27. April 2026, 10:57 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Buschiger Schwanz, flinke Sprünge und immer ein bisschen in Eile. Kaum ein Wildtier ist so beliebt wie das Eichhörnchen. Jetzt wurde der kleine Kletterkünstler sogar zum „Gartentier des Jahres 2026“ gewählt und dürfte damit viele Sympathiepunkte gesammelt haben. Dabei hat es das Eichhörnchen faustdick hinter den Pinselohren.
Das Eichhörnchen ist Gartentier des Jahres 2026
Die Heinz Sielmann Stiftung hat das Eichhörnchen zum „Gartentier des Jahres 2026“ gewählt. Bereits seit einigen Jahren will die Stiftung mit dieser Aktion auf die Bedeutung naturnaher Gärten für die Artenvielfalt aufmerksam machen. Der kleine rote Kletterer löst somit den Gartenschläfer ab, der 2025 den Sieg für sich entscheiden konnte.
Bei der diesjährigen Abstimmung setzte sich das Eichhörnchen klar als Sieger durch. Von insgesamt 13.055 Stimmen erhielt der beliebte Gartengast stolze 4.435. Damit wurde er nach 2011 bereits zum zweiten Mal als Gartentier des Jahres ausgezeichnet. Hinter dem Eichhörnchen landeten die Blaumeise mit 20,47 Prozent und der Große Abendsegler mit 15,56 Prozent.
Ist das Eichhörnchen der perfekte Gartenliebling?
Im Wald, in Parks, auf Friedhöfen und in Wohngebieten – wo Bäume stehen, sind Eichhörnchen oft nicht weit. Mittlerweile sind sie in vielen Gärten gern gesehene Gäste. Mit ihren Knopfaugen, den Pinselohren, ihrer fast schon verspielten Art und dem buschigen Schwanz schaut man ihnen gern beim Springen von Ast zu Ast zu.1
Dabei ist der Eichhörnchenschwanz weitaus mehr als niedlich anzusehen. Er hilft den kleinen Nagern, kopfüber am Baumstamm entlangzulaufen, meterweite Sprünge zwischen Ästen zu meistern und blitzschnelle Richtungswechsel zu vollziehen. Neben seiner Funktion als Balancehilfe und Steuerorgan wird er im Winter sogar als wärmende Decke zweckentfremdet.
Ein fleißiger Sammler und heimlicher Gärtner
Bekannt sind Eichhörnchen vor allem für ihre Vorratshaltung. Im Herbst verstecken sie Nüsse und Samen im Boden, um im Winter darauf zurückzugreifen. Beim Einsammeln bleibt allerdings die eine oder andere Nuss in der Erde versteckt. Schlecht für die Eichhörnchen, aber gut für die Natur. Denn was sie vergessen, wächst später oft zu neuen Pflanzen heran. So tragen die Nagetiere ganz nebenbei zur Verbreitung von Bäumen und Sträuchern bei.
Auch im Garten stellen sie damit keinen großen Schaden an. Zwar buddeln sie, verstecken ihr Futter und bedienen sich gern am Vogelhäuschen, doch bleibt das Ausmaß in der Regel harmlos. Ihr Auftreten im heimischen Grün ist meist sogar ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass der Garten genug Struktur, Nahrung und Rückzugsorte bietet.
Ein Speiseplan, der es in sich hat
Anders als manche vielleicht denken, sind Eichhörnchen keine reinen Pflanzenfresser. Neben Nüssen, Samen und Früchten stehen auch Insekten auf dem Speiseplan. Auch Vogeleier oder Jungvögel können dem Nager zum Opfer fallen.2
Tatsächlich plündern Eichhörnchen gelegentlich sogar Nester. Das passiert meist dann, wenn die Nahrung knapp oder der Energiebedarf besonders hoch ist. Für die Vogelwelt ist das Verhalten aber überwiegend kein großes Problem. Viele Arten gleichen diese Verluste durch mehrere Bruten wieder aus.
7 überraschende Fakten über Eichhörnchen, die nicht jeder kennt
Gartenschläfer zum Gartentier des Jahres gewählt – warum das ein wichtiges Zeichen ist
Harmlos, aber kein Kuscheltier
Auch wenn sie Vögeln gegenüber als Gefahr auftreten können, für uns Menschen sind sie harmlos. Eichhörnchen wirken oft zutraulich, vor allem dort, wo sie regelmäßig gefüttert werden. Trotzdem bleiben sie Wildtiere. Wer versucht, sie anzufassen, riskiert schmerzhafte Kratzer oder Bisse.
Im Übrigen halten sich auch weiterhin Gerüchte, wonach die Nager Tollwut übertragen. Das stimmt aber so nicht. Deutschland gilt bereits seit Jahren als tollwutfrei. Ein Grund, um sie sorglos anzulocken, ist das trotzdem nicht. Denn zu viel Nähe schadet den Tieren. Wer sie regelmäßig anlockt oder füttert, nimmt ihnen ihre natürliche Scheu und setzt sie damit neuen Gefahren aus, etwa im Straßenverkehr oder durch Haustiere.
Auch interessant: Unter diesen Bedingungen darf man Eichhörnchen als Haustiere halten
Kleine Draufgänger mit erstaunlichen Fähigkeiten
Zudem sind Eichhörnchen erstaunlich robust. Rein theoretisch könnten sie sogar einen Sturz aus großer Höhe überleben. Weil sie so leicht sind und beim Fallen ihren Körper ausbreiten, werden sie stark abgebremst. Ihre Aufprallgeschwindigkeit bleibt dadurch gering.
Kletterkünstler, Vorratssammler, Gartenhelfer und Gelegenheitsräuber – mit seiner robusten und anpassungsfähigen Art zeigt das Eichhörnchen, warum es den Titel „Gartentier des Jahres 2026“ zu Recht tragen darf.