24. August 2026, 6:09 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
Hunde gehören für viele Menschen zur Familie. Umso unangenehmer ist es, wenn der Vierbeiner plötzlich aus dem Maul riecht und jede Kuscheleinheit zur Geruchsprobe wird. Hinter Mundgeruch können harmlose Ursachen stecken, manchmal aber auch Zahnprobleme oder Erkrankungen. PETBOOK hat einen Tierarzt gefragt, woher der Geruch kommt und was Halter dagegen tun können.
Mundgeruch beim Hund: Warum stinkt mein Tier?
Hunde sind für viele die besten Freunde überhaupt. Umso unangenehmer ist es, wenn der Vierbeiner plötzlich aus dem Maul riecht. Die Ursachen für Mundgeruch beim Hund sind vielfältig: Zahnbelag, Zahnstein oder auch Futterreste zählen zu den häufigsten und meist harmlosen Auslösern. Tritt der Mundgeruch dagegen ganz plötzlich auf, kann es sein, dass der Hund etwas Ungewöhnliches gefressen hat oder kürzlich das Futter umgestellt wurde.
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Zahnbelag oder Zahnstein? Wie Sie gefährlichen Belag erkennen
Oftmals sind Zahnbeläge der Auslöser für Mundgeruch beim Hund. Diese enthalten Bakterien, die Abfallprodukte ausscheiden und einen üblen Geruch verursachen. Besonders bei alten Hunden, die ihre Zähne schon das ganze Leben über benutzen, tritt Zahnbelag oder Zahnstein häufig auf. Dieser lässt sich vom Tierarzt entfernen.
„Zahnstein beim Hund sollte man unbedingt entfernen lassen“, sagt Tierarzt Dr. Hölter. „Die Bakterien im Zahnstein verursachen mit der Zeit Zahnfleischentzündungen, die zu Zahnfleischschwund (Parodontose) und vorzeitigem Zahnausfall führen können. Manchmal wird sogar der Kieferknochen so stark angegriffen, dass er bricht. Bei einer chronischen Zahnfleischentzündung durch Zahnstein gelangen außerdem Bakterien in die Blutbahn und können Organe schädigen.“
Mundgeruch kann dann also zu einem wirklich großen gesundheitlichen Problem werden. Ob es sich beim Zahnbelag Ihres Hundes tatsächlich um Zahnstein handelt, erkennen Sie daran, wie leicht er sich entfernen lässt: „Zahnbelag ist weich und man bekommt ihn mit dem Fingernagel leicht ab“, sagt Tierarzt Dr. Hölter.
„Richtiger Zahnstein ist hart und man sollte nicht selbst versuchen, ihn zu entfernen. Da muss man richtig kratzen und unter den Zahnfleischrand gehen – dort, wo die Entzündung das Zahnfleisch bereits gelockert hat – sonst sieht zwar auf den ersten Blick alles schick aus, aber die Entzündung schwelt im Verborgenen weiter.“ Riecht der Hund aus dem Maul und sieht man an den Zähnen braune, feste Beläge, sollte eine professionelle Zahnreinigung erfolgen.
Einen Tierarzt sollten Sie bei Mundgeruch ohnehin aufsuchen, da hinter dem üblen Geruch auch weniger harmlose Gründe stecken können. Ein schlechter Atem kann seine Ursache auch in Krankheiten, Zahnfleischentzündungen, Hals- und Rachenentzündungen, Ekzemen oder Tumoren im Maulbereich, haben. Auch Pilzbefall, Stoffwechselerkrankungen und Leber- oder Nierenerkrankungen können sich am schlechten Atem Ihres Hundes bemerkbar machen.
Diese Erkrankungen führen zu Mundgeruch beim Hund
Ein stinkender Atem ist leider nicht immer harmlos. Oft stecken dahinter Krankheiten, wie zum Beispiel:
- Diabetes
- Magenschleimhautentzündung / Gasbildung im Magen
- Erkrankungen der Nieren
- Erkrankungen der Leber
- Tumore im Maul oder Rachen
- Zahnstein oder schlechte Zähne
- Lefzenekzem (Entzündung am Maul)
- Entzündungen des Zahnfleischs, Maulbereichs oder Rachens
„Bestimmte Erkrankungen können einen ganz charakteristischen Mundgeruch verursachen“, sagt Tierarzt Dr. Hölter: „Zuckerkranke Hunde können zum Beispiel einen leicht fruchtigen Azetongeruch verströmen – ähnlich wie Nagellackentferner, nur natürlich nicht so stark. Nierenkranke Hunde können nach Urin riechen“, erklärt der Tierarzt.
Mein Welpe hat Mundgeruch: Was steckt dahinter?
Für den Mundgeruch Ihres Hundes können verschiedene Krankheiten verantwortlich sein, die meistens eher ältere Tiere betreffen. Mitunter riechen jedoch auch Welpen unangenehm aus dem Mund. „Bei jungen Hunden sind meistens Entzündungen im Maul- und Rachenbereich die Ursache für Mundgeruch, beispielsweise eine Mandelentzündung“, sagt Tierarzt Dr. Hölter. Bei den jungen Tieren steckt oft auch nur ein harmloser Zahnwechsel hinter dem Mundgeruch, der dazu geführt hat, dass sich Zahnfleisch entzündet hat oder eine Blutung entstanden ist. In der Folge können Futterreste in die Lücken treten und führen von dort zu schlechtem Atem. Nach dem Zahnwechsel sollte sich dieser Mundgeruch jedoch verflüchtigen und Sie können durchatmen.
Dieses Futter führt zu Mundgeruch beim Hund
Ein Grund für Mundgeruch bei Hunden kann auch das Futter sein. Stinkt Ihr Hund nach dem Essen von Fisch, Pansen oder ähnlichem, ist Mundgeruch absolut normal. Hier führen hängen gebliebene Essensreste zu einem fauligen Mundgeruch.
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Was kann ich gegen Mundgeruch bei meinem Hund tun?
Mundgeruch bei Hunden muss nicht sein. Mit der richtigen Mundhygiene und einer Umstellung der Ernährung Ihres Tieres bekommen Sie den Geruch ganz einfach in den Griff. Bevor Sie gegen den Geruch angehen, sollten Sie allerdings zunächst Krankheiten von einem Tierarzt ausschließen lassen.
Trockenfutter gegen Mundgeruch
Viele Hunde lieben Dosenfutter. Was Mundgeruch angeht, ist Trockenfutter aber meist die bessere Alternative. Das Futter wird aufgrund seiner Härte länger gekaut und bleibt weniger hängen. Zudem reibt das trockene Futter bestehende Beläge beim Kauen ab.
Neben dem üblichen Trockenfutter gibt es auch spezielle Futtersorten, die die Zahngesundheit unterstützen sollen. Diese Art von Futter wurde extra dafür entwickelt, um Zahnbelag und Zahnstein von den Zähnen Ihres Hundes zu lösen. Auch Leckerlies können dabei helfen, Mundgeruch loszuwerden. Leckerlies, die Zucker enthalten, sollten Sie selbstredend von vornherein ausschließen. Wählen Sie stattdessen Zahnpflegesnacks, die Essensreste von den Zähnen lösen und so für frischeren Atem bei Ihrem Hund sorgen.
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Hilft gegen Mundgeruch beim Hund: Zähne putzen
Eine Lösung gegen Mundgeruch, die so einfach wie einleuchtend ist: Zähne putzen! Nicht nur bei uns Menschen hilft Zahnpflege gegen Essensreste und Bakterien. Auch bei Hunden kann Zähneputzen zur Mundhygiene beitragen.
Eine solche Zahnpflege wird von vielen Gegnern belächelt. Fakt ist jedoch: Schmeckt Ihrem Hund die Zahnpasta und lässt er das Zähneputzen über sich ergehen, ohne gestresst zu reagieren, kann Zähne putzen eine Möglichkeit darstellen, gegen den Mundgeruch anzugehen.
Spielzeug gegen Mundgeruch
Zahnpflege kann richtig Spaß machen – das gilt jedenfalls für Ihren Hund, denn mittlerweile gibt es tolles Spielzeug, das Mundgeruch auf charmante Art den Kampf ansagt. Solches Zahnpflege-Spielzeug ist so beschaffen, dass Material und Form die Beläge der Hundezähne beim Zuschnappen lockern und bekämpfen. Je länger und intensiver Ihr Hund im Spiel kaut, desto besser. Lassen Sie sich dafür am besten in einer Zoohandlung beraten.
Hausmittel gegen Mundgeruch beim Hund
Sie haben krankheitsbedingte Ursachen vom Tierarzt ausschließen lassen? Dann können Hausmittel helfen, den Mundgeruch vorübergehend zu lindern. Häufig werden gehackte Petersilie, Minze oder Basilikum unter das Futter gemischt. Auch Karotten können durch das Kauen zur Maulhygiene beitragen. Hat der Hund etwas Übelriechendes gefressen, kann zudem ein kleines Stück Apfel den Geruch kurzfristig reduzieren.
Wichtig ist jedoch: Hausmittel bekämpfen meist nur den Geruch, nicht dessen Ursache. Gegen Zahnstein, Zahnbelag oder festgesetzte Futterreste helfen sie in der Regel nicht. Bestehen die Beschwerden länger oder kehren immer wieder zurück, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
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Fazit
Mundgeruch ist bei Hunden häufig verbreitet und kann unterschiedliche Ursachen haben. Mal ist es das Futter oder Zahnstein an den Zähnen Ihres Hundes, mal steckt dahinter eine Krankheit. Wenn Sie einen ungewöhnlichen Geruch an Ihrem Hund bemerken, sollten Sie deshalb auf jeden Fall tierärztlich abklären lassen, ob der Geruch eine gesundheitliche Ursache hat. Ist eine Krankheit als Ursache ausgeschlossen, können Sie ruhigen Gewissens gegen den Gestank angehen. Im Kampf gegen den Gestank haben sich unterschiedliche Methoden bewährt: Greifen Sie bevorzugt zu Trockenfutter, das die Zähne Ihres Vierbeiners reinigt und füttern Sie frische Obst- und Gemüsestücke.
Pansen und Fisch sollten Sie vermeiden, da die Nahrung an den Zähnen hängen bleiben und zu Mundgeruch führen kann. Auch Hausmittel wie Petersilie oder Minze können Abhilfe gegen übel riechende Mäuler verschaffen. Wenn Ihr Futter mit solchen Kräutern annimmt, haben Sie eine kostengünstige und noch dazu völlig natürliche Lösung gegen den Gestank.