14. Dezember 2025, 8:49 Uhr | Lesezeit: 9 Minuten
Meerschweinchen ernähren sich rein vegan. Tatsächlich lieben sie nicht nur viel frisches Grünfutter, sondern ab und an auch viele Obst- und Gemüsesorten. Sie können bei den kleinen Nagern für eine schmackhafte Abwechslung sorgen. Aber welches Obst und Gemüse dürfen Meerschweinchen fressen?
Übersicht
Ideale Futtermengen und Fütterungsregeln für Meerschweinchen
Damit Meerschweinchen gesund bleiben, sollten sie täglich ausreichend frisches Grünfutter bekommen. Dazu gehören verschiedene Gräser, Kräuter, Blattgemüse oder auch Zweige von ungiftigen Sträuchern. Diese naturbelassene Kost entspricht am ehesten dem, was die Tiere auch in freier Wildbahn aufnehmen würden. Heu sollte dennoch immer zur Verfügung stehen, allerdings eher als Ergänzung zum täglichen Frischfutter und nicht als Hauptnahrungsquelle.
Zusätzlich zum Grünfutter kann Meerschweinchen auch täglich frisches Gemüse angeboten werden – am besten solche Sorten, die reich an Vitamin C sind. Eine bis zwei kleine Portionen am Tag genügen, um den Bedarf zu decken. Obst sollte aufgrund des hohen Zuckeranteils nur selten und in kleinen Mengen angeboten werden, etwa ein- bis zweimal in der Woche.
Wichtig ist außerdem, dass frisches Futter nicht direkt aus dem Kühlschrank kommt, da große Temperaturunterschiede empfindliche Mägen reizen können. Neue Obst- oder Gemüsesorten sollten immer schrittweise eingeführt werden, damit sich der Verdauungstrakt der Tiere daran gewöhnen kann. Futterreste müssen spätestens am Abend wieder entfernt werden, damit sie nicht verderben oder schimmeln.
Dieses Obst können Meerschweinchen fressen
Genau wie Menschen können Meerschweinchen Vitamin C nicht selbst im Körper erzeugen, brauchen aber täglich mindestens 10 mg, damit sie keinen Skorbut bekommen. Daher eignen sich Obst und Gemüse mit hohem Vitamin-C-Gehalt besonders für Meerschweinchen. Am besten ist es, wenn man den Tieren die ungespritzte Bio-Variante anbietet. Auch sind einige Dinge bei der Fütterung zu beachten.
Äpfel
Äpfel enthalten rund 10 mg Vitamin C pro 100 g sowie Folsäure und wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Meerschweinchen dürfen Apfel in kleinen Mengen fressen, jedoch niemals die Kerne oder das Kerngehäuse, da diese Blausäure enthalten. Ungespritzte Bio-Äpfel sind ideal – gewachste Schalen sollten nicht verfüttert werden.
Banane
Bananen sind reich an Kohlenhydraten und daher sehr energiereich. Die Tiere lieben den süßen Geschmack, allerdings sollten sie nur selten angeboten werden, da zu viel Banane Verstopfungen fördern kann. Ein kleines Stück gilt als besonderer Leckerbissen. Die Schale wird nicht mitverfüttert.
Blaubeeren / Heidelbeere
Blaubeeren sind ein echtes Superfood: Sie liefern Vitamin A, B, E sowie viel Vitamin C und Beta-Carotin. Sie enthalten zudem Ballaststoffe und Gerbstoffe. Ein paar Früchte pro Woche eignen sich daher gut als Gesundheitsbooster für Meerschweinchen. Auch Zweige und Blätter der Heidelbeere dürfen mitverfüttert werden.
Erdbeeren
Die roten Sommerfrüchte sind reich an Vitamin C und Antioxidantien. Da sie jedoch relativ viel Zucker enthalten, sollte man seinen Meerschweinchen nicht allzu viel davon auf einmal geben. Eine oder zwei Erdbeeren in der Woche sind im Sommer jedoch eine willkommene Abwechslung. Die grünen Kelchblätter sollten vorab entfernt werden.
Weintrauben
Weintrauben sind ein erfrischender Snack, enthalten jedoch ebenfalls viel Zucker. Bei Sorten mit Kernen sollten die Früchte halbiert und die Kerne entfernt werden. Der Stiel kann problemlos mitgefressen werden. Aufgrund des hohen Wassergehalts eignen sie sich besonders an warmen Tagen.
Orangen
Orangen enthalten bis zu 53 mg Vitamin C auf 100 g. Die weiße Schale enthält zudem Flavonoide, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe, die Meerschweinchen gut verdauen können. Allerdings sollte dieses Obst aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts und der enthaltenen Fruchtsäure nur in Maßen gefüttert werden.
Ananas
Frische Ananas eignet sich gut als gelegentlicher Snack und wird oft zur Unterstützung der Verdauung genutzt, da enthaltene Enzyme festsitzende Fellknäuel im Magen-Darm-Trakt auflösen können. Vor dem Verfüttern sollte die Schale entfernt und das Fruchtfleisch in kleine Stücke geschnitten werden.
Birne
Birnen sind sehr wasser- und zuckerhaltig und können bei zu großer Menge Durchfall verursachen. Deshalb sollten Meerschweinchen nur kleine Stücke davon bekommen. Die Schale darf dranbleiben, Kerne und Gehäuse werden entfernt.
Hagebutte
Hagebutten – frisch oder getrocknet – sind wahre Vitamin-C-Bomben. Viele Meerschweinchen lieben sie als gesundes Leckerli. Sie sollten jedoch nur in kleinen Mengen angeboten werden, besonders getrocknet, wegen des konzentrierten Zuckers.
Honigmelone & Wassermelone
Melonen sind sehr wasserreich und daher eine gute Erfrischung im Sommer. Die Schale und die Kerne müssen vor dem Verfüttern entfernt werden. Leicht gekühlt (aber nicht eiskalt!) nehmen die Tiere sie gern an. Aufgrund des Zuckers nur selten geben.
Johannisbeeren
Johannisbeeren enthalten viel Vitamin C und sind für Meerschweinchen grundsätzlich gut verträglich – allerdings aufgrund des Säuregehalts nur in kleinen Mengen. Äste und Blätter dürfen ebenfalls verfüttert werden.
Kirschen
Süßkirschen dürfen in kleinen Stückchen gefüttert werden, der Kern muss jedoch immer entfernt werden, da er giftige Blausäure enthält. Tollkirschen sind selbstverständlich streng giftig und dürfen niemals verfüttert werden.
Kiwi
Kiwi ist reich an Vitamin C und eignet sich gut für den Fellwechsel. Aufgrund des Säuregehalts sollte sie aber nur in kleinen Mengen angeboten werden. Vor der Fütterung wird die Schale entfernt.
Mandarine
Mandarinen sind süß und aromatisch, jedoch ebenfalls recht zuckerhaltig. Auch hier sollten Schale und Kerne entfernt werden, die weiße Haut darf jedoch dranbleiben. Kleine Stücke eignen sich gut als seltener Leckerbissen.
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Dieses Gemüse können Meerschweinchen fressen
Gemüse ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Ernährung von Meerschweinchen. Es liefert wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe und sorgt für Abwechslung im Futternapf. Besonders Gemüsesorten mit hohem Vitamin-C-Gehalt eignen sich gut für die regelmäßige Fütterung. Wichtig ist, das Gemüse immer gründlich zu waschen, in geeignete Portionsgrößen zu schneiden und neue Sorten langsam einzuführen, damit die empfindliche Verdauung der Tiere nicht überlastet wird.
Gurke
Gurke gehört zu den absoluten Lieblingsgemüsen vieler Meerschweinchen. Sie enthält Vitamin B, C und K sowie Kalium und Eisen. Gurke eignet sich gut für die tägliche Fütterung, sollte aber in kleinen Stücken angeboten werden, da große Mengen zu weichem Kot führen können. Auch ein leichter „Gurkengeruch“ im Urin ist bei Überfütterung möglich.
Tomaten
Meerschweinchen dürfen Tomaten fressen, allerdings nur das rote Fruchtfleisch. Stiel, Blätter und der grüne Ansatz sind giftig und müssen vollständig entfernt werden. Besonders gut eignen sich kleine Sorten wie Cherry- oder Romatomaten. Die Samen können bei größeren Tomaten herausgenommen werden, damit sich die Tiere nicht verschlucken.
Paprika
Paprika ist ein hervorragender Vitamin-C-Lieferant und daher ideal für die tägliche Fütterung geeignet. Meerschweinchen dürfen das gesamte Fruchtfleisch mitsamt Gehäuse fressen, jedoch sollten die Kerne vorher abgespült oder entfernt werden. Rote und gelbe Paprika sind milder, grüne etwas herber.
Sellerie
Sellerie – sowohl die Stangen als auch die Blätter – wird von Meerschweinchen gern gefressen und eignet sich gut als Ergänzung zum täglichen Grünfutter. Er unterstützt das Mümmeln und kann bei Verdauungsbeschwerden hilfreich sein.
Spinat
Frischer Blattspinat ist ebenfalls bei den kleinen Nagern sehr beliebt. Allerdings erhält er neben Eisen und Vitaminen auch Oxalsäure und sollte nur in Maßen, zusätzlich zu anderem frischen Grün, gefüttert werden.
Eisbergsalat
Auch wenn Eisbergsalat wenig Nährstoffe enthält, wird er von vielen Meerschweinchen mit Begeisterung gefressen. Er liefert Beta-Carotin und viel Feuchtigkeit. Allerdings sollte er nur selten verfüttert werden, etwa ein Blatt pro Woche, da er schnell welk wird und wenig Nährwert hat.
Fenchel
Fenchel ist eines der besten Gemüse für Meerschweinchen. Sowohl die Knolle als auch das krautige Grün dürfen gefüttert werden. Fenchel ist reich an Vitamin C und wirkt beruhigend auf die Verdauung. Er eignet sich hervorragend für die tägliche Fütterung.
Zucchini
Zucchini ist ein mildes, leicht verdauliches Gemüse und wird meist gut vertragen. Sie darf täglich gefüttert werden. Die Schale kann dranbleiben, lediglich der harte Stielansatz sollte entfernt werden.
Radicchio
Radicchio enthält viele Antioxidantien und wird von den meisten Tieren gut angenommen. Er eignet sich bestens als Ergänzung zu anderen Salatsorten und bringt Abwechslung in den Speiseplan.
Römersalat
Römersalat ist nährstoffreicher als Eisbergsalat und eine gute Wahl für die regelmäßige Fütterung. Die Blätter sollten frisch und knackig sein, da Meerschweinchen empfindlich auf verdorbene Salate reagieren.
Karotte & Möhrengrün
Karotten enthalten Beta-Carotin und schmecken süß, weshalb viele Meerschweinchen sie lieben. Aufgrund des Zuckergehalts sollten Karotten jedoch nur in Maßen gefüttert werden. Viel wertvoller ist das Möhrengrün, das vitaminreich und gut als tägliches Grünfutter geeignet ist.
Kohlrabiblätter & Kohlrabi
Die Blätter des Kohlrabi zählen zu den nährstoffreichsten Blattgemüsen und dürfen gern regelmäßig gegeben werden. Die Knolle kann ebenfalls verfüttert werden, allerdings in kleinen Mengen, da sie zu Blähungen führen kann.
Brokkoli
Brokkoli ist vitaminreich, kann jedoch blähend wirken. Kleine Röschen oder zarte Blätter sind okay, sollten aber nur selten und in kleinen Mengen angeboten werden.
Woran man erkennt, dass ein Meerschweinchen etwas nicht verträgt
Da Meerschweinchen einen sehr sensiblen Magen-Darm-Trakt haben, zeigen sie meist relativ schnell, wenn ihnen ein bestimmtes Futter nicht bekommt. Typische Anzeichen sind weicher Kot oder Durchfall, ein aufgeblähter Bauch oder hörbares Magengrummeln. Manche Tiere ziehen sich plötzlich zurück, wirken weniger aktiv oder fressen deutlich weniger. Auch ein aufgeplustertes Fell oder Unruhe beim Anfassen des Bauchs können Hinweise auf eine Unverträglichkeit sein.
Treten solche Symptome auf, sollte das neu eingeführte Futter sofort wieder weggelassen werden. In vielen Fällen normalisiert sich die Verdauung dann rasch. Bessern sich die Beschwerden jedoch nicht innerhalb eines Tages oder verschlechtert sich der Zustand sogar, ist ein Tierarztbesuch unbedingt notwendig – denn Verdauungsprobleme können bei Meerschweinchen schnell gefährlich werden.