18. April 2026, 12:17 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wer mit seinem Hund in den Süden reist oder ein Tier aus dem Mittelmeerraum adoptiert, holt sich mitunter mehr als nur schöne Erinnerungen nach Hause. Eine der weniger bekannten, aber ernstzunehmenden Risiken ist die Leishmaniose – eine Krankheit, die oft erst spät erkannt wird und schwer zu behandeln ist.
Übersicht
Was hinter der Leishmaniose steckt
Die Leishmaniose gehört zu den sogenannten Mittelmeerkrankheiten, die vor allem in südlichen Regionen Europas verbreitet sind. Ausgelöst wird sie durch den einzelligen Parasiten Leishmania infantum, der über den Stich infizierter Sandmücken übertragen wird. Diese blutsaugenden Insekten kommen hauptsächlich im Mittelmeerraum vor, wurden jedoch vereinzelt auch bereits in Süddeutschland nachgewiesen.
Besonders gefährdet sind Hunde, die ihre Besitzer nach Spanien, Italien, Kroatien oder Griechenland begleiten. Auch Tiere aus dem Tierschutz, die aus diesen Regionen stammen, können infiziert sein.
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Übertragung und erste Anzeichen
Die Überträger – Sandmücken der Gattung Phlebotomus – sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Nimmt eine weibliche Mücke beim Blutsaugen den Erreger auf, kann sie diesen später beim nächsten Stich weitergeben. Neben Hunden können sich auch Katzen, Nager und sogar Menschen infizieren, weshalb die Krankheit zu den sogenannten Zoonosen zählt.
Besonders tückisch: Zwischen Infektion und ersten Symptomen können Monate oder sogar Jahre liegen. Ob die Krankheit ausbricht und wie schwer sie verläuft, hängt stark vom Immunsystem des Hundes ab.
Typische erste Anzeichen sind Hautveränderungen oder Entzündungen an der Einstichstelle. Hinzu kommen häufig geschwollene Lymphknoten, Appetitlosigkeit sowie Haarausfall. Im weiteren Verlauf können auch unspezifische Beschwerden auftreten.1
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Schwierige Diagnose, langfristige Therapie
Die Diagnose gestaltet sich oft kompliziert, da die Symptome vielfältig und nicht eindeutig sind. Hautprobleme, Durchfall, Erbrechen, Gewichtsverlust oder Lahmheit können ebenso auf andere Erkrankungen hindeuten. Daher ist es für Tierärzte entscheidend zu wissen, ob sich der Hund zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten hat.
Zur Absicherung werden Labortests eingesetzt, die entweder den Erreger direkt oder die vom Immunsystem gebildeten Antikörper nachweisen.
Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Prognose deutlich. Ohne Therapie kann die Erkrankung schwer verlaufen und im schlimmsten Fall tödlich enden – etwa durch Nierenversagen. Allerdings gilt: Eine vollständige Heilung ist nicht möglich, da der Erreger im Körper verbleibt. Medikamente können jedoch die Symptome lindern und die Lebensqualität des Hundes deutlich verbessern.
Entscheidend ist eine konsequente und langfristige Behandlung. Regelmäßige Blutkontrollen helfen, Rückfälle frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich wird eine spezielle, nierenschonende Ernährung mit reduziertem Eiweißanteil empfohlen.
Vorbeugung: So schützen Sie Ihren Hund
Am wirksamsten ist es, den Kontakt mit den übertragenden Sandmücken zu vermeiden. In Risikogebieten sollten Hunde besonders in den Abend- und Nachtstunden im Haus bleiben. Engmaschige Fliegengitter können zusätzlichen Schutz bieten.
Zudem existiert eine Impfung gegen Leishmaniose. Diese verhindert zwar nicht die Infektion selbst, kann aber einen schweren Krankheitsverlauf abschwächen. Tierärzte beraten individuell, ob und wann eine Impfung sinnvoll ist.
Ergänzend können spezielle Halsbänder oder Spot-on-Präparate eingesetzt werden, um Stiche der Sandmücken zu reduzieren.2