14. August 2025, 17:48 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Bei hohen Temperaturen ist eine Abkühlung im kühlen Nass oft eine dankbare Abwechslung für Vierbeiner. Schnell etwas im Flussbett austoben, doch dann das – Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und Juckreiz. In der Kriebelmücken-Saison ist das kein seltenes Phänomen. Was können Sie tun, um Ihren Hund davor zu schützen?
Wie kann man Kriebelmücken erkennen?
Eigentlich sieht die Kriebelmücke harmlos bis unscheinbar aus – sie erinnert fast an eine gewöhnliche Stubenfliege. Wobei die Mücke gerade einmal zwei bis sechs Millimeter groß ist. Dabei haben sie eine dunkelbraune bis schwarze Färbung – besonders auffallend ist ihr buckliger Körperbau mit sechs kurzen Beinen. Meist sieht man Kriebelmücken in großen Schwärmen nahe am Wasserufer oder sogar auf dem Wasser. Doch schnell fällt auf, dass es gar kein nerviges Surren oder Brummen gibt: Eine große Tücke der Mücken ist ihre geräuschlose Bewegung.1, 2
Kriebelmücken leben vor allem an fließenden Gewässern
Es gibt etwa 2000 Arten von Kriebelmücken, davon 57 in Deutschland. Hier kommen sie hauptsächlich in den Monaten von März bis November vor. Damit sie sich wohlfühlen, müssen einige Dinge stimmen: Die Kriebelmücke bevorzugt milde bis hohe Temperaturen, fließendes Wasser (Bäche oder Flüsse) und vor allem windstille Lebensräume. Obwohl sie nicht als besonders gute Flieger gelten, können sie Strecken von bis zu 20 Kilometer zurücklegen. 3
Wenn die kleinen Plagegeister schlüpfen, sind sie bereits geschlechtsreif. Entsprechend schnell fangen sie sich an fortzupflanzen: Dabei sammeln sich die männlichen Tiere in großen Scharen, um die Weibchen anzulocken. Im Anschluss folgt die Begattung. Ist diese abgeschlossen, brauchen die weiblichen Mücken Blutnahrung (Stich/Biss) für die Entwicklung ihrer Eier.
Im Anschluss dauert es ungefähr eine Woche, bis sie in der Lage sind, ihre Eier zu legen – bis zu 600 Eier legen sie in Wassernähe an Steinen oder auch im Wasser an Pflanzen ab. Von da an vergehen nun einige Wochen, in denen aus den Eiern Larven werden und die wiederum als geschlechtsreife Mücken schlüpfen. Insgesamt dauert der ganze Prozess ungefähr zwischen sechs bis acht Wochen.
Sehr interessant dabei sind die von den Larven gesponnen Kokons: Damit können sie sich sogar flussabwärts treiben lassen, dadurch verbreiten sie sich schnell entlang des fließenden Wassers. Im Wasser schlüpfen sie dann auch und treiben in einer kleinen Luftblase an die Wasseroberfläche.
Kein Stich – Kriebelmücken beißen zu
Umgangssprachlich werden Kriebelmücken auch „fliegende Zecke“ genannt. Allerdings eröffnet sich da ein großes Missverständnis. Mit Zecken wird meistens ihr Beißen verbunden, obwohl sie eigentlich stechen. Bei den Mücken ist es genau andersherum: Allgemein sagt man Kriebelmücken-Stich, wobei die Insekten beißen.4
Die Weibchen suchen während des Lebenszyklus Wirte für ihre Blutnahrungen. Wenn sie schnell fündig werden, setzen sie sofort für den Biss an. Kriebelmücken gehören zu den sogenannten Poolsaugern: Sie reißen mit ihren kleinen, scharfen Zähnen eine Wunde in die Haut des Wirtes. Zeitgleich, sondern sie ein Sekret zur Betäubung und gegen eine Blutgerinnung ab. In die Wunde läuft nun das Blut, welches die Kriebelmücke einfach aufsaugen kann. Besonders gefährlich dabei ist der Fakt, dass diese Insekten vektorkompetent sind – also in der Lage sind, Krankheitserreger auf ihren Wirt zu übertragen.
Als Wirt kommen sowohl Hunde als auch andere Säugetiere infrage. Häufig sind auch Rinder und Pferde betroffen. Auch vor Menschen macht die Kriebelmücke keinen Halt. Wie Sie sich schützen können und was Sie im Falle eines Bisses machen, haben die Kollegen von FITBOOK hier erklärt: Was macht den Biss der Kriebelmücke so gefährlich?
Hunde erleiden schmerzhafte Schwellungen und Blutergüsse
Oftmals merken Tiere den Biss einer Kriebelmücke gar nicht. Zwar sind sie oft gestört durch das Herumschwirren der Insekten – jedoch ist die Bissstelle durch das abgesonderte Sekret betäubt. Zeitgleich wird eine allergische Reaktion ausgelöst, wobei der betroffene Bereich anschwillt. Zum Leidtragen der Vierbeiner sind damit Schmerzen und Juckreiz verbunden – ebenfalls typisch sind Blutergüsse. Diese Erscheinungen können bis zu mehreren Wochen anhalten.
Wichtig: Achten Sie darauf, dass Ihr Hund die Bissstelle möglichst nicht aufkratzt. Damit könnten in die Wunde weitere Keime gelangen und eine Infektion auslösen.
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Schutzkleidung und Insektensprays können helfen
Die gute Nachricht: Hundebesitzer können ihre Hunde präventiv schützen. Der einfachste Weg ist es, Spaziergänge an heißen Tagen vor allem morgens und abends zu machen. Dann ist es kühler und die Kriebelmücken schwirren noch nicht so viel herum. Zusätzlich ist es empfehlenswert, keine Spaziergänge in Wassernähe zu machen. Die Insekten mögen keine engen Räume, weswegen sie Wohnungen und Häuser meiden. Zuhause besteht also in der Regel keine Gefahr. Trotzdem sollte auf Hygiene geachtet werden.5
Eine weitere Schutzmaßnahme ist das Verwenden von Insektenschutz. Allerdings sollte hier auf Unverträglichkeiten genau geachtet werden. Sie sollten keine DEET-Sprays verwenden – für Menschen ist es ungefährlich, für Hunde kann es giftig sein. Außerdem sollte in Haushalten mit Katzen kein Spray mit dem Inhaltsstoff Permethrin benutzt werden. Für Hunde ist dieser weitestgehend ungefährlich – jedoch wirkt er bei Katzen giftig.
Anders als bei einer gewöhnlichen Stechmücke können Kriebelmücken nicht durch Kleidung stechen. Sie können also ihrem Hund eine leichte, passende Schutzkleidung anlegen. Diese besteht aus dünnem, atmungsfähigem Material und schützt somit größere Flächen des Hundes. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund nicht in der Bewegung eingeschränkt wird.
Behandlung bei Bissen
Falls Ihr Hund gebissen wurde, gibt es einige Tipps, um ihm zu helfen. Zuallererst ist es wichtig, sicherzustellen, dass Ihr Hund die Bissstelle nicht aufkratzt – so vermeiden Sie größere Infektionen. Dazu zählt auch, die Stelle ausreichend zu desinfizieren. Zudem ist es hilfreich, antiseptische Salben griffbereit zu haben.
Bei lang anhaltenden Schmerzen sollten Sie sich unbedingt Rat bei Ihrem Tierarzt suchen.
