20. Oktober 2026, 17:20 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Aufrecht wie Weinflaschen watscheln sie durch den Garten und gelten als lebende Schneckenfalle – Laufenten sind nach wie vor bei Gartenbesitzern beliebt. Mit ein paar Enten im Beet ist es aber nicht getan. Die Tiere brauchen Platz, Wasser, einen sicheren Stall und eine Anmeldung beim Veterinäramt. PETBOOK erklärt, was Interessierte vor dem Kauf wissen müssen.
Wie viele Laufenten sollte man halten?
Laufenten sind Herdentiere und sollten nicht allein leben. Es empfiehlt sich mindestens ein Paar, besser eine kleine Gruppe zu halten. In der müssen die Enten klar in der Überzahl sein, beispielsweise ein Erpel mit drei bis vier Enten. Grund dafür sind die Erpel, die in der Paarungszeit auch gerne mal aufdringlich werden. Mehrere Weibchen verteilen deshalb die Aufmerksamkeit. Wer keinen Nachwuchs möchte, kann auch eine reine Erpel- oder Entengruppe halten.1,2,3
Wie viel Platz brauchen Laufenten?
Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Während einer mindestens 500 Quadratmeter für ein Paar im Garten für nötig hält, nennt ein anderer mindestens 100 Quadratmeter pro Tier. Wieder andere sprechen von bis zu 1.000 Quadratmetern für ein Paar. Als Richtwert gilt deshalb: Je größer der Auslauf, desto besser. Ein kleiner Reihenhausgarten ist für Laufenten ungeeignet. Zudem sollte man die Tiere nicht ohne Zaun halten. Fliegen können die Vögel in der Regel nicht. Ihre Flügel sind im Verhältnis zum aufrechten Körper schlichtweg zu klein.4
Brauchen Laufenten einen Teich?
Zwingend nicht, aber Wasser zum Baden muss sein. Ein Teich ist ideal, darf aber nicht zu klein sein, sonst wird er schnell zum Schlammloch. Als Alternative genügen Wannen oder Planschbecken, sofern die Tiere sicher ein- und aussteigen können, zum Beispiel über einen Stein. Wichtig ist außerdem frisches Trinkwasser, das jederzeit zur Verfügung steht, auch weil die Tiere damit Schneckenschleim aus Schnabel und Kehle spülen.
Auch interessant: 7 beliebte Nutztiere für den Garten
Wie laut sind Laufenten?
Völlig leise sind Laufenten nicht. Vor allem die Weibchen quaken deutlich hörbar, Erpel machen dagegen nur leise Geräusche. Wer mit Nachbarn eng zusammenwohnt, sollte vor der Anschaffung mit ihnen sprechen. Auch das Ordnungsamt kann klären, ob Enten auf dem Grundstück erlaubt sind.5
Wie muss der Stall aussehen?
Über Nacht brauchen Laufenten einen verschließbaren Stall, der sie vor Füchsen, Mardern und Greifvögeln schützt. Pro Tier sollte er mindestens einen halben Quadratmeter bieten, der Boden wird mit Stroh oder trockenem Wiesenschnitt ausgelegt. Der Zaun wird in den Ratgebern sehr unterschiedlich beschrieben. Die Angaben reichen von 80 Zentimetern über 1,5 Meter bis zu zwei Metern, weil aufgeschreckte Enten mehr als einen Meter flattern können. Er sollte engmaschig sein, denn Enten finden Löcher schnell. Gegen Greifvögel hilft ein Netz mit einer Maschenweite von unter zehn Zentimetern über dem Auslauf.6
Was fressen Laufenten, und wie gut sind sie gegen Schnecken?
Einen Großteil ihres Futters finden die Tiere selbst. Zusätzlich gibt es etwa zweimal am Tag Körner, Entenfutter oder Geflügelfutter, dazu Grünfutter wie Salat oder Brennnesseln. Steinchen oder Geflügelgrit helfen bei der Verdauung, Futterkalk unterstützt die Eierproduktion. Kein Brot und keine Avocado.
Laufenten fressen tatsächlich Nacktschnecken, darunter auch die Spanische Wegschnecke. Außerdem scharren sie selten im Boden, eine Wunderwaffe sind sie deswegen aber nicht. Sie fressen Salat, junges Gemüse und Sämlinge und Neupflanzungen zertrampeln sie auch mal gerne. Schneckenkorn und andere Pestizide sind im Garten tabu.
Auch interessant: Schneckenkorn kann für Hunde und Katzen tödlich sein
Auf einer Fläche von etwa 1000 Quadratmetern kann ein Paar den Garten weitgehend von Nacktschnecken befreien. Bei 5000 Quadratmetern empfehlen sich schon zehn bis zwölf Enten.
Wie viele Eier legen Laufenten, und wie alt werden sie?
Viele Laufenten legen 150 Eier oder mehr im Jahr. Im Winter pausiert allerdings die Legetätigkeit. Die Eier sollten gut durchgegart gegessen werden. Die Lebenserwartung liegt bei etwa zwölf bis 15 Jahren. Wer Laufenten anschafft, übernimmt also eine langfristige Verantwortung.
Was kosten Laufenten?
Die Anschaffung ist günstig: ein einjähriger Erpel kostet etwa 15 Euro, während eine einjährige Ente bei 20 Euro liegt. Für Küken muss man ungefähr fünf Euro zahlen. Teurer wird es dann durch Stall, Zaun, Futter, Einstreu, Wasserstelle und Tierarztkosten. Dazu gehört auch eine Entwurmung zweimal im Jahr. Halter sollten außerdem früh einen Tierarzt suchen, der Erfahrung mit Wasservögeln hat.
Wie überstehen Laufenten den Winter?
Laufenten halten viel aus. Im Winter brauchen sie vor allem einen trockenen, mit Stroh isolierten Stall und Zugang zu Wasser, das frisch gehalten wird. Zufüttern ist in der kalten Jahreszeit besonders wichtig, ebenso wie Grünfutter und Grit. Der Stall schützt die Tiere außerdem vor Raubtieren und starkem Frost.
Auch interessant: Hühner im Garten – was Halter wirklich wissen müssen
Das sind häufige Anfängerfehler
- Die Tiere einzeln halten
- zu wenig Platz oder kein Zaun
- ein Stall, den Wildtiere wie etwa Füchse und Marder knacken können
- ein zu kleines Wasserbecken, das schnell verschmutzt
- zu große Erwartungen an die Schneckenbekämpfung
- Schneckenkorn und andere Gifte im Garten
Laufente
7 beliebte Nutztiere für den Garten
Welche Pflichten haben Halter?
Auch eine kleine Hobbyhaltung muss beim Veterinäramt angezeigt werden. Das gilt laut dem Land Brandenburg ausdrücklich auch für Enten. Zudem muss ein Bestandsregister geführt werden, in dem Zu- und Abgänge stehen.7
Wegen der Geflügelpest gelten Hygieneregeln: Futter, Einstreu und Tränke müssen für Wildvögel unzugänglich sein, Hunde und Katzen sollen ferngehalten werden, und neue Tiere kommen zunächst einige Tage in Quarantäne. Bei mehr als zwei Prozent Verlusten innerhalb von 24 Stunden müssen Halter sofort den Tierarzt oder das Veterinäramt einschalten. Zuständig sind je nach Bundesland unterschiedliche Behörden. Zusätzlich sollten Halter beim Ordnungsamt klären, ob Enten gehalten werden dürfen, und beim Bauamt, ob der Stall genehmigungspflichtig ist.
Wo findet man seriöse Züchter?
Eine Anlaufstelle ist der Sonderverein der Laufentenzüchter Deutschlands. Er veröffentlicht ein Mitgliederverzeichnis auf seiner Website.8 Die Tiere sollten nicht über Märkte, Börsen oder mobile Händler gekauft werden, da dies wegen der Geflügelpest nicht empfohlen wird. Als guter Zeitpunkt gilt der Herbst, wenn die Tiere einige Monate alt sind. Küken sollten nicht zu früh von der Mutter getrennt werden. Künstlich aufgezogene Tiere sollten mindestens sechs bis acht Wochen alt sein. Künstlich aufgezogene Tiere sollten mindestens sechs bis acht Wochen alt sein.