Der Eichelhäher gehört wohl zu den markantesten Vogelarten heimischer Wälder: Dank seiner blau-schwarz gebänderten Flügelfedern ist der schillernde Rabenvogel sogar im Flug gut zu erkennen. Und wie viele andere Angehörige der Familie, ist auch der Eichelhäher ungewöhnlich intelligent. PETBOOK präsentiert sieben faszinierende Fakten über den gefiederten Waldbewohner.
1. Eichelhäher sammeln 15 Kilogramm Vorräte
Ähnlich wie Eichhörnchen legen auch Eichelhäher Nahrungsvorräte für den Winter an. Ab August beginnen sie damit, eifrig Eicheln, Haselnüsse und andere Nussfrüchte zu sammeln: Bis zu 3.000 Eicheln vergräbt ein einzelner Vogel pro Saison – das entspricht 15 Kilogramm Futter. Während der Hauptsammelzeit von August bis Oktober verbringen die Tiere bis zu elf Stunden pro Tag mit dem Anlegen ihrer Depots. 12
2. Kann sich bis zu 6000 Verstecke merken
Damit der Eichelhäher seine Vorräte auch wiederfindet, hat ihn die Natur mit einem außergewöhnlichen Gedächtnis ausgestattet. Bis zu 6000 Nuss-Verstecke soll sich der schillernde Rabenvogel merken können! In Versuchen konnte gezeigt werden, dass sich der Eichelhäher tatsächlich an vergangene Ereignisse erinnern kann – eine Fähigkeit, von der man lange dachte, sie sei eng mit der Sprache verbunden und damit der Spezies Mensch vorbehalten. 3
3. Führt Plünderer gezielt in die Irre
Beim Anlegen seiner Vorratskammern macht dem Eichelhäher so schnell keiner was vor. Wenn er bemerkt, dass er beim Verscharren seiner Eicheln beobachtet wird, gräbt er sie anschließend wieder aus und vergräbt sie woanders. Manchmal verbuddelt er auch einfach Steine, um tierische Plünderer in die Irre zu führen.
4. Imitiert Stimmen anderer Vögel
Der Eichelhäher ist ein begabter Stimmenimitator und kann beispielsweise den Habicht und den Mäusebussard täuschend echt nachmachen. Doch warum tut er das? Biologen haben auf diese Frage bislang keine Antwort – womöglich hat der Eichelhäher einfach Spaß daran. Als gesichert gilt dagegen, dass der Vogel sein markantes, durchdringendes Krächzen einsetzt, um andere Waldbewohner vor Gefahren zu warnen. Dieses Verhalten brachte ihm den Beinamen „Polizist des Waldes“ ein. Seine Alarmrufe haben schon so manchem Beutegreifer, aber auch menschlichen Jägern die Tour vermasselt. 4
Taschenspielertricks durchschauen die cleveren Vögel deutlich besser als Menschen. Im Rahmen eines Experiments wurde Eichelhähern beigebracht, auf die Hand zu picken, in der sie Futter vermuteten. Wenn dann so getan wurde, als hätte der Snack die Hand gewechselt, ließen sich die Tiere weniger oft täuschen als Menschen, denen ein Video dieses „Hütchenspielertricks“ gezeigt wurde.
Um sein Gefieder von lästigen Parasiten zu befreien, nimmt der Eichelhäher ein Bad im Ameisenhügel. Die kleinen staatenbauenden Insekten vermuten einen Angriff auf ihr Nest und sondern Ameisensäure ab, während sich der Vogel darin wälzt. Diese wirkt vor allem gegen Milben gut. „Einemsen“ nennt man diese spezielle Form der Gefiederpflege.
7. Kennen die Leibspeise ihrer Partnerin
Eichelhäher-Männchen haben in Versuchen eine Eigenschaft gezeigt, die sich wahrscheinlich auch einige Frauen von ihren Männern wünschen würden: Sie konnten einschätzen, welche Nahrung ihre Herzensdame aktuell bevorzugen würde. Woher die Vögel das wussten? Die Männchen beobachteten, welches Futter ihre Partnerin zu fressen bekam, und wählten anschließend eine andere Leckerei, um sie ihrem Weibchen zu bringen.
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