17. September 2025, 16:51 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Rund 7000 Amphibienarten gibt es weltweit. Dazu gehören auch verschiedenste Frösche, Unken und Kröten. Die Tiere sehen sich auf den ersten Blick relativ ähnlich. PETBOOk verrät, wie man sie voneinander unterscheiden kann.
Frosch, Unke, Kröte? So erkennen Sie den Unterschied
Sieht aus wie ein Frosch, ist aber keiner? Das trifft auf Kröte und Unke definitiv zu. Laien haben oft Probleme die drei Tierarten richtig auseinanderzuhalten. Allen gemein ist, dass sie zu den Froschlurchen gehören. Außerdem gehen alle drei Amphibien im Frühjahr und Herbst auf Wanderschaft. Im Frühling geht es zu den Laichgründen, meist die Orte, an denen die Tiere selbst aufgewachsen sind. Im Herbst wandern Frosch, Unke und Kröte dann zu geeigneten Winterquartieren. Ansonsten gibt es fast mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zwischen Unke, Kröte und Frosch.
Übersicht
- Frosch, Unke, Kröte? So erkennen Sie den Unterschied
- Hinterbeine schlank oder gedrungen?
- Glatte oder warzige Haut?
- Herzförmige Pupillen? Dann ist es eine Unke
- Spitzes oder rundes Maul?
- Schwimmhäute? Dann ist es ein Frosch
- Unken setzten auf Farbe!
- Unterschiede in der Fortpflanzung von Frosch, Unke und Kröte
- Lebensraum von Frosch, Unke und Kröte
- Quellen
Hinterbeine schlank oder gedrungen?
Während Frösche größtenteils einen schlanken, lang gezogenen Körperbau haben, der vor allem auch durch sehr lange Hinterbeine auffällt, sind Kröten und Unken eher gedrungen und kräftiger gebaut. Deshalb können Frösche auch besonders gut und weit springen.
Bei Kröten und Unken sind die Vorder- wie Hinterbeine ungefähr gleich lang, deshalb bewegen sie sich auch eher „gehend“ fort. Kröten können sehr schnell laufen, wohingegen Frösche je nach Art mühelos bis zu einem Meter weit springen können.
Glatte oder warzige Haut?
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Kröten haben eine warzige, raue Haut und sichtbare Drüsen, aus denen sie bei Gefahr ein bitter schmeckendes Sekret absondern. Dieses ist für Menschen ungefährlich – nur in Augen oder Mund geraten sollte es nicht, da es Reizungen verursachen kann. Hunde und Katzen reagieren empfindlicher: Leckt ein Haustier an einer Kröte und zeigt Symptome wie Schaum vor dem Maul oder Atemprobleme, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.1 2 3
Frösche haben hingegen eine glatte, feuchte Haut und keine sichtbaren Warzen und Drüsen.
Herzförmige Pupillen? Dann ist es eine Unke
Die Unke hebt sich optisch deutlich durch ihre besondere Pupillenform von Frosch und Kröte ab. Unken haben herzförmige Pupillen und lassen sich dadurch leicht von den ähnlich aussehenden Amphibien unterscheiden.
Spitzes oder rundes Maul?
Bei Kröten ist das Maul rundlich und breit geformt, im Vergleich dazu haben Frösche eher spitze Mäuler. Die Unke ähnelt optisch der Kröte, ist aber nur etwa halb so groß. Die Maulform ist deshalb aber ebenfalls rundlich.
Zudem haben Frösche eine ausgeprägtere Zunge, mit der sie Fliegen, Käfer und andere Insekten fangen, Kröten hingegen schnappen ihre Beute direkt mit dem Maul. Das Maul der Frösche ist meist spitzer.
Schwimmhäute? Dann ist es ein Frosch
Frösche leben hauptsächlich am oder im Wasser. Deshalb tragen sie zwischen den Zehen auch Schwimmhäute, um sich im kühlen Nass besonders schnell fortbewegen zu können. Kröten und Unken haben hingegen nur wenig ausgebildete oder keine Schwimmhäute, auch wenn Unken sich meist ebenfalls in Wassernähe oder im Schlamm aufhalten.
Kröten leben außerhalb der Laichzeit je nach Art bevorzugt an Waldrändern, in naturnahen Gärten und Parks und kommen nur zur Paarung und zum Ablaichen ins Wasser, wo sie im Gegensatz zu Fröschen Laichschnüre ablegen. Frösche setzen ihren Laich in Klumpen ab.
Unken setzten auf Farbe!
Während Frösche und Kröten überwiegend in Tarnfarben gefärbt sind, um sich besonders gut im Schlamm oder Laub verstecken zu können, setzen Unken zusätzlich auf Abschreckung. Ihre Bauchunterseite ist in Warnfarben gehalten. Droht Gefahr, dreht sich die Unke blitzschnell auf den Rücken und zeigt dem Fressfeind die Signalfarben auf dem Bauch. Dies heißt so viel wie „Achtung! Friss mich lieber nicht, ich bin giftig!“.
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Unterschiede in der Fortpflanzung von Frosch, Unke und Kröte
Unken heften ihre Eier nach der Fortpflanzung als lockere, kleine Klümpchen an Pflanzen im Wasser an. Frosch-Laich kennen viele als große, zusammenhängende Klumpen, die meist in Ufernähe zwischen Pflanzen frei im Wasser schwimmen. Kröten hingegen legen sogenannte Ei-Schnüre ab.
Auch die Laute zur Paarungszeit sind bei Frosch, Unke und Kröte unterschiedlich. Das laute Quaken von Fröschen hört man zur Paarungszeit im Frühjahr über mehrere hundert Meter weit. Auch Kröten können hierbei deutlich hörbar sein. Unken hingegen können beim Rufen auch mit Vögeln verwechselt werden. Ihre Laute sind eher gleichförmig und wiederholen sich sehr stark, Frösche weisen eine größere Bandbreite an Lauten auf.
Lebensraum von Frosch, Unke und Kröte
Frösche leben je nach Art mehr oder weniger viel im Wasser. Laubfrösche und Grasfrösche halten sich auch viel am Land auf, aber alle Froscharten gehen zur Paarungszeit ins Wasser. Besonders beliebt sind dabei tiefe Tümpel oder auch Seen, die flach abfallende Uferbereiche für die Laichablage aufweisen.
Kröten gehen zwar zur Eiablage ebenfalls ins Wasser, halten sich aber ansonsten hauptsächlich am Land auf. Hierbei verstecken sie sich gern in Laubhaufen oder unter Totholz oder Steinhaufen. Unken halten sich stets in Wassernähe auf, bevorzugen dabei aber Tümpel in Steinbrüchen oder Tongruben.
Der bekannteste heimische Frosch, der grüne Laubfrosch, lebt stets in Gewässernähe. Allerdings klettert er auch gern mal auf Bäume, wie Dr. Andreas Zahn, Biologe, Froschexperte und Vorsitzender der Kreisgruppe des BUND im bayerischen Mühldorf, im Gespräch mit PETBOOK erläutert. Durch seine besonders ausgestalteten Füße und Zehen, die über eine Art Saugnäpfe verfügen, kommt er mühelos in größere Höhen und kann sogar an Scheiben hinaufklettern. Ansonsten bevorzugt er laubige Habitate, in denen er durch seine Größe und seine grüne Farbe hervorragend getarnt ist.
Schutz für Frosch, Unke und Kröte im eigenen Garten
Wie viele wildlebende Tiere haben es auch Amphibien hierzulande inzwischen schwer, für sie passende Lebensräume zu finden. Wer einen Garten hat, kann die teilweise bedrohten Frosch-, Kröten und auch Unkenarten unterstützen. Ecken im Garten, die sich selbst überlassen werden und in denen Laub, Totholz und Steine liegen, sind ein toller Lebensraum nicht nur für Kröten, sondern auch für Igel und viele nützliche Insekten. Ein kleiner Naturteich kann auch Frösche und Kröten in den Garten locken. Die Kaulquappen sorgen dafür dass die Mückenpopulation im Teich nicht Überhand nimmt.