25. September 2026, 17:05 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Mehr als ein Jahr lang litt Polizeipferd „Rabauke“ unter wiederkehrenden Augenentzündungen. Als Medikamente nicht dauerhaft halfen, musste der Wallach an beiden Augen operiert werden. Tierärztin Dr. Kirstin Brandt von der Hanseklinik für Pferde erklärt im Gespräch mit PETBOOK, wie gefährlich die Erkrankung war und wie es heute um Rabaukes Augenlicht steht.
Immer wiederkehrende Entzündungen machten Rabauke zu schaffen
Über mehr als ein Jahr hinweg litt Rabauke immer wieder unter Entzündungsschüben an den Augen. „Das Innere des Auges trübte sich ein und die Pupille verengte sich“, erklärt die behandelnde Tierärztin Dr. Kirstin Brandt von der Hanseklinik für Pferde. Die Erkrankung sei immer wieder aufgetreten und habe dem Wallach Schmerzen bereitet.
Zunächst versuchten die Tierärzte, die Beschwerden mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Zum Einsatz kamen unter anderem entzündungshemmende Augensalben, spezielle Augentropfen sowie weitere Medikamente. Die Behandlungen hätten die Symptome zwar gelindert, sagt Brandt, „die Krankheit als solche aber nicht geheilt“. Die Entzündungen seien immer wieder zurückgekehrt.
Auch für die Reiterstaffel hatte das Folgen. Während seiner Krankheitsphase konnte Rabauke nicht eingesetzt werden. Weil die Gefahr bestand, dass seine Sehfähigkeit dauerhaft beeinträchtigt werden könnte, entschied sich die Polizei gemeinsam mit den behandelnden Tierärzten schließlich für eine Operation.
Die häufigste Ursache für Erblindung bei Pferden
Die Diagnose lautete: Equine rezidivierende Uveitis. Besser bekannt als periodische Augenentzündung. Dabei handelt es sich um die häufigste Augenerkrankung beim Pferd. „Die Krankheit ist weltweit verbreitet und die häufigste Ursache für die Erblindung bei Pferden“, ordnet Dr. Brandt ein. Betroffene Tiere leiden unter wiederkehrenden Entzündungsschüben im Inneren des Auges, die unbehandelt das Sehvermögen dauerhaft schädigen können.
Für Pferde kann das besonders problematisch werden. „Jede Augenerkrankung, die eine Beeinträchtigung der Sehfähigkeit bedeutet, stellt eine absolute Einschränkung des Allgemeinbefindens dar“, erklärt die Tierärztin. Hinzu komme, dass die Erkrankung Schmerzen verursache.
Warum gutes Sehen für Pferde besonders wichtig ist
Dass Rabaukes Augenlicht erhalten werden konnte, war nicht nur für seine Arbeit als Polizeipferd wichtig. „Jede Augenerkrankung, die eine Beeinträchtigung der Sehfähigkeit bedeutet, stellt eine absolute Einschränkung des Allgemeinbefindens dar“, erklärt Dr. Kirstin Brandt. Hinzu komme, dass die periodische Augenentzündung für die Tiere schmerzhaft sei.
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Besonders kritisch ist das für Pferde, weil sie Fluchttiere sind. „Wenn sie sich erschrecken oder etwas Unvorhergesehenes passiert, folgen sie ihren Instinkten und fliehen“, sagt die Tierärztin. „Wenn sie die Hindernisse, die im Weg sind, nicht sehen können, bedeutet das ein erhöhtes Verletzungsrisiko für das Pferd selbst, aber auch für sämtliche Personen, die sich in der näheren Umgebung befinden“, so Dr. Brandt. Gerade für ein Dienstpferd, das regelmäßig bei Einsätzen unterwegs ist, spielt eine uneingeschränkte Sehfähigkeit deshalb eine besonders wichtige Rolle.
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Operation an beiden Augen
Nachdem die bisherigen Behandlungen keine dauerhafte Besserung gebracht hatten, entschieden sich die Tierärzte für eine sogenannte Vitrektomie. „Bei dieser Operation wird ein Teil des inneren Auges, nämlich des Glaskörpers, ausgespült“, erklärt Dr. Kirstin Brandt von der Hanseklinik für Pferde.
Wie jede Operation unter Vollnarkose ist auch dieser Eingriff mit Risiken verbunden. „Natürlich besteht das Risiko der Vollnarkose, außerdem kann es zu Komplikationen wie Blutungen oder Infektionen kommen“, sagt die Tierärztin. Solche Komplikationen seien insgesamt jedoch „ausgesprochen selten“.
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Die Erfolgsaussichten sind dagegen hoch. Das wichtigste Ziel sei zunächst, die wiederkehrenden Schmerzen dauerhaft zu stoppen. „Da haben wir eine Erfolgsquote von um die 95 Prozent, vielleicht auch etwas darüber“, so Brandt.
Darüber hinaus soll die Operation das Sehvermögen der Tiere erhalten. Ob das gelingt, hängt allerdings davon ab, wie stark die Augen bereits vorgeschädigt sind.
Heute ist Rabauke wieder im Dienst
Im Fall von Rabauke verlief die Behandlung erfolgreich. Nach Angaben der Polizei Braunschweig ist das Dienstpferd inzwischen wieder vollständig genesen und im Einsatz.
Die Reiterstaffel setzt den Wallach erneut bei ihren unterschiedlichen Aufgaben ein. Dazu gehören Streifenritte ebenso wie Einsätze bei Fußballspielen und Demonstrationen. In den Sommermonaten unterstützt die Staffel zudem Naturschutzgebiete wie die Niedersächsische Elbtalaue oder den Naturpark Südheide.