23. Oktober 2026, 17:03 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Joghurt zählt zu den gesündesten Lebensmitteln und ist so gut wie in jedem Kühlschrank zu finden. Und bestimmt haben auch Sie Ihrem Hund schon einmal einen Löffel davon abgegeben oder ihn den Becher ausschlecken lassen! Aber sollte Joghurt überhaupt auch auf dem Speiseplan eines Hundes stehen? PETBOOK-Autorin und Ernährungsberaterin für Hunde, Philine Ebert, erklärt, welche Vorteile und Risiken Joghurt für Hunde hat.
Ist Joghurt ein geeignetes Lebensmittel für Hunde?
Ja, im Prinzip ist Joghurt für Hunde ebenso gesund wie für Menschen. Allerdings kommt es im Wesentlichen auf die Menge und die Art des Joghurts an. Hunden fehlt das Enzym Laktase, das den Milchzucker (Laktose) im Joghurt abbaut. Deshalb sind fast alle Hunde laktoseintolerant. Diese Unverträglichkeit hat, ähnlich wie beim Menschen, fast immer Magen-Darm-Probleme zur Folge.
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Diese Joghurtsorten sind für Hunde geeignet
Grundsätzlich geeignete Joghurtsorten für Hunde sind:
- fettarmer Naturjoghurt ohne Zusätze und Zucker
- laktosefreier Naturjoghurt
- griechischer Joghurt ohne Zusätze oder Zucker (er hat von Haus aus weniger Laktose, dafür aber einen höheren Eiweiß- und Fettgehalt)
Eine Ausnahme sind nierenkranke Hunde. Der hohe Phosphor- und Proteingehalt in Joghurt ist für Hunde mit fortgeschrittenen Nierenerkrankungen zu belastend. In diesem Fall sollte auf Joghurt generell verzichtet werden.
Warum ist Joghurt eigentlich so gesund?
Die enthaltenen Milchsäurebakterien (Probiotika) unterstützen die Darmgesundheit, stärken den Darm, wirken schädlichen Bakterien entgegen und verbessern zudem die Kotqualität. Davon profitiert vor allem das Immunsystem, da es zum Großteil im Darm sitzt. Durch den hohen Anteil an Kalzium werden die Knochen gestärkt und die Zahngesundheit gefördert.
Joghurt enthält viel Eiweiß, das als Proteinquelle den Aufbau von Muskeln unterstützt, essenzielle Aminosäuren liefert und eine lange satt hält.
In diesem gesunden Lebensmittel stecken Jod, Kalium, Phosphor und Magnesium sowie wichtige Vitamine wie A- und B-Vitamine.
Insbesondere das enthaltene Vitamin B12 ist wichtig für das Blut und die Nervenfunktionen.
In der richtigen Menge stabilisiert probiotischer Joghurt auch bei empfindlichen Hunden die Darmflora auf natürliche Weise (z.B. nach Antibiotikabehandlungen).
Welcher Joghurt ist für Hunde geeignet?
Hunde sollten nur reinen Naturjoghurt fressen, d.h. ohne zusätzliche Zutaten wie Nüsse, Schokolade, Süßungsmittel, Fruchtzusätze, Geschmacksstoffe, Aromen, künstliche Zusatzstoffe oder Konservierungsstoffe.
Achtung: Viele dieser Zusätze sind generell giftig für Hunde!
Eine selbst zusammengestellte Kombination mit Ballaststoffen wie zum Beispiel Haferflocken, Beeren oder anderen Früchten ist für Hunde eine willkommene Snack-Abwechslung.
Als Ergänzung zum gewohnten Futter bietet sich Joghurt mit geeigneten Zusätzen wie Honig, Früchten oder Samen als erfrischender Sommersnack an und für die Zubereitung von Hundeeis ist Joghurt oft die Grundlage.
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Welche Menge Joghurt ist für Hunde geeignet?
Joghurt eignet sich grundsätzlich nur als Snack oder Futter-Topping für Hunde (ca. ein- bis dreimal die Woche).
Da sogar laktosefreier Joghurt noch einen Zuckergehalt von vier Gramm Zucker pro 100 Gramm Joghurt aufweist, sollte es bei einer gelegentlichen Ergänzung bleiben.
Um Magen-Darm-Problemen (Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall) vorzubeugen, ist es ratsam, mit kleinen Mengen zu beginnen und diese dann langsam zu steigern, um zu beobachten, wie der Hund das Milchprodukt verträgt.
Als Richtlinie gilt:
- Kleine Hunde: ein Teelöffel bis ein Esslöffel Joghurt pro Tag
- Mittelgroße Hunde: ein bis zwei Esslöffel Joghurt pro Tag
- Große Hunde: maximal drei Esslöffel Joghurt pro Tag
Gibt es auch Alternativen zu Joghurt?
Sollte der Hund Joghurt nicht so gut vertragen oder eine Alternative nötig sein, bietet sich an:
- Hüttenkäse
- Magerquark
- Buttermilch
- Kefir
- Natur-Skyr (am besten laktosefrei)
- vegane Alternativen ohne Zusätze wie Sojajoghurt, Kokosjoghurt (fettreicher)
- bestimmte Käsesorten wie Gouda oder Emmentaler (Achtung beim Fettgehalt)
Mein Tipp als Ernährungsberaterin für Hunde
Hunde lieben Joghurt, Quark oder andere Milchprodukte in allen Varianten. Für selbstgemachtes Eis eignet sich Joghurt als Grundlage optimal. Ich empfehle grundsätzlich, laktosefreie Produkte zu wählen, um Unverträglichkeiten aus dem Weg zu gehen.
Verfeinert nach den Vorlieben des Vierbeiners, z.B. mit Apfel, Banane, Beeren, Leberwurst oder ein paar Tropfen Honig, wird daraus ein perfektes Hundeeis, ein Smoothie oder ein Topping. Es kann dann selbst portioniert und ganz individuell verfüttert werden. Auf einer Schleckmatte sorgt Joghurt für ein besonders langes Schleckvergnügen und ist somit eine tolle Abwechslung zu gewohnten Snacks. Ihr Hund wird es lieben!