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Durch Zecken übertragen

Auch Katzen können Borreliose bekommen – das sind die Symptome

Katze hat eine Zecke am Kinn
Sommerzeit ist auch Zeckenzeit – doch können Katzen auch an Borreliose erkranken? Foto: picture alliance / Zoonar | Elena Grishina
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Volontärin

2. April 2026, 6:23 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Mit den warmen Monaten beginnt auch die Zeckenzeit. Die kleinen Parasiten sind nicht nur lästig, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen, darunter Borreliose. Was heißt das für Katzen – und worauf sollten Halter achten? PETBOOK klärt auf.

Was ist Borreliose?

Borreliose – auch als Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit bekannt – ist eine bakterielle Infektion, die durch Borrelien (Borrelia burgdorferi) ausgelöst wird. Übertragen werden die Erreger in erster Linie durch Zecken, die sie beim Blutsaugen auf ihre Wirte weitergeben. Sie zählt zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen in Europa.1

Können Katzen Borreliose bekommen?

Die Antwort lautet: Ja, auch Katzen können an Borreliose (Lyme-Borreliose) erkranken. Zwar tritt die Krankheit bei ihnen deutlich seltener auf als bei Hunden, ausgeschlossen ist eine Infektion jedoch nicht. Die Erreger sitzen dabei im Magen-Darm-Trakt der Zecken, insbesondere beim Gemeinen Holzbock. Beim Blutsaugen gelangen sie über den Speichel der Zecke in den Körper der Katze.

Die Übertragung von Borreliose-Erregern dauert in der Regel zwischen zwölf und 48 Stunden. Je länger die Zecke unentdeckt bleibt, desto höher ist somit das Risiko einer Übertragung. Das bedeutet auch umgekehrt: Je früher man eine Zecke entdeckt und entfernt, desto besser.

Besonders Freigänger-Katzen sind gefährdet, doch auch Wohnungskatzen sind nicht vollständig geschützt – etwa wenn die Parasiten über Kleidung oder andere Haustiere eingeschleppt werden.

In diesen Gebieten besteht hohes Borreliose-Risiko

Borreliose kann theoretisch überall in Deutschland auftreten – und ist in Europa die mit Abstand häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung– egal, ob Tier oder Mensch. Besonders gefährdet sind Regionen mit hoher Zeckendichte. Dort steigt nicht nur das Risiko für Borreliose, sondern auch für andere Infektionen wie FSME. Während bei FSME durch die bundesweite Meldepflicht verlässliche Jahresstatistiken entstehen, aus denen offizielle FSME-Risikogebiete abgeleitet werden können, ist das bei Borreliose anders.2

Eine einheitliche Meldepflicht besteht nicht, weshalb es keine offizielle Karte mit Borreliose-Risikogebieten gibt. Zu den bekannten FSME-Risikogebieten zählen laut RKI vor allem Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und das südöstliche Thüringen. Auch Mittelhessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Teile Niedersachsens sowie Nordrhein-Westfalen gelten als Regionen mit gehäuftem FSME-Vorkommen.

Symptome von Borreliose bei Katzen

Borreliose bei Katzen verläuft oft unspezifisch oder sogar symptomlos, was die Erkrankung schwer erkennbar macht. Wenn Symptome auftreten, entwickeln sie sich meist schleichend und ähneln anderen Krankheiten. Die ersten Anzeichen können zudem Wochen oder sogar Monate nach einem Zeckenstich auftreten. Selbst die typische Wanderröte, ein roter Ring um die Einstichstelle, bleibt bei Katzen oft unbemerkt, da sie unter dem Fell kaum sichtbar ist. Dennoch gibt es typische Signale, auf die Katzenhalter achten sollten:

  • Lahmheit
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Verhaltensänderungen
  • Gelenkschwellungen oder -schmerzen
  • blasse Schleimhäute

Wenn solche Symptome auftreten, sollten Sie mit Ihrer Katze zum Tierarzt gehen. Auch wenn die Anzeichen oft unspezifisch sind, ist ein Gang mehr zum Tierarzt besser als einer zu wenig.3

Wie wird Borreliose bei Katzen diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf eine Borreliose-Erkrankung, wird der Tierarzt zunächst nach Zeckenkontakten in den vergangenen Wochen oder Monaten fragen – ebenso nach Verhaltensänderungen oder möglichen Beschwerden. Anschließend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. In den meisten Fällen wird außerdem ein Bluttest durchgeführt, der zeigen kann, ob die Katze Antikörper gegen Borrelien gebildet hat.

Wichtig dabei: Ein positiver Befund bedeutet nicht automatisch, dass die Katze aktuell erkrankt ist, sondern kann auch lediglich darauf hinweisen, dass sie in der Vergangenheit bereits Kontakt mit dem Erreger hatte.

Wird eine Borreliose-Infektion diagnostiziert, wird in der Regel eine Behandlung mit Antibiotika eingeleitet. Diese kann sich über mehrere Wochen bis zu Monate ziehen und sollte konsequent durchgeführt werden, um Rückfälle zu vermeiden. Begleitend können schmerz- und entzündungslindernde Medikamente verabreicht werden, etwa bei Fieber, Lahmheit oder Gelenkschmerzen.

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Diese Orte bevorzugen Zecken

Zecken halten sich am liebsten an Waldrändern, in hohem Gras, Büschen, aber auch unter Steinen oder Holzstapeln auf. Deswegen empfiehlt es sich, die Katze gründlich abzusuchen, wenn sie nach Hause kommt. Besonders gerne setzen sich die Parasiten in gut durchbluteten Körperregionen wie an den Ohren, am Hals, in den Achseln, am Bauch oder in der Leistengegend ab. Hecken, Büsche und Gras im Garten möglichst kurz zu halten, kann ebenfalls helfen, zu vermeiden, dass sich dort Zecken ansiedeln.

So können Sie Zecken vorbeugen

Grundsätzlich gilt: Je früher eine Borreliose-Erkrankung entdeckt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Auch wenn es sich – vor allem bei Freigänger-Katzen – nur schwer vermeiden lässt, gibt es einige Maßnahmen, die helfen können, dem vorzubeugen.

Während es für Hunde eine spezielle Impfung gegen bestimmte Borrelien-Unterarten gibt, existiert für Katzen keine Impfung gegen Borreliose. Den sichersten Schutz bieten spezielle Halsbänder, Sprays oder Spot-on-Präparate, die ausdrücklich für Katzen geeignet sind.

Einige Tierhalter setzen zudem auf natürliche Mittel wie Bernsteinketten oder Kokosöl. Diese können unter Umständen unterstützend wirken, ersetzen aber keinesfalls bewährte Zeckenschutzpräparate. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel: Parasitologe zu Zeckenschutz beim Hund: »Bernsteinketten und Knoblauch helfen nicht!

Entdecken Sie eine Zecke, entfernen Sie sie vorsichtig mit einer Zeckenzange, -karte oder einem Haken. Achten Sie dabei darauf, die Zecke nicht zu zerquetschen – so verhindern Sie, dass weitere Erreger in den Organismus Ihrer Katze gelangen.

Quellen

  1. esccap.de, „Zecken bei der Katze“ (aufgerufen am 02.04.2026)  ↩︎
  2. rki.de, „Lyme-Borreliose“ (aufgerufen am 02.04.2026) ↩︎
  3. parasitenportal.de, „Krank wegen einer Zecke: Problem bei Katzen oft spät erkannt“  (aufgerufen am 02.04.2026) ↩︎

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