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Entscheidung gefällt

Bundestierschutzbeauftragte muss gehen! Wird das Amt ganz gestrichen?

Porträtbild Bundestierschutzbeauftragte Ariane Kari
Ariane Kari war Deutschlands erste Bundestierschutzbeauftragte und seit 2023 im Amt Foto: BMEL/BMLEH
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

4. August 2025, 14:58 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Noch im Juni sprach Ariane Kari mit PETBOOK über ihre Hoffnungen – heute ist klar: Ihre Amtszeit als erste Bundestierschutzbeauftragte endet. Damit verliert der Tierschutz in Deutschland nicht nur seine prominenteste, sondern auch seine unabhängigste Stimme auf Bundesebene. PETBOOK-Redakteurin Louisa Stoeffler ist entsetzt.

Eine Stimme für die Tiere – verstummt

Lange hing das Amt der Bundestierschutzbeauftragten, das unter der Ampelregierung neu geschaffen wurde, nach dem Regierungsbruch in der Luft. PETBOOK berichtete früh über das Tauziehen um eine mögliche Verlängerung. Kari selbst zeigte sich im Gespräch mit unserer Redaktion vorsichtig optimistisch: „Natürlich ist solch ein Schwebezustand nicht einfach“, sagte sie damals.

Nun ist klar: Ariane Kari wird ihre Arbeit nicht fortsetzen dürfen. Wie es mit dem Amt der ersten Bundestierschutzbeauftragten weitergehen wird, steht weiterhin in den Sternen. Die Stimme, die Frau Kari den Tieren über zwei Jahre geben durfte – verstummt.

Politik ohne Plan?

Mit ruhiger Entschlossenheit und einem tiefen Sachverstand hat Ariane Kari in den vergangenen zwei Jahren viel bewegt. Als erste Bundestierschutzbeauftragte überhaupt hatte sie keine leichte Aufgabe – es gab kein Vorbild, keine Blaupause, keine garantierte Zukunft. Doch sie nutzte ihr Amt, um das zu tun, was bislang oft fehlte: Tierschutz fachlich fundiert, parteilos und praxisnah zu vertreten. Umso bitterer ist das Signal, das mit ihrem Abschied verbunden ist.

Denn heute, am 4. August 2025, ist nun klar: Die Entscheidung ist gefallen. Kari darf nicht weitermachen. In einem kurzen Statement teilte sie mit:

„Die anhaltende politische Debatte um meine Personalie ist am heutigen Tag zum Abschluss gekommen. So ging mir vor wenigen Stunden die Mitteilung zu, dass ich das Amt der oder des Bundestierschutzbeauftragten in dieser Legislatur nicht weiter bekleiden werde.“

Wie es mit dem Amt selbst weitergeht, ist unklar. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMLEH) will sich „zu gegebener Zeit“ äußern, wie es in der Pressemitteilung zum Aus für die Bundestierschutzbeauftragte weiter heißt. Ein Signal der Planungssicherheit klingt anders. Trotz ihres Ausscheidens zeigte sich Ariane Kari in ihrem Abschiedsstatement kämpferisch:

„Ich möchte Ihnen außerdem versichern, dass ich mich auch weiterhin für den Schutz und die Wahrung der Rechte unserer tierlichen Mitgeschöpfe einsetzen werde.“

Das ist tröstlich – und bitter zugleich. Denn es zeigt, dass es offenbar nicht am Engagement oder der Kompetenz gescheitert ist.

Tierschutz ist kein Parteiprogramm

Ariane Kari war parteilos. Für sie war Tierschutz kein ideologisches Projekt, sondern ein Staatsziel – gesetzlich verankert im Grundgesetz, aber oft politisch unterfinanziert, emotional instrumentalisiert oder schlicht ignoriert.

Ob Sachkundenachweise für Hundehalter, eine gesetzlich verankerte Tierschutzbildung, ein neues Prüfverfahren für tierschutzkonforme Haltungssysteme oder ein konsequentes Vorgehen gegen Qualzuchten: Kari hatte viele konkrete Projekte angestoßen. Was aus ihnen wird, ist ungewiss.

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„Ausscheiden von Kari kommt tierschutzpolitischem Beben nahe“

„Dass der Vertrag von Ariane Kari als Bundestierschutzbeauftrage nicht verlängert wird, kommt einem tierschutzpolitischen Beben nahe“, kommentiert auch der Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder in einer Mitteilung.

„Wir bedauern diese Personalentscheidung außerordentlich! Ariane Kari hat das Amt fachlich und politisch sehr gut ausgefüllt. Es ist schade, dass Bundesminister Rainer diese Expertise nicht weiter bindet.“ Schröder kommentiert weiter, es bleibe abzuwarten, ob Bundesminister Rainer bei der Neubesetzung des Amtes politischen Mut beweise oder eine politisch genehme Person auswähle.

„Eines aber ist Fakt: Mit dieser Entscheidung hat der Bundesminister Vertrauen bei den Tierschützerinnen und Tierschützern verspielt. Die Tierschutzgemeinschaft ist eben keine Randgruppe, sondern repräsentiert große Teile der Gesellschaft. Rainer wäre gut beraten, die Belange des Tierschutzes ernst zu nehmen.“

Ein Kommentar zum Schluss

Mit dem Aus für die Bundestierschutzbeauftragte Ariane Kari geht mehr verloren als ein Posten. Es geht eine Idee, wie moderne, fachlich getragene Tierschutzpolitik in Deutschland aussehen kann. Es geht ein Versuch, aus reiner Symbolpolitik endlich Substanz zu machen.

PETBOOK wird auch weiterhin kritisch begleiten, ob und wie das Amt weitergeführt wird. Und wir fragen uns – gemeinsam mit vielen Tierschützern, Tierärzten und Bürgern: Wer spricht jetzt für die Tiere?

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