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Seit 7 Jahren im Tierheim

„Wir gehen davon aus, dass Phex im Tierheim verstirbt“

Tierheimhund Phex sucht ein Zuhause
Schon seit 7 Jahren wartet Phex im Tierheim auf ein Zuhause. Bislang zeigte niemand wirkliches Interesse an ihm Foto: Tierschutzverein OHV e.V.
Jasmin Reddmann
Autorenfoto
Berlin, 3.6.2026
(c) Niels Starnick / BILD
Redakteurin

29. Oktober 2026, 8:18 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Seit 2019 wartet Malinois-Mischling Phex im Tierheim Tornow auf ein Zuhause, bislang ohne einen einzigen ernsthaften Interessenten. Inzwischen ist der damals etwa vierjährige Rüde rund elf Jahre alt. Mit jedem weiteren Jahr schwinden seine Vermittlungschancen, sodass seine Pfleger befürchten, dass Phex das Tierheim nie mehr verlassen wird.

Nach dem Tod seines Besitzers kam Phex ins Tierheim

Phex kam 2019 nach Tornow ins Tierheim, nachdem sein Besitzer gestorben war. Über sein früheres Leben ist nur wenig bekannt. Nach Angaben des Heims wurde er zuvor als Kettenhund gehalten. Fremden Menschen begegnete der Rüde anfangs äußerst skeptisch. Er brauchte viel Zeit, um Vertrauen zu fassen. Hinzu kam sein Talent, selbst scheinbar sichere Begrenzungen zu überwinden. Das Tierheim beschreibt ihn deshalb als „kleinen Akrobaten“ und geschickten Ausbruchskünstler.

Über die Jahre wurde Phex ruhiger. Seine Pfleger arbeiteten kontinuierlich mit ihm. Heute beherrscht er die Grundlagen der Hundeerziehung, lernt gern und lässt sich für gemeinsame Beschäftigung begeistern. An seiner schwierigen Vermittlungssituation änderte das jedoch nichts.

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Sieben Jahre ohne eine ernsthafte Anfrage

Andere Hunde kamen, wurden vermittelt oder fanden nach Umwegen ein dauerhaftes Zuhause. Phex blieb. Nach Angaben der ersten Vorsitzenden Maria Erler gab es in sieben Jahren keine einzige ernsthafte Anfrage für ihn. Anfangs dürften sein Misstrauen gegenüber fremden Menschen und seine hohen Ansprüche an Haltung und Sicherung eine Vermittlung erschwert haben. Jetzt kommt auch noch sein Alter dazu.

Malinois Mischling Phex
Phex ist mittlerweile schon einer der älteren Tierheimbewohner Foto: Tierschutzverein OHV e.V.
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Wenn Tiere jahrelang im Tierheim bleiben

Wie viele Hunde oder andere Tiere in Deutschland schließlich im Tierheim sterben, ohne noch einmal vermittelt worden zu sein, wird bundesweit nicht erfasst. Dass schwer vermittelbare Tiere Tierheime über lange Zeit begleiten, ist jedoch ein bekanntes Problem.

Einer Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes zufolge berichteten 2024 insgesamt 74 Prozent der befragten Tierheime, dass vermehrt kranke Tiere bei ihnen landeten, die nur schwer ein neues Zuhause fanden. Dadurch blieben viele Plätze längerfristig belegt. Auch Hunde mit problematischen Verhaltensweisen könnten schwerer zu vermitteln sein. Gleichzeitig waren die Tierheime vielerorts bereits stark ausgelastet. 69 Prozent gaben an, ihr Tierheim sei sehr stark ausgelastet, 49 Prozent waren voll oder sogar übervoll. Nur 18 Prozent hatten noch Kapazitäten zur Aufnahme weiterer Tiere.

Für Tiere, die sich über Jahre nicht vermitteln lassen, kann das bedeuten, dass das Tierheim dauerhaft zu ihrem Lebensmittelpunkt wird. Phex ist dafür ein Beispiel. Der Rüde ist heute ungefähr elf Jahre alt. Wie viel Zeit ihm noch bleibt, lässt sich nicht vorhersagen. Mit zunehmendem Alter dürfte eine Vermittlung jedoch nicht einfacher werden.

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Das Tierheim rechnet mit seinem Tod

Im Tierheim wird Phex versorgt, beschäftigt und von vertrauten Menschen begleitet. Seit 2019 lebt er dort. Seine Pfleger hoffen weiterhin, dass Phex das Heim noch verlassen kann. Gleichzeitig sprechen sie aus, wie ernst die Situation inzwischen ist: „Wir gehen davon aus, dass er im Tierheim verstirbt.“ Für Phex bedeutet das: Das Tierheim ist keine Zwischenstation mehr, sondern wahrscheinlich seine Endstation.

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