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Tipps und Maßnahmen

Die 7-Sekunden-Regel sollten alle Hundehalter kennen

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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

16. Juli 2026, 12:56 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Steigen die Temperaturen im Sommer auf über 30 Grad, verlieren viele Hunde plötzlich die Lust am Gassigehen. Kein Wunder: Heißer Asphalt, pralle Sonne und dichtes Fell machen Spaziergänge schnell zur Belastung. Doch mit ein paar einfachen Maßnahmen – allen voran der 7-Sekunden-Regel – lassen sich Verbrennungen und Hitzestress oft vermeiden. PETBOOK-Redakteurin Saskia Schneider verrät, welche Tipps sich mit ihrer Zwergspitzhündin Yumi im Großstadt-Sommer bewährt haben.

Asphalt prüfen

Viele Hunde bleiben an warmen Tagen plötzlich stehen oder laufen nur widerwillig weiter. Oft liegt das nicht an der Lufttemperatur, sondern am heißen Asphalt. Schon bei etwa 25 Grad Außentemperatur kann sich der Boden laut Vier Pfoten auf mehr als 50 Grad aufheizen.

Wie heiß der Asphalt wird, hängt auch immer davon ab, wie sonnig der Tag schon war, ob es zwischendurch geregnet hat oder wie der Boden beschaffen ist – also ob er aus Ziegelsteinen oder Teer besteht. Bevor Ihr Hund losläuft, machen Sie deshalb den 7-Sekunden-Test: Legen Sie den Handrücken auf den Asphalt. Halten Sie die Hitze keine sieben Sekunden aus, ist der Boden auch für Hundepfoten zu heiß.

Morgen- und Abendstunden nutzen

Die wichtigste Regel an heißen Tagen: Längere Spaziergänge möglichst in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegen. Dann ist nicht nur die Luft angenehmer, sondern auch der Boden deutlich kühler. Allerdings muss man hierfür auch seinen eigenen Tagesrhythmus anpassen. So gehe ich in der Regel mittags lieber eine längere Runde, da Yumi ein Morgenmuffel ist.

Wasser mitnehmen

Für längere Spaziergänge gehört im Sommer immer eine Flasche Wasser ins Gepäck. Allerdings nicht nur zum Trinken. Mit etwas Wasser am Bauch oder an den Innenseiten der Beine lässt sich ein überhitzter Hund deutlich besser abkühlen.

Dafür aber bitte nicht einfach den Hund mit Wasser übergießen (alles schon gesehen!). Bei langhaarigen Rassen wie Zwergspitzen würde das ohnehin nichts bringen, da durch das dichte Fell so schnell kein Tropfen auf die Haut dringt.

Besser ist es, die Körperstellen beim Hund mit Wasser zu benetzen, an denen das Fell eher licht bzw. nicht so dicht ist. Das sind meist der Bauch sowie die Innenseiten der Beine. Da hier auch größere Blutgefäße verlaufen, ist der Kühlungseffekt merklich.

Abkühlung zwischendurch planen

Um das Gassigehen in der Hitze erträglicher zu machen, plane ich – wenn möglich – Stopps mit der Möglichkeit zum Abkühlen ein. Das kann ein Teich im Park sein, der Springbrunnen (eigentlich für Hunde verboten, aber die Stadt Berlin ist hier meist sehr tolerant) oder auch ein See. Hierbei sollte man vorher aber immer die Wasserqualität überprüfen und auch sonst auf einiges achten.

Auch interessant: 9 Dinge, die Sie beim Schwimmen mit Hund beachten sollten

Keine Spiele bei hohen Temperaturen

Ballspiele oder wildes Toben sollten an heißen Tagen tabu sein. Viele Hunde würden trotz Hitze weitermachen – nicht weil sie noch können, sondern weil sie so viel Spaß haben. Im schlimmsten Fall endet das mit einem Hitzschlag.

Vertrauen Sie nicht darauf, dass Hund schon merken wird, wann es ihm genug ist. Manche Vierbeiner haben so viel Spaß oder sogar schon ein Suchtverhalten beim Ballspielen entwickelt, dass sie so lange weitermachen, bis ihr Kreislauf kollabiert. Daher gilt: Egal, wie sehr der Hund auch jammert und das tägliche Spiel zur Routine beim Gassi gehört: Ball und Co. besser Zuhause lassen oder zum Spielen an den See fahren.

Hund nicht zum Laufen zwingen

Die meisten Hunde zeigen an, wenn es ihnen beim Spaziergang zu heiß wird und sie nicht mehr können – oder wollen. Das sollte man als Halter respektieren und den Vierbeiner nicht zum Laufen zwingen. Das ist zwar die ersten Male frustrierend, denn oft plant man neben dem Gassigang noch andere Dinge ein (Müll wegbringen, Brötchen holen).

Mit der Zeit sollte man seinen Hund aber kennen und wissen, ab welcher Temperatur nicht mehr als ein kurzer Gang auf die Wiese drin ist. Bleibt Ihr Hund plötzlich stehen oder möchte umkehren, steckt dahinter oft keine Sturheit, sondern Überforderung. Hören Sie auf diese Signale und verkürzen Sie den Spaziergang lieber.

Schattige Wege suchen

Auch wenn man in Großstädten wie Berlin besonders unangenehm wird, gibt es einen Vorteil: Hier gibt es viele Straßenbäume, hohe Häuser und es führen viele Wege ans Ziel. Meist reicht es schon, die Straßenseite zu wechseln, um im Schatten zu laufen. Das ist auch für den Hund angenehmer und eine Möglichkeit, auch beim Gassigehen in der Hitze größere Strecken zurückzulegen. Dafür lohnt es sich sogar manchmal, Umwege durch einen Park zu laufen und vielleicht noch in den Genuss einer Abkühlung für den Vierbeiner im Teich oder Springbrunnen zu kommen.

Auf Zeichen beim Hund achten

Nicht alle Hunde zeigen ihren Besitzern so deutlich an, dass ihnen gerade zu warm ist und sie nicht weiterlaufen möchten. Vor allem bei Rassen wie dem Mops oder der Französischen Bulldogge, die ohnehin viel hecheln, scheint es vielen Haltern gar nicht aufzufallen, dass ihr Tier sich gerade unter höchstem Stress fortbewegt. Manche interpretieren das langsame Zurückfallen sogar als Trödeln und schimpfen den Hund auch noch aus. Hechelt der Hund in hoher Frequenz, ist das ein deutliches Zeichen, dass es ihm zu warm ist. Das sollte man immer ernst nehmen.

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Auch Hunde lieben Eis

Wir Menschen lieben es, im Sommer Eis zu essen. Selbst wenn das nicht wirklich für Abkühlung sorgt und wissenschaftlich gesehen sogar eher noch das Gegenteil bewirken kann, gibt es uns doch ein gutes Gefühl im Sommer. Das trifft auch auf unsere Hunde zu.

Da Milch-, Sahne – und eigentlich auch Wassereis – für die Vierbeiner aber eher ungesund sind, sollte man entweder auf spezielles Hundeeis zurückgreifen oder es einfach selbst machen.

„Warum scherst du den Hund nicht?“

Kaum steigen die Temperaturen, höre ich immer wieder dieselbe Frage: „Warum scherst du deinen Hund nicht einfach?“ Die Antwort überrascht viele. Denn das doppelte Haarkleid aus Unterwolle und Deckhaar schützt Rassen wie Spitz, Husky oder Schäferhund nicht nur vor Kälte. Es dämmt bis zu einem gewissen Grad auch Hitze ab.

Schert man den Hund, kann dies nicht nur dazu führen, dass die Tiere Sonnenbrand bekommen. Die Fellstruktur ist in ihrer Funktion auch teils irreversibel gestört. Das kann sogar zum Haarausfall und kahlen Stellen führen. Also gilt bei langhaarigen Hunden wohl dasselbe bei Hitze wie beim Menschen: einfach aushalten.1

Quellen

  1. von-den-kleinen-woelfen.de, „Von der Unart, langhaarige Hunde zu scheren“ (aufgerufen am 16.07.2026) ↩︎

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