18. September 2025, 10:38 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Schon Kindern wird in zahlreichen Büchern und Trickfilmen beigebracht, dass Käse für Mäuse ein echter Leckerbissen ist und diese teilweise sogar verantwortlich für die Löcher im Käse seien. PETBOOK klärt auf, was an dem Klischee dran ist und was Mäuse am liebsten fressen.
Jedes Kind kennt aus Büchern, Trickfilmen und Comics das Bild von der Mausefalle mit einem Stück Käse drin. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch heute noch viele Menschen fest davon überzeugt sind, dass Mäuse Käse lieben – und sich damit auch am besten in eine Mausefalle locken lassen. Aber woher kommt diese Annahme eigentlich? Wir sind der Frage auf den Grund gegangen und haben die wahre Leibspeise der kleinen Nager ausgemacht.
Übersicht
Was das Mittelalter mit „Tom und Jerry“ und „Speedy Gonzales“ zu tun hat
Die Annahme, dass Mäuse Käse lieben, stammt vermutlich noch aus dem Mittelalter. Hier wurde Käse zum Reifen in den Kellern gelagert, wo in der Regel auch Mäuse nicht fernblieben und ihre Spuren an den Käselaiben hinterließen. Andere Nahrungsmittel wurden meist gut verschlossen aufbewahrt, und Schinken musste zum Reifen hoch oben an der Decke hängen. Der Käse war somit vermutlich eines der wenigen Lebensmittel, das sehr leicht frei zugänglich war. Weiterhin wird angenommen, dass es für Maler in dieser Zeit einfacher war, eine Maus mit einem Stück Käse abzubilden, als mit Sämereien oder Wurzeln. Das Klischee vom Käse als Lieblingsfutter ist also historisch, nicht biologisch begründet.
In vielen Kinderserien wurde das Bild der Käse fressenden Maus weiter reproduziert. Kennen Sie „Speedy Gonzales“ oder „Tom und Jerry“? Ihnen wird bestimmt aufgefallen sein, wie oft der Mäuseprotagonist Jerry mit einem Stück Käse durch das Bild zieht. Obwohl er eigentlich als Maus keinen Käse essen würde, scheint es hier sein Hauptnahrungsmittel zu sein.
Neben Filmen und Serien kennt man solche Narrative aber auch von Kinderspielen wie „Max Mäuseschreck“. Dabei geht es um Mäuse, die sich Käsestücke schnappen, aber aufpassen müssen, sich nicht von Kater Max erwischen zu lassen. In den USA gibt es sogar eine Restaurantkette, die als Maskottchen eine Maus hat, mit dem Namen „Chuck E Cheese“ – da steckt schon der Käse im Namen drin. 1 2 3
Auch interessant: Nacktmull – 7 faszinierende Fakten über die Nagetiere
Mäuse mögen Käse – aber nur, wenn es sein muss
Tatsächlich ist Käse bei Mäusen aber nicht die erste Wahl. Es wurde beobachtet, dass Mäuse nur dann auch Milchprodukte als Nahrung annehmen, wenn sie keine Alternative haben. Wird ihnen gleichzeitig Speck angeboten, würden sie diesen vorziehen. Auch die meisten Nüsse und Samen sind für Mäuse reizvoller und entsprechen ihrer natürlichen Ernährungsweise. Und wer schon einmal versucht hat, eine Hausmaus mit einer Lebendfalle zu fangen, wird vielleicht bereits festgestellt haben, dass das erfolgversprechendste Lebensmittel hierbei Schokoaufstrich ist. Dem betörenden Geruch und süßen Geschmack können auch Mäuse nur schwer widerstehen.
Kekse für Haustiere selber machen
Die größten Tierfutterlügen entlarvt
Artgerechte Ernährung von Mäusen als Haustier
Neben Hausmäusen bevölkern auch Farbmäuse, also die zum Haustier gezüchteten Mäuse, so manche Wohnungen. Einsteiger in der Mäusehaltung sind vielleicht geneigt, ihren Haustieren ebenfalls Käse anzubieten. Dies sollte aber eher die Ausnahme sein. Viele Mäuse werden den Käse wahrscheinlich ohnehin verschmähen, wenn daneben ausreichend andere Nahrung im Angebot ist. Für eine gesunde Ernährung brauchen Mäuse den Käse nicht. Im Gegenteil entspricht die enthaltene Laktose eigentlich nicht den üblichen Nahrungsmittelstoffen, die Mäuse häufig aufnehmen.
In freier Natur fressen Mäuse auch Insekten, Nüsse und Sämereien, um Eiweiß zu sich zu nehmen. Im besten Fall sollten also auch Farbmäuse gelegentlich ein paar Insekten angeboten bekommen. Im Zoohandel gibt es lebende, gefriergetrocknete oder tiefgefrorene Mehlwürmer oder Heimchen, die für die Mäuse ein echter und dazu noch gesunder Leckerbissen sind. Die im Handel verbreiteten Joghurtdrops und ähnliche Produkte sollten im besten Fall gar nicht auf den Mäuseteller kommen. Denn neben dem vergleichsweise geringen Anteil an Milcheiweiß enthalten sie auch viel Zucker, der weder für die Zähne der Mäuse noch für ihren Stoffwechsel gut ist. So kann eine erhöhte Zuckerzufuhr Übergewicht und daraus resultierende Stoffwechselkrankheiten bei den Nagern hervorrufen. Generell lohnt es sich, bei Knabbereien aus dem Zoohandel immer auf der Zutatenliste nachzulesen, ob Zucker enthalten ist. Oder man macht die Mäuse-Leckerlis einfach selbst.
Rezept für Mäusekekse
Zutaten
- 100 Gramm Nagerfutter
- 50 Gramm Haferflocken
- 1 Ei
- 1 Esslöffel Mehl
- eine kleine Möhre
Zubereitung
- Nagerfutter, Haferflocken und Mehl in einer Schüssel gut vermengen.
- Ei aufschlagen und mit der Masse gründlich verrühren.
- Die kleine Möhre waschen und mit einer Küchenreibe fein reiben.
- Die Möhrenraspel in einem feinen Sieb ausdrücken, sodass der Saft austritt und abläuft.
- Raspeln in die Teigmasse geben und alles noch einmal vermengen.
- Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
- Mit zwei kleinen Löffeln portionsweise Teig aus der Schüssel entnehmen und im Abstand von fünf Zentimetern auf das Backblech geben. Anschließend die Portionen etwas platt drücken.
- Bei 180 Grad ca. 20 Minuten backen. Darauf achten, dass die Kekse nicht verbrennen.
- Kekse gut abkühlen lassen und den Mäusen anbieten.
Tipp: Mit ein wenig Honig oder Agavendicksaft im Teig schmecken die Mäusekekse in der Regel auch großen und kleinen Menschen gut! 4