Mücke oder Moskito – ist das eigentlich dasselbe? Für viele bedeuten beide Begriffe dasselbe. PETBOOK-Redakteurin und Biologin Dr. Saskia Schneider erklärt, worin der Unterschied liegt und warum längst nicht jede Mücke Blut saugt.
Mücke oder Moskito – wo ist der Unterschied?
Wenn wir von Mücke oder Moskito sprechen, meinen wir in der Regel Stechmücken. Dabei ist die Bezeichnung Mücke im Sprachgebrauch sehr viel geläufiger als Moskito. Letzterer stammt aus dem Spanischen und Portugiesischen und bedeutet wörtlich übersetzt „kleine Fliege“. Ursprünglich wurde er nur für tropische Stechmücken verwendet, die oft Krankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber übertragen. Mittlerweile wird Moskito in Deutschland und anderen nicht spanischsprachigen Ländern aber auch als Synonym für Mücken genutzt, wobei man auch hier explizit Stechmücken meint. Denn was viele nicht wissen: Nicht alle Mücken stechen und saugen Blut. 1
Mücken sind mit Fliegen verwandt
In der biologischen Terminologie sind Mücken (Nematocera) eine Gruppe, die zusammen mit den Fliegen (Brachycera) zu den Zweiflüglern (Diptera) gehören. Ursprünglich haben Insekten nämlich immer vier Flügel: zwei Vorder- und zwei Hinterflügel. Bei den Fliegen und den Mücken ist nur noch das Vorderflügelpaar erhalten. Die Hinterflügel sind zu sogenannten Halteren verkümmert. Unter hoher Vergrößerung kann man sie als kleine Stummel direkt hinter den Vorderflügeln erkennen.2
Im Vergleich zu den oft kompakteren Fliegen sind die meisten Mücken zart gebaute, schlanke Insekten mit fadenförmigen, vielgliedrigen Fühlern (Antennen) und langen, dünnen Beinen. Zu den Mücken zählen heute etwa 45 Familien – und Stechmücken (Culicidae) sind nur eine davon. 3
Zu den bekanntesten Mücken, die nicht stechen, gehören etwa die Schnaken, die aussehen wie riesige Stechmücken, aber komplett ungefährlich sind. Auch Zuckmücken dürften vielen schon auf Spaziergängen durch die Natur begegnet sein. Die meisten bilden große Schwärme zur Partnerfindung, sogenannte Tanzschwärme, die bei Massenvorkommen an Rauchschwaden erinnern können. Auch wenn sie Stechmücken zum Verwechseln ähnlich sehen, geht von Zuckmücken keine Gefahr aus: Die meisten Arten ernähren sich von Nektar und Honigtau. 4
Neben den Stechmücken gibt es aber auch andere Mückenfamilien, die ebenfalls Blut saugen und Krankheiten auf Mensch und Tier übertragen können. Zu den bekanntesten zählen die Kriebelmücken, Gnitzen und Schmetterlingsmücken. Zu letzteren gehören auch die Sandmücken. Sie sind vor allem bei Hundebesitzern gefürchtet, da sie die gefährliche Krankheit Leishmaniose übertragen.
In Deutschland gibt es über 50 Stechmückenarten. Zum Glück übertragen aber nur wenige von ihnen gefährliche Erkrankungen wie Leishmaniose oder Dengue-Fieber. Es folgt ein kurzer Überblick über die bekanntesten Arten.
Gemeine Stechmücke (Culex pipiens): Sie zählt zu den verbreitetsten Mückenarten in Deutschland. Man findet sie in Gärten, auf Wiesen und in Wäldern.
Ringelmücke (Culiseta annulata): Sie kommt in Wohngebieten vor und ist verglichen mit anderen heimischen Arten relativ groß.
Überschwemmungsmücke: Hierbei unterscheidet man meist noch zwischen Waldmücken, die relativ ortstreu sind, und Wiesenmücken, zu denen in Deutschland vor allem die Rheinschnake Aedes vexans zählt. Sie leben in feuchten Wäldern oder Wiesengebieten und können auch Krankheiten wie das Tahyna-Virus übertragen.
Asiatische Tigermücke(Aedes albopictus): Gilt als Vektor für eine Vielzahl von Krankheitserregern; in Deutschland noch eher vereinzelt bis selten, aber auf dem Vormarsch.
Wie Mücken und Moskitos noch genannt werden
Neben Begriffen wie Mücke oder Moskito gibt es noch ein paar regionale Bezeichnungen, die manchmal auch irreführend sein können:
Gelse ist besonders in Österreich gebräuchlich.
Stanze oder Staunse wird in manchen Gegenden der Schweiz und Bayern verwendet.
Schnake ist ein weit verbreiteter, aber falscher Begriff für Stechmücken. Bei Schnaken handelt es sich um eine eigene Insektenfamilie, die zwar auch – wie bereits erwähnt – zu den Mücken gehört, aber harmlos ist.
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