftretende giftige Pflanzen informiert werden und wissen, wie diese aussehen.

Quellen

  1. vtg-tiergesundheit.de, „Giftpflanzen für Pferde auf der Weide - Eine Übersicht mit Bildern“, (aufgerufen am 14.08.2025) ↩︎
  2. pavo-futter.de, „Giftige Pflanzen für Pferde“, (aufgerufen am 14.08.2025) ↩︎

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.