1. August 2026, 12:11 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Nach dem Spaziergang versteckt sich im Fell mancher Hunde ein ungebetener Gast: die Zecke. Die kleinen Parasiten können gefährliche Krankheitserreger übertragen. Wie Sie Zecken beim Hund richtig entfernen und wann ein Tierarztbesuch ratsam ist, erklärt PETBOOK.
Übersicht
Zecke beim Hund richtig entfernen
Wer bei seinem Hund eine Zecke entdeckt, sollte nicht lange zögern. Wichtig ist allerdings, den Parasiten richtig zu entfernen. Das sollten Hundehalter beachten:
- Betroffene Stelle im Fell freilegen
- Zecke mit einer Zeckenzange, einem Zeckenhaken oder einer Zeckenkarte möglichst hautnah greifen
- Vorsichtig herausdrehen, ohne zu quetschen
- Es sollen möglichst keine Teile der Zecke in der Haut zurückbleiben
- Auf Hausmittel wie Öl, Benzin, Nagellack oder Klebstoff verzichten
- Einstichstelle anschließend desinfizieren und beobachten.
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Dinge, wie Benzin, Nagellack oder Klebstoff sollten Sie niemals auf die an Ihrem Hund festgebissene Zecke auftragen. Diese Behandlung setzt den Parasiten unter Stress und es kann dazu kommen, dass die Zecke erneut Krankheitserreger absondert. Aus diesem Grund sollte das Entfernen von Zecken immer mechanisch erfolgen.1
Welches Werkzeug eignet sich zum Entfernen von Zecken?
Ob Zeckenzange, Zeckenhaken oder Zeckenkarte: Mit allen drei Hilfsmitteln lässt sich eine Zecke sicher entfernen, wenn sie richtig angewendet werden.
Zeckenzange
Sie ähnelt einer Pinzette und hat am Ende eine Art Widerhaken. Sie halten die Zange geöffnet (die meisten haben zwei Knöpfe, zum Öffnen und Schließen, an der Seite) und gehen mit der Zangenspitze möglichst dicht an die Einstichstelle heran und schließen sie. Bitte die Zecke nicht am Hinterleib quetschen oder gar zerteilen, denn sonst geraten weitere Keime in die Einstichstelle. Nun drehen Sie behutsam, damit der Kopf nicht abgerissen wird und steckenbleibt. Die Drehrichtung ist dabei nicht von Bedeutung. Machen Sie auch mal Pause, damit die Zecke die Chance hat, sich zu lösen.
Zeckenhaken
Dieses Werkzeug sieht ein wenig aus wie der Fuß eines Paarhufers. Ein dünner Spalt in der Mitte dient dem Entfernen der Zecke bei Ihrem Hund. Es gibt ihn in zwei Größen: für Zeckennymphen und ausgewachsene, vollgesogene Zecken. Den Haken schieben Sie so weit wie möglich unter die Zecke, dann drehen Sie zwei- bis dreimal. Der Zeckenhaken hat gegenüber der Zeckenzange den Vorteil, dass man die Zecke nicht damit zerdrücken kann.
Zeckenkarte
Die Zeckenkarte hat meist die Form und Größe einer EC-Karte und ist aus Plastik. Jeweils an den Ecken der Karten sind Einkerbungen mit unterschiedlichen Größen. Je nachdem, ob es sich um eine Nymphe oder ein vollgesogenes Exemplar handelt, setzt man die passende Kerbe an. Dazu gehen Sie mit der Karte seitlich unter die Zecke und heben sie leicht an, bis Spannung entsteht. Diese halten Sie für ein paar Sekunden, damit die Zecke Gelegenheit hat, sich zu lösen, sonst schieben Sie weiter, um den Zug auf die Zecke zu erhöhen. Dann legen Sie wieder ein Päuschen ein. Gehen Sie behutsam vor, so verringert sich die Gefahr, dass der Rüssel abreißt. Zeckenkarten haben meist zusätzlich, als praktisches Feature, eine Lupe. Damit sehen Sie besser, ob Sie wirklich alles entfernt haben.
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Zecke erfolgreich entfernt? Das sollten Sie jetzt tun
Werfen Sie den Parasiten nicht in die Toilette – Zecken können tauchen und wieder aus der Toilettenschüssel herauskrabbeln. Es ist ratsam, Zecken vor dem Entsorgen zu zerdrücken, da sie sehr robust sind und mehrere Wochen im Wasser überleben können. Die Parasiten sind zäh: Versuche haben gezeigt, dass Zecken sogar einen Waschmaschinendurchlauf bei 40 Grad Celsius problemlos überleben.
Bewahren Sie die Zecke bei Bedarf in einem verschlossenen Gefäß auf, so kann der Tierarzt den Parasiten auf Krankheitserreger untersuchen. Sollte sich die Einstichstelle nach Tagen noch röten und eitern, suchen Sie zudem zur Sicherheit einen Tierarzt auf.
So beugen Sie Zeckenbefall beim Hund vor
Für Hunde gibt es eine Vielzahl von Mitteln, die dazu dienen, Zeckenbefall zu verhindern. Katzen können zwar auch von Zecken befallen werden, erkranken in der Regel aber nicht nach einem Stich.
- Spot-on-Präparate: Diese Mittel werden auf die Haut des Hundes aufgetragen, normalerweise zwischen den Schulterblättern. Sie enthalten Wirkstoffe, die Zecken abwehren oder abtöten. Diese Produkte bieten in der Regel einen langanhaltenden Schutz von mehreren Wochen.
- Zeckenhalsbänder: Enthalten Wirkstoffe, die kontinuierlich freigesetzt werden, um Zecken abzuwehren. Sie bieten einen längeren Schutz, können jedoch den Halsbereich des Hundes besser abdecken als andere Körperteile.
- Zeckensprays: Sprays enthalten chemische Wirkstoffe, die auf das Fell und die Haut des Hundes gesprüht werden. Sie bieten einen kurzfristigen Schutz und müssen regelmäßig angewendet werden. Sprays können auch zur Behandlung des Hundes verwendet werden, wenn die Zecken bereits auf dem Hund sind.
- Zeckentabletten: Es gibt Tabletten, die oral verabreicht werden und Wirkstoffe enthalten, die Zecken abtöten, wenn sie den Hund beißen. Diese Tabletten bieten einen systemischen Schutz und können je nach Produkt eine Wirkungsdauer von mehreren Wochen haben.
- Impfung: Gegen Borreliose gibt es für den Hund eine Impfung. Gegen FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, allerdings nicht. 2
Zecken lassen sich oft nicht vollständig vermeiden. Wer seinen Hund jedoch regelmäßig kontrolliert und auf einen passenden Zeckenschutz setzt, kann das Risiko eines Befalls und möglicher Erkrankungen deutlich senken.