4. August 2026, 13:19 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Sie fliegt Hunde, Pferde und Menschen an, krabbelt danach blitzschnell ins Fell oder Haar und saugt Blut: Die Hirschlausfliege wirkt wie ein Parasit aus dem Horrorfilm. Kein Wunder, dass sie auch „fliegende Zecke“ genannt wird. Doch wie gefährlich ist das Insekt wirklich für Haustiere? Tierärztin Dr. Vanessa Herder erklärt, worauf Halter achten sollten.
Übersicht
Darum wird die Hirschlausfliege auch fliegende Zecke genannt
Die Hirschlausfliege ist keine Zecke, auch wenn ihr Spitzname „fliegende Zecke“ das vermuten lässt. Eigentlich gehört sie zu den Lausfliegen und ist mit Flügeln sowie sich kräftigen Beinen zunächst gut als Fliege zu erkennen. An eine Zecke erinnert sie vor allem später: wenn sie nach der Landung ihre Flügel abwirft, durch Fell oder Haare krabbelt und sich zum Blutsaugen festsetzt.
Hat die Hirschlausfliege einen Wirt gefunden, sucht sie sich eine geschützte Stelle und beißt sich dort fest. Bis zu 30 Minuten kann sie dann mit ihrem Rüssel Blutsaugen, manchmal sogar mehrmals täglich. Für Hunde und Pferde kann das schmerzhaft sein, weshalb betroffene Tiere unruhig oder sogar panisch reagieren können.
Vor allem in Wäldern und an Waldrändern sind Hirschlausfliegen unterwegs. Eigentlich befanden sich dort Wildtiere wie Rehe, Hirsche und Wildschweine. Doch auch Hunde, Pferde und Menschen können betroffen sein. Da es in diesem Jahr früh warm war, sind die Parasiten offenkundig schon früher aktiv als gewöhnlich.
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So gefährlich ist die Hirschlausfliege für Mensch und Tier
Während Hirschlausfliegen bei Pferden bevorzugt auf Schweifansatz und Mähne gehen, halten sie sich bei Hunden gerne an Bauch, Schenkelinnenseite sowie am After auf. Bei uns Menschen stehen die blutsaugenden Fliegen auf dem Nacken und klettern nach erfolgreicher Landung rasch hoch und verkriechen sich im Deckhaar.1
Während die Bisse für Menschen kaum spürbar sind, können sie bei Tieren durchaus Schmerzen verursachen. Pferde und Hunde können deshalb sogar panisch reagieren. „Die Hirschlausfliege kann mit ihrem Stich Entzündungen der Haut bei Mensch und Tier verursachen. Die Schwere kann sehr unterschiedlich sein, von kaum bemerkbar bis zu Rötungen, Juckreiz und Eiter“, erklärt Tiermedizinerin Dr. Vanessa Herder gegenüber PETBOOK.
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Überträgt die Hirschlausfliege Krankheiten?
So leiden Gebissene oft nach einem Beißvorfall an Hautentzündungen mit Quaddeln. In manchen Fällen können die Stellen sogar eitrig werden und Fieber verursachen.
Was die Übertragung von Krankheiten betrifft, gäbe es nur wenige Studien. „Insgesamt wurde schon genetisches Material von Infektionserregern in der Hirschlausfliege nachgewiesen. Was für die Hirschlausfliegen derzeit noch nicht ausreichend bewiesen ist, ist, ob diese Insekten die Erkrankungen auch wirklich auf Mensch und Tier übertragen.“ Grundsätzlich gilt also: Wie gefährlich die Fliegen für Menschen wirklich sind, wird derzeit noch untersucht.
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So hoch schätzt die Expertin das Risiko ein
„Es empfiehlt sich deshalb, vorsichtig zu sein und nach einem Stich zum Arzt oder Tierarzt zu gehen, wenn der Patient Symptome entwickelt. Insbesondere die Information, dass der Patient von einer Lausfliege gestochen wurde, ist hilfreich für den Arzt bzw. Tierarzt.“ Allerdings bestehe kein Grund zur Panik, mahnt die Expertin. „Eine große Angst, sich mit Infektionen anzustecken, erscheint bei derzeitigem Forschungsstand nicht gerechtfertigt“, so Dr. Herder abschließend.
Wanderverbände empfehlen, um sich vor der Hirschlausfliege zu schützen, bei Waldspaziergängen eine Kopfbedeckung zu tragen und im Herbst zusätzlich noch einen Schal anzulegen. Zudem sollte der Hund nach jeder Gassirunde nach möglichen Blutsaugern am Körper abgesucht werden.