29. September 2026, 17:19 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Das wachsende Bedürfnis von Menschen, nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Hunde fleischlos und nachhaltig zu ernähren, wächst stetig. Eine neue Alternative könne Hundenahrung auf Pilzbasis sein. PETBOOK-Autorin und Ernährungsberaterin für Hunde Philine Ebert, erklärt, was es mit diesem neuartigen, innovativen Futter auf sich hat.
Hundefutter ohne Fleisch auf Pilzbasis – was ist das?
Futter auf Pilzbasis ist eine Innovation der Hundeernährung. Im Vergleich zu herkömmlichem Futter aus tierischen oder pflanzlichen Proteinen, werden dafür Proteine aus speziellen Zuchtpilzen gewonnen. Die Pilze werden speziell für die Herstellung von Futter oder Lebensmitteln auf Getreidesorten, wie z. B. Reis, gezüchtet, da sie die Stärke zum Wachsen liefern.
Pilze sind reich an bioaktiven Substanzen, hochwertigem Protein und funktionellen Inhaltsstoffen. Bei den gezüchteten Pilzen handelt es sich meistens um ein Protein, gewonnen aus dem fadenförmigen Schimmelpilz Aspergillus flavus var. Oryzae, kurz Koji genannt. Koji ist ein asiatischer, sehr proteinreicher Pilz, der als Grundlage für viele traditionelle, asiatische Nahrungsmittel dient und z. B. die Basis von Sojasoße, Sake und Miso ist. Das Protein des Koji ist von Konsistenz, Geschmack und Nährstoffgehalt dem von echtem Fleisch ziemlich ähnlich. Koji enthält wichtige Enzyme (wichtig für die Verdauung), Antioxidantien und mikrobiologische Präbiotika zur Unterstützung der Darmgesundheit.
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Aber auch andere Vitalpilze wie z. B. Reishi, Chaga, Shiitake oder der Kräuterseitling kommen für die Herstellung von Hundefutter infrage. Sie werden dann z. B. mit Mycel (dem unterirdischen Netzwerk der Pilze) und Bakterienprotein ergänzt.
Für welche Hunde sind Pilze als Alternative geeignet?
Ein Futter auf Pilzbasis ist besonders für Allergikerhunde, die auf Fleischproteine reagieren, und für Tiere mit einer sehr sensiblen Verdauung geeignet. Da Futterunverträglichkeiten, Allergien, chronische Krankheiten und Magen-Darm-Probleme stetig zunehmen, erfordert das oft langfristig eine Fütterung oder Umstellung auf eine alternative Proteinquelle.
Ein Futter auf Pilzbasis ist nährstoffreich, vegetarisch oder sogar vegan, getreidefrei und leicht verdaulich. Es unterstützt den Organismus mit bioaktiven Substanzen, die das Immunsystem und die Verdauung positiv beeinflussen und vitalisierend wirken. Es liefert alle essenziellen Aminosäuren, die der Organismus benötigt.
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Qualität, Nachhaltigkeit, Umwelt und Ethik
Die Zuchtpilze werden regional angebaut und haben daher einen hohen Qualitätsstandard. Das Risiko für eine Verunreinigung während der Futterproduktion oder eine Kontamination mit Bakterien, die bei der Verarbeitung mit Fleisch entstehen können, ist minimal. Auch die Gefahr, dass ein Hund langfristig eine Antibiotikaresistenz (ausgelöst durch belastetes Fleisch) entwickelt, ist durch den Verzicht auf Fleisch im Futter nahezu ausgeschlossen.
Auch ist die Produktion von pilzbasiertem Futter besonders nachhaltig, da der damit verbundene Energieaufwand viel niedriger ist. Dabei werden weniger CO₂‑Emissionen benötigt, als bei der Herstellung von herkömmlichem Nass- und Trockenfutter.
Viele Tierhalter, die selbst auf eine nachhaltige, vegetarische oder vegane und damit tierleidfreie Ernährung achten, greifen immer häufiger aus Überzeugung auf ebensolches Futter für ihre Hunde zurück.
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Mein Fazit
Ob ein Hundefutter ohne tierisches Protein einer naturnahen und ausgewogenen Ernährung des Hundes langfristig gerecht wird, ist und bleibt ein sehr umstrittenes Thema. Ist das Futter aber ausgewogen zusammengestellt, enthält es alle essenziellen Nährstoffe, hochwertige andere Proteinquellen und deckt somit den Nährstoffbedarf des Tieres ab, ist es eine große und innovative Bereicherung. Besonders für die Halter, die aufgrund von Allergien und Unverträglichkeiten des Hundes auf tierische Proteine wenige Alternativen haben, ist ein Futter auf Pilzbasis besonders gut geeignet.