1. Juli 2026, 16:54 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Riesige Augen, meterweite Sprünge und ein Speiseplan, der selbst unter Primaten einzigartig ist: Der Koboldmaki gehört zu den außergewöhnlichsten Säugetieren der Welt. PETBOOK stellt die faszinierendsten Fakten über den winzigen Nachtjäger vor.
Kleine Primaten mit großen Besonderheiten
Koboldmakis gehören zur Ordnung der Primaten und sind ausschließlich in Südostasien beheimatet. Dort leben sie vor allem in tropischen Regenwäldern, kommen aber auch in Sümpfen und Bambusdickichten vor. Nach aktuellem Stand unterscheiden Forschende 14 Arten, die sich in drei Gruppen einteilen lassen: Philippinen-, Sunda- und Sulawesi-Koboldmakis. Trotz ihrer geringen Größe zählen die Tiere zu den außergewöhnlichsten Primaten der Welt. Welche Besonderheiten sie so einzigartig machen, zeigt PETBOOK.
1. Augen so groß wie das Gehirn
Wenn man ein Koboldmaki (Tarsius) sieht, fallen gleich zwei Dinge auf: die großen Augen, aber auch, wie winzig das Tier ist. Mit einem Durchmesser von bis zu 16 mm sind die Augen des Koboldmakis größer als sein Gehirn.1
So klein wie dieser Primat ist, so leicht ist er auch. Denn die Augen sind nicht nur größer, sondern auch schwerer als das Gehirn. Auf die Waage bringt dieses nämlich nur zwei bis drei Gramm.
2. Koboldmakis können bis zu 3 Meter weit springen
Koboldmakis leben in den Regenwäldern und Sumpfgebieten Südostasiens. Dort verbringen sie fast ihr gesamtes Leben in den Bäumen und bewegen sich mit beeindruckender Leichtigkeit durch das dichte Geäst. Dabei kommen ihnen ihre außergewöhnlich langen Hinterbeine zugute. Besonders auffällig sind die verlängerten Fußwurzelknochen, nach dem die Tiere auch benannt wurden.
Dank dieser speziellen Anatomie schaffen Koboldmakis Sprünge von bis zu drei Metern. Für einen Primaten, der gerade einmal etwa faustgroß wird, ist das eine erstaunliche Leistung. Beim Sprung hilft außerdem der lange Schwanz, der wie ein Steuer- und Balanceorgan funktioniert. Zusammen mit ihren riesigen Augen können die nachtaktiven Jäger so auch bei wenig Licht Beute in einiger Entfernung erspähen und blitzschnell zuschnappen.
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3. Wieso haben Koboldmakis so große Augen?
Die riesigen Augen des Koboldmakis sind eine perfekte Anpassung an sein Leben als nachtaktiver Jäger. Sie haben einen Durchmesser von rund 1,5 Zentimetern, fangen besonders viel Licht ein und ermöglichen es dem kleinen Primaten, selbst bei Dunkelheit Insekten, Spinnen und kleine Wirbeltiere aufzuspüren. Allerdings haben die großen Augen auch einen Nachteil: Sie sind nahezu unbeweglich. Möchte der Koboldmaki zur Seite schauen, muss er deshalb den gesamten Kopf drehen.
Anders als viele andere nachtaktive Tiere – etwa Katzen – besitzen Koboldmakis kein sogenanntes Tapetum lucidum, eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut, die das Sehen im Dunkeln verbessert. Diesen Nachteil gleichen sie mit ihren außergewöhnlich großen Augen aus.
Dass diese Anpassung schon sehr alt ist, zeigen Fossilien aus China. Ein rund 45 Millionen Jahre alter Schädel eines ausgestorbenen Koboldmaki-Verwandten weist bereits die markant großen Augenhöhlen auf – ein Hinweis darauf, dass sich das charakteristische Aussehen der Tiere über Millionen von Jahren kaum verändert hat.2
4. Sind Koboldmakis giftig?
Viele Menschen fragen sich, ob Koboldmakis giftig sind. Die Antwort ist ganz klar: nein. Die kleinen Primaten wirken mit ihren riesigen Augen und ihrer nächtlichen Lebensweise zwar geheimnisvoll, setzen bei der Jagd aber weder auf Gift noch auf andere besondere Waffen. Stattdessen verlassen sie sich auf ihre scharfen Sinne, ihre blitzschnellen Reflexe und ihre beeindruckende Sprungkraft.
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5. Koboldmakis sind Fleischesser
Doch was fressen die winzigen Nachtjäger eigentlich? Anders als alle anderen Primaten ernähren sich Koboldmakis ausschließlich von tierischer Kost. Damit sind sie die einzigen bekannten Primaten, die reine Fleischfresser sind. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Insekten wie Heuschrecken, Käfer oder Grillen. Daneben jagen sie aber auch Spinnen, Skorpione und andere wirbellose Tiere.
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Ihre Nahrung spüren Koboldmakis meist nachts auf. Haben sie ein Beutetier entdeckt, schlagen sie blitzschnell zu und packen es mit ihren langen Fingern und kräftigen Händen. Dabei helfen ihnen ihre Kombination aus scharfem Gehör, ausgezeichnetem Sehvermögen und ihrer enormen Sprungkraft.
Koboldmakis brauchen Schutz
So niedlich Koboldmakis auch aussehen – für viele Arten sieht die Zukunft alles andere als rosig aus. Ihr größtes Problem ist der Verlust ihres Lebensraums: Immer mehr Regenwald muss Plantagen, Straßen oder Siedlungen weichen. Zusätzlich setzen Pestizide den kleinen Primaten zu, weil sie dadurch weniger Beutetiere finden. Auch Wilderei und der illegale Handel mit exotischen Tieren bedrohen die Bestände. Umso wichtiger ist es, die verbliebenen Regenwälder zu schützen – denn genau dort gehören Koboldmakis hin.