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Beliebte Milchspeise

Das passiert, wenn Katzen Joghurt fressen

Schwarze Katze leckt Joghurt vom Löffel
Viele Katzen mögen Joghurt, vor allem den fettreichen. Aber Vorsicht: zu viel davon kann zu gesundheitlichen Problemen wie Durchfall führen. Foto: Getty Images/Chalabala
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

23. März 2026, 15:10 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Der Mythos von der milchliebenden Katze hält sich hartnäckig. In vielen Kinderbüchern schlecken Katzen genüsslich aus der Milchschale – und auch im echten Leben greifen Halter gern zu Milchprodukten, wenn der Vierbeiner neugierig am Frühstückstisch sitzt. Doch was ist eigentlich mit Joghurt? Dürfen Katzen ihn fressen oder schadet das ihrer Gesundheit? PETBOOK-Redakteurin und Biologin Saskia Schneider klärt auf.

Ist Joghurt gesund für Katzen?

Joghurt kann für Katzen gelegentlich eine sinnvolle Ergänzung sein, ist aber kein notwendiger Bestandteil ihrer Ernährung. Im Gegensatz zu normaler Milch enthält Joghurt weniger Laktose und wird deshalb von vielen Katzen besser vertragen. Zudem liefert er Eiweiß, Kalzium und Milchsäurebakterien, die sich positiv auf die Darmflora auswirken können.1

Daher lautet die kurze Antwort auf die Frage, ob Katzen Joghurt fressen dürfen: Ja – aber nur in kleinen Mengen und nicht jeder Joghurt ist geeignet. Denn: Viele erwachsene Katzen sind laktoseintolerant. Nach dem Säugealter bildet ihr Körper weniger vom Enzym Laktase, das für die Verdauung von Milchzucker notwendig ist. Reagiert eine Katze auf Milchprodukte mit Durchfall oder Blähungen, sollte man konsequent darauf verzichten. Außerdem zählen Milchprodukte – darunter auch Joghurt – zu den häufigeren Nahrungsmittelallergenen bei Katzen. Joghurt ist also kein Gesundheitsbooster, sondern maximal ein gelegentlicher Snack.

Diese Nährstoffe stecken in 100 Gramm Joghurt

Naturjoghurt aus Vollmilch (3–3,5 % Fett) enthält unter anderem:2,3,4

  • Energie: ca. 60–80 kcal
  • Protein: ca. 4–5,7 g
  • Fett: ca. 3–3,7 g
  • Kohlenhydrate (inkl. Laktose): ca. 4–7,8 g
  • Kalzium: ca. 120–200 mg
  • Kalium: ca. 280 mg
  • Vitamin B2 (Riboflavin): ca. 0,17–0,27 mg
  • Vitamin B12: ca. 0,2–0,5 µg

Für Katzen sind vor allem hochwertiges Eiweiß sowie Kalzium für Knochen und Zähne relevant. Die enthaltene Laktose bleibt jedoch der kritische Punkt.

Wie viel Joghurt darf eine Katze fressen?

Hier gilt ganz klar: weniger ist mehr. Für die meisten Katzen ist ein Teelöffel, maximal ein Esslöffel Joghurt eine sichere Menge. Diese sollte nicht täglich, sondern nur gelegentlich – etwa alle paar Tage – angeboten werden.

Wichtig ist, immer mit einer sehr kleinen Menge zu beginnen und die Katze anschließend zu beobachten. Zeigt sie Durchfall, Blähungen oder Erbrechen, gehört Joghurt nicht mehr in den Napf. Grundsätzlich sollte Joghurt nur als Leckerli betrachtet werden – nicht als fester Bestandteil der Ernährung.

Dürfen Katzen laktosefreien Joghurt fressen?

Laktosefreier Naturjoghurt ist für Katzen definitiv die bessere Wahl, insbesondere für Tiere mit empfindlicher Verdauung. Zwar ist auch dieser Joghurt nicht komplett laktosefrei, doch die enthaltenen Milchsäurebakterien bauen einen Teil der Laktose bereits ab. Trotzdem reagieren viele Katzen sensibel.

Dasselbe gilt auch für pflanzliche Joghurtalternativen wie Soja-, Kokos-, Mandel- oder Haferjoghurt: Sie enthalten zwar gar keine Laktose, bieten Katzen jedoch keinen ernährungsphysiologischen Mehrwert. Sie sollten also ebenfalls nicht regelmäßig aber vor allem in zuckerfreier Variante angeboten werden.

Auch griechischer Joghurt kann geeignet sein, da er weniger Laktose enthält, allerdings auch deutlich fettreicher ist. Für übergewichtige Katzen ist er daher weniger empfehlenswert. Besonders sicher ist selbst hergestellter Joghurt aus laktosefreier Milch – ganz ohne unnötige Zusätze.5

Was passiert, wenn Katzen zu viel Joghurt fressen?

Frisst eine Katze zu viel Joghurt, reagiert meist zuerst der Magen-Darm-Trakt. Der enthaltene Milchzucker kann nicht ausreichend verdaut werden, was häufig zu Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen oder Erbrechen führt. Bei regelmäßigem oder übermäßigem Verzehr können sich diese Beschwerden verstärken und im schlimmsten Fall zu anhaltenden Reizungen oder Entzündungen des Magen-Darm-Trakts führen. Zudem sind allergische Reaktionen auf Milchproteine möglich.

Auch der Kaloriengehalt spielt eine Rolle: Wird Joghurt häufiger oder in größeren Mengen gefüttert, kann das langfristig zu Übergewicht beitragen – vor allem bei Wohnungskatzen. Besonders problematisch sind Joghurts mit Zucker, Aromen oder anderen Zusatzstoffen, da sie keinen gesundheitlichen Nutzen haben, aber Verdauung und Stoffwechsel zusätzlich belasten.

Hilft Joghurt Katzen bei Durchfall?

Probiotischer Joghurt kann bei leichtem Durchfall unterstützend wirken, ersetzt jedoch keinen Tierarztbesuch bei anhaltenden Beschwerden. Zeigt Ihre Katze Unwohlsein, ist der Joghurt sofort abzusetzen.6

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Worauf Sie bei der Fütterung von Joghurt achten sollten

Wenn Sie Ihrer Katze Joghurt anbieten möchten, sollten Sie ein paar Grundregeln beachten:
Geeignet ist ausschließlich Naturjoghurt, möglichst laktosefrei, ohne Zucker, Früchte, Vanille oder andere Aromen. Industrielle Frucht- oder Dessertjoghurts gehören nicht in den Katzennapf. Auch auf Süßstoffe, Konservierungsmittel und künstliche Zusätze sollte konsequent verzichtet werden.

Besondere Vorsicht ist bei Joghurt geboten, der mit Birkenzucker oder Xylit gesüßt ist. Dieser Zuckerersatzstoff ist für Katzen – und auch Hunde – hochgiftig und kann schon in kleinen Mengen zum Tod der Tiere führen.

Fazit: Joghurt in kleinen Mengen und gelegentlich

Katzen dürfen Joghurt fressen – aber nur gelegentlich, in sehr kleinen Mengen und in der richtigen Form. Laktosefreier Naturjoghurt ist dabei die beste Wahl. Zeigt eine Katze Anzeichen von Unverträglichkeit, sollte man konsequent darauf verzichten. Denn so harmlos Joghurt wirkt: Er ist kein Grundnahrungsmittel für Katzen, sondern höchstens ein kleiner Snack für zwischendurch – und auch nur dann, wenn er gut vertragen wird.

Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

Zur Autorin

Dr. Saskia Schneider ist promovierte Biologin. In ihrem Studium an der Freien Universität Berlin widmete sie sich vor allem der Zoologie und dem Verhalten von Tieren. Neben der Ausbildung zur Redakteurin absolvierte sie eine Ausbildung zur Verhaltensberaterin mit Schwerpunkt Katze.

Quellen

  1. go4vet.com, „Dürfen Katzen Joghurt essen?“ (aufgerufen am 12.01.2026) ↩︎
  2. fairment.de, „Joghurt: Was du darüber wissen wolltest!“ (aufgerufen am 12.01.2026) ↩︎
  3. ernaehrung.de, „Joghurt 3,5% Fett“ (aufgerufen am 12.01.2026) ↩︎
  4. online-fitness-academy.de, „Joghurt: Kalorien & Nährwerte“ (aufgerufen am 12.01.2026) ↩︎
  5. meisterbarf.de, „Dürfen Katzen Joghurt essen?“ (aufgerufen am 12.01.2026) ↩︎
  6. drsam.de, „Die 7 wirkungsvollsten Hausmitteln gegen Durchfall bei Katzen“ (aufgerufen am 12.01.2026) ↩︎

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