3. August 2026, 17:04 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Mäuse sind neugierige, soziale und überraschend aktive Tiere. Damit sie sich wohlfühlen, brauchen sie mehr als einen Käfig und etwas Futter. PETBOOK erklärt, worauf künftige Halter bei der Haltung von Mäusen achten müssen.
Was Halter wissen sollten, bevor Mäuse einziehen
Mäuse gelten oft als unkomplizierte Einsteigerhaustiere. Tatsächlich haben die kleinen Nager aber einige Ansprüche, die künftige Halter kennen sollten. So dürfen Mäuse beispielsweise niemals allein gehalten werden. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt Gruppen von zwei bis vier Tieren. Um Nachwuchs zu vermeiden, sollten entweder nur Weibchen oder ein kastriertes Männchen mit mehreren Weibchen zusammenleben.
Außerdem passen Mäuse nicht in jeden Haushalt. Viele Arten sind vor allem in der Dämmerung und Nacht aktiv. Dann wird gefressen, gebuddelt, geklettert und durch das Gehege geflitzt. Das kann durchaus hörbar sein. Idealerweise steht das Gehege daher in einem ruhigen Raum, in dem weder die Mäuse noch ihre Halter im Schlaf gestört werden.1
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Wichtig zu wissen: Mäuse sind Beobachtungs- und keine Kuscheltiere. Die meisten Tiere werden nicht gerne hochgehoben oder gekuschelt. Wer Freude daran hat, ihr Sozialverhalten und ihre Aktivitäten zu beobachten, wird an den quirligen Nagern jedoch viel Spaß haben.
Wie sollte der Käfig sein?
Das Gehege sollte ausreichend Platz für Bewegung, Beschäftigung und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt für zwei Mäuse eine Grundfläche von mindestens 100 x 50 Zentimetern. Für jedes weitere Tier sollte die Fläche um etwa 20 Prozent vergrößert werden. Außerdem ist Platz für eine 20 bis 30 Zentimeter hohe Einstreuschicht sowie für zusätzliche Ebenen wichtig.
Viele handelsübliche Mäusekäfige sind zu klein. Stattdessen können nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes auch gut gesicherte Vogelvolieren oder Rattengehege infrage kommen. Dabei sollten die Gitterstäbe stabil sein und nicht weiter als fünf Millimeter auseinanderliegen.
Manche Halter entscheiden sich zudem für ein großes Aquarium als Gehege. Der Vorteil: Die hohe Einstreuschicht bleibt an Ort und Stelle und die Tiere sind besser vor Zugluft geschützt. Gleichzeitig müssen Halter auf eine ausreichende Belüftung achten, damit sich keine feuchte, verbrauchte Luft im Gehege staut.
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Was in keinem Mäusegehege fehlen darf
Mäuse sind neugierige und aktive Tiere. Damit ihnen nicht langweilig wird, sollte ihr Gehege abwechslungsreich gestaltet sein. Nach Empfehlungen des Deutschen Tierschutzbundes gehören dazu vor allem:
- Mindestens 20 Zentimeter Einstreu, damit die Tiere Gänge graben können
- Heu, Stroh, Laub und Papierschnipsel als zusätzliches Nist- und Baumaterial
- Mehrere Schlafhäuschen und Höhlen als Rückzugsorte
- Tunnel und Korkröhren, die Verstecke und Beschäftigung bieten
- Klettermöglichkeiten wie Äste, Brücken oder Seile
- Mehrere Ebenen, um den verfügbaren Platz besser auszunutzen
- Ein artgerechtes Laufrad mit geschlossener Lauffläche und mindestens 25 bis 30 Zentimetern Durchmesser
Wichtig ist außerdem, dass alle Einrichtungsgegenstände aus sicheren, ungiftigen Materialien bestehen und stabil befestigt sind. Naturmaterialien wie Holz, Kork oder Ton gelten als besonders gut geeignet.2
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Was fressen Mäuse?
Mäuse sind Allesfresser. Die Grundlage ihrer Ernährung bilden vor allem Samen, Körner und andere Sämereien. Ergänzend fressen sie in der Natur aber auch Insekten, Nüsse, Kräuter und andere Pflanzenteile.
Für Heimtiere eignet sich daher ein hochwertiges Körnerfutter, das regelmäßig durch Frischfutter ergänzt wird. Auch kleine Mengen tierischen Proteins, etwa in Form von Mehlwürmern oder Quark, können sinnvoll sein.
Übrigens: Entgegen eines weit verbreiteten Klischees gehört Käse nicht zu den Lieblingsspeisen von Mäusen. Für eine artgerechte Ernährung ist er nicht nötig und wird von vielen Tieren sogar verschmäht, wenn attraktivere Nahrung zur Verfügung steht. Auf stark zuckerhaltige Snacks wie Joghurtdrops sollten Halter möglichst verzichten.
Wer mehr darüber erfahren möchte, warum sich der Mythos von der käseliebenden Maus bis heute hält, findet die Antworten in unserem PETBOOK-Artikel „Warum glauben wir immer noch, dass Mäuse Käse fressen?“.
Frisches Trinkwasser muss Mäusen jederzeit zur Verfügung stehen und sollte täglich erneuert werden. Ob das Wasser in einer Trinkflasche oder in einer flachen, standfesten Schale angeboten wird, ist grundsätzlich Geschmackssache. Wichtig ist vor allem, dass die Tiere jederzeit problemlos trinken können und das Wasser sauber bleibt.
Mäuse sind keine Haustiere „für nebenbei“
Auch wenn Mäuse klein sind, erfordern sie genauso viel Verantwortung wie andere größere Haustiere. Die Tiere werden meist zwei bis drei Jahre alt und sind in dieser Zeit vollständig auf ihre Halter angewiesen. Dazu gehören nicht nur die tägliche Versorgung und Reinigung des Geheges, sondern auch regelmäßige Gesundheitskontrollen und Tierarztbesuche.