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Grundlagen & Tipps

Wie Wellensittiche das Sprechen lernen können

Zwei Wellensittiche sitzen auf einem Ast
Nicht nur Papageien, sondern auch Wellensittiche können sprechen lernen – wenn man sie entsprechend ermutigt.Foto: Getty Images

Wer Wellensittiche hält, wird früher oder später diese Frage von Besuchern hören: „Und? Kann der auch sprechen?“ Die grün-gelben und blau-weißen Vögel sind bekannt für ihr Sprachvermögen und viele Menschen finden es einfach niedlich, wenn ein Wellensittich einen kleinen Gruß oder gar ein Schimpfwort kräht. Doch wie lernen Wellensittiche überhaupt zu sprechen? Und ist es ein gutes Zeichen, wenn die Vögel ausdauernd vor sich hinplappern?

Wer schon mal einen Wellensittich hatte, wird wissen: Ganz so einfach ist es nicht, dass die Vögel das Sprechen lernen. Und selbst wenn man es versucht, bedeutet das nicht, dass man erfolgreich ist.

Das natürliche Verhalten der Wellensittiche

Wellensittiche gehören zur Familie der Eigentlichen Papageien. In ihrer Heimat Australien leben sie in großen Schwärmen zusammen und verständigen sich untereinander mit mal trillernden, mal kreischenden Rufen. In ihren Bronchien sitzt ein spezielles Lautgebungsorgan, das es ihnen ermöglicht, eine Vielzahl an Tönen zu produzieren.

Werden Wellensittiche als Haustiere gehalten, kann es vorkommen, dass sie die Laute ihres Besitzers nachahmen. Dabei ist den ihnen allerdings die Bedeutung der Wörter, die sie trällern, komplett egal: Sie versuchen lediglich, die Lautfolge nachzubilden. Besonders motiviert sind die Vögel, wenn man sie für erfolgreiches „Sprechen“ mit einem Leckerli belohnt.

Können alle Wellensittiche das Sprechen lernen?

Nicht alle Wellensittiche sind sprachbegabt. Manche lernen es nie – und das trotz intensiver Bemühungen ihres Besitzers. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Männchen „plapperfreudiger“ sind als Weibchen. Ähnlich wie uns Menschen fällt es auch den Vögeln leichter, in jungen Jahren Neues zu lernen. Daher gilt: Je jünger der gefiederte Sprachschüler ist, desto besser.

Damit ein Wellensittich überhaupt Lust hat, die Laute seines Menschen zu imitieren, sollte er ein enges Verhältnis zu ihm haben. Jedoch dürfen die sozialen Vögel niemals allein gehalten werden: Sie brauchen mindestens einen Artgenossen, um sich wohlzufühlen – wobei sich ein gemischtgeschlechtliches Paar oder zwei Männchen oft besser verstehen als zwei Weibchen. Wichtig zu wissen: Der Mensch kann den gefiederten Partner niemals ersetzen.

Leider sind es oft Wellensittiche in nicht artgerechter Einzelhaltung, die besonders schnell losplappern. Da ihnen ein tierischer Sozialpartner fehlt, sind sie stark auf ihren Besitzer fixiert und ahmen seine Laute nach. Das sollte aber auf keinen Fall als Methode betrachtet werden, um einem Wellensittich das Sprechen beizubringen.

Wenn ein Wellensittich nur noch plaudert und nicht mehr zwitschert, liegt wahrscheinlich eine Verhaltensstörung vor. Das heißt jedoch im Umkehrschluss nicht, dass nur einsame Wellensittiche sprechen lernen. Aber es dauert unter Umständen länger, einem artgerecht gehaltenen Vogel das Sprechen beizubringen.

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Wellensittichen das Sprechen beibringen – so geht’s

Wer seinen Wellensittich die menschliche Sprache lehren möchte, sollte viel Geduld mitbringen. Die Übungseinheiten sollten nicht länger als eine halbe Stunde sein und mit einer Leckerei belohnt werden. Am leichtesten lernen Wellensittiche kurze Wörter, die die Vokale i und /oder e sowie Zischlaute enthalten. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis ein Vogel die gewünschte Lautfolge wiederholt und in seinen „Wortschatz“ übernimmt. Stellt sich nach einem halben Jahr kein Lernerfolg ein, kann man davon ausgehen, dass der Sittich nicht sprechen kann – oder will.

Trällert der Vogel zufällig oder auf Kommando das gewünschte Wort, bekommt er natürlich eine Belohnung, zum Beispiel ein Stückchen Paprika oder Apfel. Im nächsten Schritt wird das Wort in einen kurzen Satz eingebaut, der vom Besitzer bestenfalls sehr melodisch vorgetragen wird. Auf diese Weise können neugierige, lernwillige Wellensittiche kurze Botschaften wie „Küsschen Küsschen“ oder „Gute Nacht, Lisa“ verinnerlichen.

Kein Sprachtalent? Macht nix!

Will der Wellensittich trotz zahlreicher Übungsstunden und Leckerlis einfach nicht zu sprechen anfangen, sollten Vogelfreunde nicht allzu enttäuscht sein. Denn offenbar bleibt der Piepmatz lieber bei seiner eigenen Sprache und unterhält sich mit seinen Artgenossen in fließendem „Sittisch“.

Wer mag, kann versuchen, diese tierische Fremdsprache zu erlernen. Dazu muss man die Lautäußerungen und Körperhaltungen der gefiederten Lieblinge genau studieren. So kann beispielsweise ein schrilles Kreischen bedeuten, dass der Vogel verärgert ist, während ein taubenhaftes Gurren als Bitte um Aufmerksamkeit verstanden werden kann.

Quellen

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