Gruseliger Blick! Dieser Riesen-Vogel macht sogar Jagd auf Krokodile
Der Schuhschnabel wird auch Abi Markub genannt, zu Deutsch in etwa „Vater des Schuhs“. Denn sein Schnabel erinnert tatsächlich an einen großen Holzschuh. Foto: Getty Images
29. September 2026, 17:33 Uhr |
Lesezeit: 4 Minuten
Er steht stundenlang regungslos im Wasser, doch dann schlägt er blitzartig zu: Der seltene Schuhschnabel aus Ostafrika macht mit seinem mächtigen Schnabel sogar Jagd auf kleine Krokodile. Bis zu 24,5 Zentimeter lang kann die ungewöhnliche Waffe des etwa 1,20 Meter großen Vogels werden. Seinen Namen verdankt er der auffälligen Form, die an einen riesigen Schuh erinnert. Im Sudan wird er deshalb „Abu Markub“ genannt, zu Deutsch „Vater des Schuhs“. PETBOOK stellt den faszinierenden Krokodil-Jäger vor.
Warum der Schuhschnabel so bedrohlich aussieht
Sein riesiger, schuhförmiger Schnabel macht den Schuhschnabel (Balaeniceps rex) unverwechselbar. Der obere Teil ähnelt dem Schnabel eines Pelikans und ist mit einem kräftigen Haken an der Spitze versehen. Damit kann der Sumpfbewohner selbst wehrhafte Beutetiere nach dem Zupacken sicher festhalten und anschließend verspeisen. Der untere Teil wirkt dagegen eher unauffällig, trägt aber zur beeindruckenden Schnabeltiefe von rund zwölf Zentimetern bei. Insgesamt ist der Schnabel grünlich bis bräunlich gefärbt.
Auch sein Gesichtsausdruck macht den ungewöhnlichen Vogel zu einer besonderen Erscheinung: Aus manchen Perspektiven sieht der Schuhschnabel beinahe niedlich aus. Betrachtet man ihn von vorn, verleihen ihm sein starrer Blick und der gewaltige Schnabel jedoch einen finsteren, fast bedrohlichen Ausdruck. Auch akustisch macht er Eindruck: Klappert der große Vogel mit seinem Schnabel, erinnert das Geräusch an die Salven eines Maschinengewehrs.
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Der Schuhschnabel lebt in sumpfigen und tropischen Gegenden von Afrika, hierbei hauptsächlich im Sudan. Aber auch in Tansania, Uganda und Sambia sind die auffälligen Vögel zu beobachten. Besonders beliebt beim Schuhschnabel sind die Papyrussümpfe am Weißen Nil. Hier stehen sie meist einzeln oder paarweise im flachen Wasser – teilweise stundenlang und dabei komplett regungslos. Sie warten auf diese Weise, bis ein Beutetier vorbeischwimmt.
Seine Leibspeise ist der Afrikanische Lungenfisch. Doch auch andere Fische, Weichtiere, Amphibien, Wasserschlangen und sogar kleine Krokodile stehen auf dem Speiseplan des Schuhschnabels. Schwimmt eines dieser Beutetiere nahe genug heran, schlägt der Vogel blitzartig zu und stößt seinen gewaltigen Schnabel ins Wasser. Mit dem Haken an der Schnabelspitze hält er selbst wehrhafte Tiere sicher fest. Anschließend zerlegt er seine Beute mit den scharfen Schnabelkanten und befördert sie mit einem geschickten Wurf direkt in seinen weit geöffneten Schlund.1
Lebensweise des Schuhschnabels
Der Schnuhschnabel kann fliegen und das auch ziemlich gut. Bis zu 500 Meter hoch kann er sich dabei schwingen. Allerdings kommen seine Flugkünste nur selten zum Einsatz. Die meiste Zeit des Tages sitzt er scheinbar regungslos am Ufer. Allerdings ist er hier nicht etwa untätig. Er beobachtet ganz genau seine Umgebung und vor allem das Wasser, um kein potenzielles Beutetier zu verpassen. Aber auch sonst sind seine Bewegungen eher bedächtig als hektisch.
So schreitet er langsam durch Schilf und Papyrus. Denn erwachsene Krokodile und Flusspferde können dem Vogel gefährlich werden und er erregt mit seinen kaum wahrnehmbaren Bewegungen weniger Aufsehen. Auch der Mensch stellt für den Schuhschnabel eine Bedrohung dar. In diesem Fall aber eher durch die Vernichtung des empfindlichen Ökosystems, das der Vogel zum Überleben braucht. 2
Inmitten der Ufervegetation legt der Schuhschnabel seine Nester an. Auch auf Inseln in Flüssen oder Teichen baut der Vogel Gelege, die meist mit zwei bis drei bläulichen Eiern bebrütet werden. Die Umgebung dieser Nester ist in der Regel dicht mit Vegetation bewachsen, sodass sie von Fressfeinden nicht gut einsehbar ist. Erst nach 14 Wochen können die geschlüpften Schuschnabel-Küken stehen, mit vier Monaten sind sie dann selbstständig und gehen allein auf Jagd. Bis dahin kümmern sich die Elternvögel abwechselnd um die Küken.3
Gefährdung des Abu Markub
Der Bestand des Schuhschnabels wird auf etwa 6500 Exemplare geschätzt, Tendenz weiter abnehmend. Grund dafür ist vor allem die Zerstörung seines Lebensraums. Wassernahe Flächen sind im Verbreitungsgebiet des Schuhschnabels bei Landwirten besonders beliebt für den Ackerbau. Dies führt aber dazu, dass oft die schützende Ufervegetation zerstört und dem Vogel Nistmöglichkeiten genommen werden.
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