Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
Ausprobiert

Mit diesem Handy-Trick sollen Zecken auf Hunden sichtbar werden

Eine Zecke sitzt auf dem Fell eines Hundes
Im Frühling wimmelt es in Wäldern und auf Feldern wieder voller Zecken. Mit einem einfachen Trick soll man sie schnell im Fell des Hundes finden können Foto: Getty Images
Artikel teilen

19. Mai 2026, 12:31 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Wer mit seinem Hund durch Wald, Wiese oder hohes Gras spaziert, kennt die anschließende Zeckenkontrolle nur zu gut. Denn die Blutsauger können Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen und sollten deshalb möglichst früh entdeckt werden. Gerade geht dafür ein neuer Handy-Hack viral: Mit der Lupenfunktion und einem umgekehrten Farbfilter sollen sich Zecken im Fell deutlich leichter finden lassen. PETBOOK-Redakteurin Jasmin Reddmann hat es an ihrem Labrador Hector ausprobiert. Funktioniert der Zecken-Trick wirklich so gut, wie alle sagen?

So soll der Zecken-Trick funktionieren

Zecken sind nicht nur lästig, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen – etwa Borreliose oder FSME. In seltenen Fällen können diese Erkrankungen schwere Komplikationen verursachen und sogar tödlich enden.

Dementsprechend ist die Idee hinter dem viralen Zecken-Trick nicht nur simpel, sondern effektiv. Man aktiviert auf seinem Smartphone die Lupenfunktion. Dort kann man den Filter „Invertiert“ einstellen. Dadurch werden dunkle Farben hell dargestellt und umgekehrt. Zecken sollen damit im Fell oder auf der Haut deutlicher sichtbar werden. Vor allem die winzigen Nymphen, die man leicht übersieht, stechen einem damit angeblich ins Auge.

Im Netz klingt das Ganze beinahe revolutionär. Zecken würden plötzlich „leuchten“, heißt es dort teilweise. Vor allem bei dunklem Fell erscheint der Tipp tatsächlich ziemlich sinnvoll.

Auch interessant: Zeckenschutz beim Hund – Bernsteinketten und Knoblauch helfen nicht

Die Theorie ergibt absolut Sinn

Mein Hund Hector ist ein brauner Labrador. Gerade kleine Zecken verschwinden in seinem Fell optisch schnell. Dieser simple Trick mit dem eigenen Handy würde mir viel Zeit ersparen, ihn nach jedem Waldspaziergang mühselig nach den blutsaugenden Parasiten abzusuchen.

Nur einen Tag, nachdem ich auf den Trick aufmerksam geworden bin, konnte ich mein Handy mit Lupenapp direkt zücken. Und fairerweise: Ganz falsch ist der Trick nicht. Auf meinen Fotos sieht man durchaus, dass sich die Zecke durch den invertierten Filter stärker vom Fell abhebt. Doch hier kommt mein großes Aber: Es hat nur so gut funktioniert, wenn die Zecke noch gut sichtbar an der Oberfläche krabbelt.

Unterschied zwischen invertiertem und normalen Bild von einer Zecke auf Fell
Auch am Rücken ist die Zecke sowohl mit als auch ohne dem Filter erkennbar – aber nur, wenn das Fell etwas beiseite geschoben wird Foto: Petbook / Jasmin Reddmann

In der Praxis war es deutlich mühsamer als gedacht

Sobald die Zecke etwas tiefer im Fell sitzt oder gänzlich zwischen den Haaren verschwunden ist, hilft der Filter kaum noch. Um die Blutsauger mit der Handy-Lupe überhaupt zu erkennen, muss man das Fell trotzdem sorgfältig, am besten Strähne für Strähne durchsuchen. Und wenn ich ohnehin schon jede Haarpartie einzeln kontrolliere, brauche ich persönlich nicht zusätzlich noch ein Smartphone in der anderen Hand.

Besonders kompliziert wurde es für mich am Kopfbereich. Mit einer Hand das Fell auseinanderhalten, mit der anderen das Handy führen und gleichzeitig versuchen, die Zecke nicht aus dem Blick zu verlieren – das ist ehrlich gesagt ziemlich fummelig. Vor allem, wenn sich der Hund bewegt.

Mehr zum Thema

Selbst entspannte Hunde finden das irgendwann nervig

Hector lässt sich wirklich viel gefallen und bleibt beim Absuchen meistens ruhig sitzen. Trotzdem merkte ich schnell: Gerade am Kopf findet er das Herumhantieren mit dem Handy direkt vor seinem Gesicht ziemlich unangenehm.

Sobald er den Kopf leicht wegdreht oder sich bewegt, verliert man die winzige Zecke im Fell. Besonders frustrierend ist das, wenn sie sich bereits festgebissen hat. Dann muss man erst das Handy weglegen, um eine Zeckenzange oder Karte zu holen – und die Sucherei beginnt von vorne.

Eine Zecke auf dem Kopf eines Hundes. Vergleich zwischen Lupenhack und Realität
Durch den invertiert Filter sieht man die Zecke auf Hectors Kopf deutlich. Doch auch ohne ist sie gut zu erkennen Foto: Petbook / Jasmin Reddmann

Mein Fazit zum viralen Zecken-Trick

Ich verstehe, warum der Smartphone-Hack gerade so viele Klicks bekommt. Die Idee klingt clever und unkompliziert. Zudem ist sie sehr modern. Immerhin haben die meisten Menschen ihr Handy immer griffbereit. Und ja, auf meinen Fotos ist der Effekt hinter dem Lupen-Hack schon sichtbar.

Im Alltag hat er mich persönlich aber nicht überzeugt. Die Zecken, die ich bei Hector gefunden habe, hätte ich ehrlich gesagt auch schneller ohne Handy, einfach mit den Augen oder beim Abtasten des Fells, entdeckt. Für mich war das Absuchen mit Smartphone letztlich mühsamer als ohne. Wenn ich meinen Hund nach einem Spaziergang kontrolliere, konzentriere ich mich lieber direkt aufs Fell, statt zusätzlich noch mit Kamera, Filter und Lupe herumzuhantieren.

Hilfreich scheint die Funktion dann zu sein, wenn die Zecke noch offen auf der Felloberfläche krabbelt. Das könnte vor allem bei Hunden mit schwarzem Fell durchaus sinnvoll sein, um schwarze Zecken ausfindig machen zu können. In meinem Fall war der kleine Blutsauger mit rötlicher Färbung auf Hectors braunem Fell auch gut ohne Handy sichtbar.

Wer damit zurechtkommt oder dadurch überhaupt erst gründlicher sucht, dem kann der Trick durchaus helfen. Denn das Wichtigste bleibt am Ende ohnehin, Zecken möglichst früh zu entdecken und das egal, ob mit Handy oder ohne.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.