28. August 2026, 6:04 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
Viele Katzen schnarchen im Schlaf. Oft steckt nur eine bestimmte Liegeposition oder tiefe Entspannung dahinter. Beginnen die Atemgeräusche jedoch plötzlich oder werden deutlich lauter, sollten Halter genauer hinsehen. Welche Ursachen harmlos sind und wann ein Tierarztbesuch ratsam ist.
Diese Schnarchgeräusche sind meist harmlos
Schnarcht eine Katze schon seit Jahren leise vor sich hin, ist das meist unbedenklich. Fallen die Geräusche jedoch plötzlich auf oder verändern sie sich, sollten Halter genauer hinhören. Denn hinter dem Schnarchen können sowohl harmlose als auch behandlungsbedürftige Ursachen stecken. Diese Hinweise sprechen eher für eine harmlose Erklärung:
- die Katze schnarcht seit längerer Zeit/das Schlafverhalten ändert sich nicht plötzlich
- das Schnarchen ist leise und hat immer dieselbe Frequenz und Tonhöhe
- das Tier hat beim Schnarchen keine plötzlichen Aussetzer und wacht dabei nicht auf
Weitere ungefährliche Ursachen sind unter anderem:
Schlafposition
Schnarcht die Katze nur in bestimmten Schlafpositionen, steckt oft nichts Ernstes dahinter. Liegt sie mit erhöhtem Kopf auf einem Kissen oder auf dem Rücken, können die Atemwege leicht verengt werden. Auch zusammengerollte Katzen schnarchen manchmal deshalb. Tritt das Geräusch nur in diesen Positionen auf, besteht meist kein Grund zur Sorge.
Wohlbefinden
Manchmal ist Schnarchen sogar ein Zeichen dafür, dass sich die Katze besonders wohlfühlt. Im Tiefschlaf entspannt sich die Muskulatur im Rachenbereich, die Atemwege werden etwas enger und es entstehen leichte Schnarchgeräusche. Viele Halter kennen dieses leise Schnurren und Schnarchen von Katzen, die völlig entspannt neben ihnen schlafen.
Polypen
Die Schnarchgeräusche der Katze könnten auch von der Bildung von Polypen im Nasen- oder Rachenraum stammen. Kleinere Polypen, die unverändert bleiben, sind mehrheitlich kein Grund zur Sorge. Sie müssen in vielen Fällen nicht operativ entfernt, aber durchaus beobachtet werden.
Rassetypisches Schnarchen
Bei manchen Katzen gehört Schnarchen fast zum Alltag. Vor allem Perserkatzen oder Britisch Kurzhaar haben durch ihre kurzen Nasen und Schnauzen häufiger Atemgeräusche im Schlaf. Solange die Tiere keine Atemprobleme haben und erholt wirken, ist das meist unbedenklich.
Warum Hunde schnarchen und was dagegen hilft
Asthma beim Hund – wenn dem Vierbeiner der Atem ausgeht
Medizinische Gründe dafür, dass die Katze schnarcht
Beginnt eine Katze plötzlich zu schnarchen, sollten Halter aufmerksam werden. Vor allem dann, wenn die Atemgeräusche zuvor nie aufgetreten sind oder sich innerhalb kurzer Zeit deutlich verstärken. Hinter dem Schnarchen können verschiedene Erkrankungen stecken, die tierärztlich abgeklärt werden sollten.
Oft treten zusätzlich weitere Symptome auf. Diese Anzeichen können darauf hindeuten, dass mehr als eine harmlose Schlafposition hinter den Atemgeräuschen steckt:
- das Tier bekommt auch im Wachzustand schlechter Luft
- die Katze röchelt im Schlaf
- sie hat Atemaussetzer
- sie wird immer wieder wach und kann nicht entspannt schlafen
- das Tier zeigt weitere Symptome wie Gewichtsverlust, Niesen, Schniefen, Atemgeräusche, Fieber oder Appetitverlust
Auch interessant: Wie erkennt man einen guten Tierarzt?
Bei diesen Warnzeichen sollte die Katze zum Tierarzt
Hinter plötzlichem Schnarchen können verschiedene Erkrankungen oder gesundheitliche Probleme stecken. Besonders häufig spielen Übergewicht, Atemaussetzer, Allergien oder Erkrankungen der Atemwege eine Rolle. Doch auch Verletzungen, Parasiten oder Fremdkörper können die Atmung beeinträchtigen und zu den nächtlichen Geräuschen führen.
Infekte
Wenn das plötzliche Schnarchen der Katze auch von Röcheln begleitet wird, ist dies in den meisten Fällen ein Zeichen für einen Infekt in den Atemwegen. Auch Katzen können Bronchitis, Lungenentzündung oder grippale Infekte bzw. Erkältungen bekommen. Schnarchen kann aber auch ein Zeichen für Katzenschnupfen oder -husten sein.
Häuft sich das Schnarchen zu bestimmten Jahreszeiten, kann dies auch an saisonal auftretenden Krankheiten liegen. Gerade, wenn die Katze zu Erkältungen neigt, kann man ihr bereits, bevor der Herbst beginnt, einen wärmeren Schlafplatz einrichten.
Übergewicht
Schnarcht eine Katze und nimmt gleichzeitig zu, kann Übergewicht dahinterstecken. Die zusätzlichen Fettpolster können die Atemwege verengen und die Atmung erschweren. Ähnlich wie beim Menschen gilt Schnarchen deshalb oft als erstes Warnsignal.
Apnoe
Apnoe – oder auch nächtliche Atemaussetzer – sind in vielen Fällen ebenfalls durch Übergewicht bedingt, können aber auch andere Ursachen wie Epilepsie haben. Im schlimmsten Fall werden die Luftröhre und Lunge so beeinträchtigt, dass die Atmung der Katze während des Schlafes komplett aussetzt. Das Schnarchen ist in diesem Fall recht laut und verstummt dann wieder ganz. Ist die Atemnot der Katze fortgeschritten, wachen die Tiere auf, da ihr Gehirn ihnen signalisiert, dass sie ersticken.
Apnoe tritt in zwei Formen auf: kurze, wiederkehrende oder aber längere Atemstillstände. Während der Aussetzer entsteht ein Sauerstoffmangel, der zu ernsthaften Schäden an Gehirn und Herz-Kreislauf-System führen kann. Daher sollte man bei allen Formen der Atemaussetzer definitiv einen Tierarzt aufsuchen.
Allergien
Auch Allergien können zu verengten Atemwegen bei der Katze führen. Gerade, wenn bei dem Tier bereits Unverträglichkeiten bekannt sind, kann allergisches Schnarchen ein Zeichen für einen sich verschlimmernden Zustand sein, der beginnt sich auf Lunge und den gesamten Atmungsapparat auszuwirken.
Diese Form des Schnarchens lässt sich leicht von den anderen abgrenzen, wenn es bei verschiedenen Schlafplätzen unterschiedlich stark vorkommt. Hat das Tier beispielsweise eine Hausstauballergie, schnarcht es weniger, wenn es ein Nickerchen auf dem Boden macht, als wenn es sich ein Plätzchen auf einer Decke, dem Teppich oder der Heizung sucht.
Asthma
Schnarchen allein ist selten das einzige Anzeichen von Asthma. Es gibt allergisches Asthma, aber auch Belastungsasthma. Beide Formen können auch bei Katzen vorkommen. In diesen Fällen verschlimmert sich das Schnarchen meist durch Hausstaub, trockene oder kalte Luft oder auch aufgewirbelte, staubende Katzenstreu. Asthma macht sich darüber hinaus durch Husten oder sogar Anfälle bemerkbar, bei denen die Tiere nicht mehr ausatmen können.
Auch interessant: Wie erkenne ich eine Pollenallergie bei Hund und Katze?
Verletzungen
Auch Verletzungen im Nasen- und Rachenraum können zu Schnarchen bei Katzen führen. Sehr scharfkantiges Katzengras kann beim Kauen zu Reibung oder Rissen in den Schleimhäuten führen, die dann anschwellen und die Atmung behindern. Dies kann sowohl im Rachen, dem Maul als auch in der Nase geschehen.
Aber auch, wenn sich die Katze beim Spielen oder auf der Jagd verletzt hat, sprich sich Nase oder Kopf angestoßen hat, kann es zu einer Behinderung der Atemwege durch Flüssigkeitsansammlung kommen. Meist versuchen die Tiere, diese körperlichen Symptome gut zu verstecken und sich zu putzen, sodass man nicht direkt Blut oder Wundflüssigkeit entdeckt. Die Verletzung fällt erst dann auf, wenn die Katzen entspannt sind und zu schnarchen beginnen.
Meine Erfahrung mit Schnarchen bei Katzen
„Mein Kater Remo schnarcht vor allem, wenn er sich zusammengerollt hat und sich besonders wohlfühlt. Häufig höre ich ein kurzes Aufschnarchen, wenn er neben mir auf dem Schreibtisch liegt, gefolgt von einem leichten Schmatzen. Das ist völlig normal und niedlich dazu.
Allerdings hatte er 2023 auch eine Phase, in der er unentwegt nachts in mein Ohr schnarchte, wenn er neben mir auf seinem Kissen lag. In diesem Fall war dies einem beginnenden Übergewicht geschuldet. Es machte sich auch dadurch bemerkbar, dass Remo beim Spielen schnell abgehetzt war und schwer atmete. Dieses Schnarchen hat sich jedoch wieder gegeben, seitdem er auf Diät gesetzt wurde. “– Louisa Stoeffler, PETBOOK-Redakteurin
Parasiten
Würmer oder Parasiten können zu Schwellungen der Luftröhre und Befall der Lunge führen. Besonders Freigänger sollten regelmäßig entwurmt werden, da Katzen von vielen verschiedenen Würmern, u. a. Spul-, Band- oder Hakenwürmern, befallen sein können. In der Regel wird ein Wurmbefall jedoch lange, bevor er die Atemwege erreicht, behandelt. Anders verhält es sich bei Lungenwürmern, welche zwar relativ selten bei Katzen auftreten, die aber aufgrund des direkten Befalls des Atemorgans schnell behandelt werden müssen.
Fremdkörper
Je nachdem, wie sich die Katze ernährt, können auch Fremdkörper, wie Federn- oder Knochenstücke, die Atemwege beeinträchtigen. Wenn das Tier nicht dazu in der Lage ist, diese Fremdkörper selbst herauszuwürgen oder herauszuhusten, muss der Tierarzt helfen.
Tumore
Größere Polypen und Wucherungen könnten die Atmung des Tieres beeinträchtigen und zu mangelnder Sauerstoffversorgung der Katze führen. Diese sollten durch den Tierarzt begutachtet und dann entweder abgetragen oder komplett entfernt werden.
Gerade bösartige Wucherungen können die Atemwege der Katze von innen sowie außen beeinträchtigen. In diesen Fällen ist das Schnarchen häufig nicht das einzige Symptom, sondern das Tier hat ebenfalls Atembeschwerden, wenn es wach ist oder frisst. Die Heilungschancen bei Krebserkrankungen sind jedoch gut, solange er nur früh erkannt und behandelt wird.
- Katzenwelt.net, „Katze schnarcht“ (aufgerufen am 28.08.2026)
- Agila.de,„Wenn die Katze schnarcht“ (aufgerufen am 28.08.2026)
- TheSprucePets.com, „What to Do if Your Cat Is Snoring“ (aufgerufen am 28.08.2026)