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Männliche Pferde

Kennen Sie den Unterschied zwischen Hengst und Wallach?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Hengst und einem Wallach?
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Hengst und einem Wallach? Foto: Getty Images
Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

29. September 2026, 13:08 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Dass Stuten weibliche Pferde sind, wissen die meisten. Doch was genau unterscheidet einen Hengst von einem Wallach? PETBOOK erklärt, welche Rolle die Kastration dabei spielt und wie sie das Verhalten beeinflussen kann.

Hengst oder Wallach – wo liegt der Unterschied?

Der wichtigste Unterschied zwischen Hengst und Wallach ist die Kastration: Ein Hengst ist ein nicht kastriertes männliches Pferd, ein Wallach hingegen ein kastriertes männliches Pferd. Hengste können sich fortpflanzen und zeigen aufgrund ihrer Geschlechtshormone häufig stärkeres Paarungs-, Imponier- oder Konkurrenzverhalten.

Wallache gelten dagegen oft als ruhiger und leichter zu halten. Das trifft jedoch nicht auf jedes Pferd zu. Auch Charakter, Alter, Haltung, Erziehung und bisherige Erfahrungen beeinflussen sein Verhalten. Zudem kann erlerntes Hengstverhalten nach einer späten Kastration teilweise bestehen bleiben.

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Warum kastriert man Hengste?

Hengste werden vor allem kastriert, wenn sie nicht für die Zucht vorgesehen sind. Bei dem Eingriff werden beide Hoden entfernt. Dadurch wird das Pferd unfruchtbar und die Testosteronproduktion sinkt. Paarungs-, Imponier- und Konkurrenzverhalten können daraufhin abnehmen.

Viele Wallache reagieren weniger stark auf Stuten und lassen sich leichter in gemischten Gruppen halten. Eine Garantie für ein ruhiges Pferd ist die Kastration aber nicht. Das bedeutet jedoch auch nicht, dass Hengste grundsätzlich allein stehen müssen. Mit ausreichend Platz, einer passenden Gruppenzusammenstellung und fachkundiger Betreuung ist auch bei ihnen eine Gruppenhaltung möglich.

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Neben der leichteren Haltung und der Vermeidung von ungewolltem Nachwuchs kann es medizinische Gründe für eine Kastration geben. Dazugehören Erkrankungen und Verletzungen der Hoden sowie Kryptorchismus. Dabei sind ein oder beide Hoden nicht vollständig in den Hodensack abgestiegen.

Manche Halter warten bewusst länger mit der Kastration, weil sie sich mehr Ausdruck, Präsenz oder Muskelentwicklung versprechen. Allerdings kann sich Hengstverhalten mit der Zeit festigen. Der passende Zeitpunkt sollte deshalb immer individuell mit einem Tierarzt besprochen werden.

Wie läuft eine Kastration ab?

Vor der eigentlichen Kastration findet meist ein tierärztliches Vorgespräch statt. Dabei werden der Ablauf der Operation und mögliche Risiken besprochen. Anschließend untersucht der Tierarzt das Pferd und prüft unter anderem, ob beide Hoden im Hodensack liegen.

Da es verschiedene Kastrationsmethoden gibt, wird vorab entschieden, welches Verfahren für das Pferd geeignet ist. Der Eingriff kann unter bestimmten Voraussetzungen am Stall oder in einer Pferdeklinik erfolgen. Dabei wird das Pferd entweder im Stehen sediert und örtlich betäubt oder im Liegen unter Vollnarkose operiert. Anschließend werden beide Hoden entfernt und die Blutgefäße des Samenstrangs verschlossen.

Erfolgt der Eingriff unter geeigneten Bedingungen am Stall, werden die Wunden bei einer offenen Kastration nicht vollständig verschlossen. So können Blut und Wundsekret abfließen. Gerade dann müssen Halter auf eine sorgfältige Nachsorge und regelmäßige Wundkontrolle achten. In der Regel heilen die Wunden innerhalb von zwei bis drei Wochen ab.

Treten nach der Operation Komplikationen wie starke oder anhaltende Blutungen, Entzündungen, Fieber, deutliche Schwellungen oder Koliksymptome auf, sollte umgehend ein Tierarzt verständigt werden. 1

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Was ist ein Klopphengst?

Von außen scheinbar ein Wallach, im Körper aber noch ein Hengst: Was steckt dahinter? Dieses Phänomen kommt häufiger vor. Nach der Geburt müssen die Hoden nämlich erst in den Hodensack abwandern – normalerweise kann man bei Fohlen spätestens bis zum 12. Lebensmonat die Hoden ertasten. Es kann allerdings passieren, dass diese abgewandert sind. Oftmals liegen die Hoden dann nicht da, wo sie sollen, sondern in der Bauchhöhle oder im Leistenspalt. In der Veterinärmedizin nennt man das Kryptorchismus – umgangssprachlich nennt man diese Tiere Klopphengst. 2

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Woher kommt der Begriff Wallach?

Wie viele alte Wörter hat auch „Wallach“ eine lange Geschichte. Vollständig geklärt ist seine Herkunft allerdings nicht. Laut dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache ist das Wort seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Bezeichnung für einen kastrierten Hengst belegt.

Wahrscheinlich gelangte der Begriff über ostslawische Sprachen ins Deutsche. Mögliche Vorformen sind das mittelrussische „valoch“ oder „voloch“, das polnische „wałach“ und das tschechische beziehungsweise slowakische „valach“.3

Diese Bezeichnungen stehen vermutlich mit der Walachei in Verbindung. Hirten aus dem Gebiet der Karpaten soll eine besondere Form der Kastration zugeschrieben worden sein. Ursprünglich könnte „Wallach“ daher so viel wie „kastrierter Hengst aus der Walachei“ bedeutet haben. Seit dem 17. Jahrhundert ist das Wort auch in der deutschen Literatursprache verbreitet.

Die Kastration männlicher Pferde hat allerdings eine wesentlich längere Geschichte. Schon frühe Reitervölker wie die Skythen züchteten vor rund 2800 Jahren gezielt Pferde. Untersuchungen alter Pferdeknochen zeigen, dass sie Tiere unter anderem nach Körperbau, Schnelligkeit und Fellfarbe auswählten. Ob die Skythen ihre Hengste auch systematisch kastrierten, ist bislang jedoch nicht eindeutig belegt.4

Quellen

  1. pferdepraxis-reisinger.at, „Kastrationsmethoden und Risiken“ (aufgerufen am 29.09.2026) ↩︎
  2. tiermedizin-hochmoor.de, „Abdominale Kryptorchide“ (aufgerufen am ) ↩︎
  3. dwds.de, „Wallach, der“ (29.09.2026) ↩︎
  4. swr.de, „Das Reitervolk der Skythen machte Leder aus Menschenhaut“ (aufgerufen am 29.09.2026) ↩︎

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