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Grüner Star beim Hund – so erkennen Sie frühe Symptome

Alter HUnd mit getrübeten Linsen
Wie können Halter eigentlich ein Glaukom bei ihrem Hund erkennen? PETBOOK klärt über Ursachen und Anzeichen auf. (Symbolbild) Foto: Getty Images
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PETBOOK-Redaktion

16. März 2026, 13:44 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Viele Hundebesitzer bemerken zunächst nur Kleinigkeiten: Der Hund kneift ein Auge zu, reibt sich häufiger über das Gesicht oder das Auge wirkt gerötet. Oft scheint das harmlos. Doch hinter solchen unscheinbaren Veränderungen kann auch ein Glaukom beim Hund stecken – eine Augenerkrankung, die schnell ernst werden kann. PETBOOK erklärt, welche Symptome wichtig zu erkennen sind und warum schnelles Handeln entscheidend ist.

Wie ein Glaukom beim Hund entsteht

Damit ein Auge normal funktioniert, muss im Inneren ein stabiler Druck herrschen. Dafür sorgt eine klare Flüssigkeit, das sogenannte Kammerwasser. Sie wird im Ziliarkörper gebildet – einer Struktur im Auge, die auch die Linse hält und daran beteiligt ist, dass sich das Auge auf unterschiedliche Entfernungen einstellen kann. Das Kammerwasser versorgt das Auge mit Nährstoffen und hilft, die Form des Augapfels zu erhalten. Gleichzeitig wird die Flüssigkeit ständig neu gebildet und wieder abgeleitet. Der Abfluss erfolgt über den sogenannten Kammerwinkel. Dieser Bereich liegt zwischen Hornhaut und Iris.

In einem gesunden Auge besteht ein Gleichgewicht zwischen der Bildung und dem Abfluss des Kammerwassers. Dadurch bleibt der Augeninnendruck konstant.1

Bei einem Glaukom – auch „Grüner Star“ genannt – funktioniert dieser Abfluss nicht mehr richtig. Das Kammerwasser staut sich im Auge und der Druck steigt an. Der erhöhte Druck kann empfindliche Strukturen wie Netzhaut und Sehnerv schädigen. Beide sind entscheidend für das Sehen. Ohne Behandlung kann dies innerhalb kurzer Zeit zu einer Erblindung führen.

Warum Hunde Grünen Star bekommen

Ein Glaukom beim Hund kann verschiedene Ursachen haben. Tierärzte unterscheiden grundsätzlich zwischen einem Primärglaukom und einem Sekundärglaukom.

Beim Primärglaukom liegt die Ursache direkt im Auge. Häufig ist der sogenannte Kammerwinkel – also der Bereich, über den die Augenflüssigkeit abfließt – angeboren fehlgebildet. Dadurch kann das Kammerwasser schlechter abfließen und der Augeninnendruck steigt an. Bestimmte Hunderassen haben laut einer Info-Broschüre der Veterinärmedizinischen Universität Wien dafür eine genetische Veranlagung. Dazu gehören unter anderem Dackel, Pudel, Cocker Spaniel, Basset Hound, Chow-Chow und Dalmatiner. Das Primärglaukom tritt beim Hund häufig im Alter zwischen drei und sieben Jahren auf. Oft ist zunächst nur ein Auge betroffen, später kann jedoch auch das zweite Auge erkranken.2

Häufiger ist jedoch das Sekundärglaukom beim Hund. Dabei entsteht der erhöhte Augeninnendruck als Folge einer anderen Augenerkrankung. Eine mögliche Ursache ist eine Verlagerung der Linse (Linsenluxation). Dabei löst sich die Linse teilweise oder vollständig aus ihrer Aufhängung und kann den Abfluss des Kammerwassers blockieren. Auch chronische Entzündungen im Auge, Blutungen nach Verletzungen oder Fremdkörpern sowie Tumoren im Augeninneren können den Abfluss der Augenflüssigkeit stören. In manchen Fällen entwickelt sich ein Glaukom beim Hund auch nach Operationen am Auge.3

Symptome erkennen

Ein Glaukom beim Hund ist in der Regel sehr schmerzhaft. Trotzdem sind die ersten Anzeichen für Halter oft schwer zu erkennen, weil sie anfangs unspezifisch wirken und leicht mit einer einfachen Augenreizung verwechselt werden können.

Typische Symptome, die im Alltag auffallen können, sind zum Beispiel:

  • Gerötete oder tränende Augen
  • Hund kneift das betroffene Auge zusammen oder hält es häufiger geschlossen
  • Vermehrtes Reiben am Auge
  • Lichtempfindlichkeit
  • Empfindlichkeit am Kopf
  • Rückzug, Apathie oder weniger Appetit

Mit fortschreitender Erkrankung können weitere Veränderungen auftreten:

  • Trübung der Hornhaut
  • Weitgestellte Pupille, die sich bei Lichteinfall kaum oder gar nicht mehr zusammenzieht
  • Sehprobleme, der Hund stößt häufiger gegen Gegenstände
  • Vergrößerung des Augapfels, wenn der erhöhte Augeninnendruck länger besteht

Ohne Behandlung kann ein Glaukom beim Hund innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu einer dauerhaften Schädigung der Netzhaut und damit zur Erblindung führen. Deshalb gilt die Erkrankung als tiermedizinischer Notfall.

Wie Tierärzte ein Glaukom beim Hund feststellen

Besteht der Verdacht auf ein Glaukom, misst der Tierarzt zunächst den Augeninnendruck. Diese Untersuchung wird Tonometrie genannt. Dabei wird mit einem speziellen Messgerät der Druck im Auge bestimmt.

Zusätzlich untersucht der Tierarzt das Auge genau, um mögliche Ursachen für den erhöhten Druck zu erkennen. Besteht der Verdacht auf ein Primärglaukom, kann eine sogenannte Gonioskopie durchgeführt werden. Dabei wird der Kammerwinkel – also der Bereich, über den die Augenflüssigkeit abfließt – mit speziellen Instrumenten betrachtet, um Fehlbildungen oder Veränderungen festzustellen.

Je nach Befund können weitere Untersuchungen notwendig sein, um andere Augenerkrankungen auszuschließen oder die genaue Ursache des Glaukoms beim Hund zu klären.

Wie wird Grüner Star behandelt?

Bei einem Glaukom beim Hund muss der erhöhte Augeninnendruck möglichst schnell gesenkt werden. Dafür kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, zum Beispiel Augentropfen, Tabletten, Injektionen oder Infusionen. Sie sollen entweder die Produktion des Kammerwassers verringern oder den Abfluss der Flüssigkeit im Auge verbessern. Zusätzlich erhalten viele Tiere Medikamente gegen Schmerzen und Entzündungen.

Reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein. Dabei werden beispielsweise Laserverfahren oder Vereisungen bestimmter Strukturen im Auge eingesetzt, um die Bildung des Kammerwassers zu reduzieren. Ist das Auge bereits dauerhaft erblindet oder lässt sich der Augeninnendruck nicht mehr ausreichend kontrollieren, kann in schweren Fällen eine Entfernung des Auges (Enukleation) notwendig sein, um dem Tier die Schmerzen zu nehmen.

Welche Behandlung gewählt wird, hängt unter anderem von der Ursache des Glaukoms, dem Zustand des Auges sowie vom Alter und allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes ab.

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Wie sind die Aussichten beim Glaukom beim Hund?

Ein Glaukom beim Hund zählt zu den schwerwiegenden Augenerkrankungen. Die Prognose hängt vor allem davon ab, wie früh die Erkrankung erkannt und behandelt wird. Bereits innerhalb von 24 bis 48 Stunden kann ein stark erhöhter Augeninnendruck die Netzhaut dauerhaft schädigen.

Auch die Ursache des Glaukoms und der allgemeine Gesundheitszustand des Hundes beeinflussen den Verlauf. Viele Tiere sprechen zunächst gut auf eine Behandlung an. Dennoch lässt sich der Augeninnendruck häufig nicht dauerhaft im normalen Bereich halten. Nach einer erfolgreichen Therapie können erneute Druckanstiege auftreten. Deshalb sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, um den Augeninnendruck langfristig zu überwachen.

Vorbeugung und Management

Eine gezielte Vorbeugung gegen ein Glaukom beim Hund ist meist nicht möglich – besonders dann nicht, wenn eine genetische Veranlagung vorliegt. Bei Hunderassen mit bekanntem Risiko kann es jedoch sinnvoll sein, die Augen regelmäßig tierärztlich untersuchen zu lassen und auf frühe Veränderungen zu achten. Gerötete, schmerzende oder trüb wirkende Augen sollten immer zeitnah abgeklärt werden. Ein frühes Erkennen der Erkrankung kann entscheidend sein, um Schmerzen zu reduzieren und die Sehfähigkeit möglichst lange zu erhalten.

Quellen

  1. vetmeduni.ac.at, „DAS GLAUKOM / DER GRÜNE STAR“ (aufgerufen am 16.03.2026) ↩︎
  2. tierklinikrostock.de, „Glaukom beim Hund = Grüner Star“ (aufgerufen am 16.03.2026) ↩︎
  3. tiermedizinportal.de, „Grüner Star (Glaukom) beim Hund – Was man dagegen tun kann“ (aufgerufen am 16.02.2026) ↩︎

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