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Nicht zum Kuscheln da

Darum sollten Sie Ihrem Kind keinen Hamster kaufen

Hamster kein Haustier für Kinder
Auch wenn Hamster beliebt sind, eignen sich die Nagetiere nicht als Haustiere für Kinder Foto: Getty Images/ASphotowed
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Porträt Manuela Bauer
Freie Autorin

28. Mai 2026, 6:03 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Hamster wirken auf den ersten Blick wie ideale Haustiere. Sie sind niedlich, brauchen wenig Platz und gelten als unkompliziert in der Haltung. Doch der Eindruck täuscht, denn die kleinen Nager haben hohe Ansprüche und eignen sich nur bedingt für Kinder. Eltern sollten mit der Anschaffung eines Haustiers mindestens bis zum siebten oder achten Lebensjahr warten. Gerade bei Hamstern bleibt die Pflege sonst häufig an den Erwachsenen hängen. Warum Hamster trotz ihrer Beliebtheit keine idealen Haustiere für Kinder sind, erklärt PETBOOK-Autorin Manuela Bauer.

Welche Hamster-Rassen gibt es?

In der Haustierhaltung gibt es verschiedene Hamsterrassen. Zu ihnen zählen der Teddyhamster, der Campbell Zwerghamster, der Roborowski Zwerghamster, der Chinesische Zwerghamster oder der Dsungarische Zwerghamster. Am beliebtesten ist in der Heimtierhaltung aber der Goldhamster, der ursprünglich aus Syrien stammt.

Vorteile der Hamsterhaltung

Trotz einiger Herausforderungen bringt die Hamsterhaltung auch Vorteile mit sich, die die kleinen Nager für viele Tierfreunde zu beliebten Haustieren machen:1

  • Hamster sind Einzelgänger, man muss sie nicht mit einem Artgenossen halten.
  • Mit etwas Geduld und den richtigen Leckerli kann man sie schnell zahm bekommen.
  • Wartet man, bis sie abends aktiv sind, lassen sie sich gut bei ihren verschiedenen hamstertypischen Aktivitäten beobachten, etwa wie sie Futter in ihren Backen hamstern oder mit welchem Eifer sie im Laufrad rennen.
  • Sie benötigen nicht viel Platz und sind relativ kostengünstig. Trotzdem muss das Gehege ausreichend groß sein. Mehr dazu lesen Sie in diesem PETBOOK-Artikel.
  • Während des Urlaubs sind sie leicht unterzubringen oder zu versorgen.
  • Sie müssen nicht durchgehend beschäftigt werden und nehmen es einem auch nicht krumm, wenn man sich ein paar Tage nicht mit ihnen beschäftigt und ihnen nur frisches Wasser und Futter zur Verfügung steht.

Auch interessant: Hamster richtig halten und pflegen

Nachteile der Hamsterhaltung

Neben den Vorteilen gibt es bei der Hamsterhaltung jedoch auch einige Nachteile, die man vor der Anschaffung unbedingt berücksichtigen sollte:

  • Hamster sind nachtaktiv. Tagsüber möchten sie gerne ungestört in ihrem Häuschen schlafen, um dann bei Dämmerung richtig aktiv zu werden. Dann toben sie die ganze Nacht durch den Käfig, was auch durchaus laut werden kann. Die Haltung im Kinderzimmer sorgt daher meist für schlaflose Nächte. Kinder bekommen den Nager oft nur kurz vor dem Zubettgehen zu sehen.
  • Hamster sind keine Kuschel- und Streicheltiere, zudem haben sie einen zarten Knochenbau und können von einem ungestümen Kind leicht verletzt werden. Wenn sie sich bedroht fühlen, kann es auch passieren, dass sie zubeißen.
  • Hamster werden nur anderthalb bis drei Jahre alt. Hat ein Kind eine Bindung zu dem Tier aufgebaut, kann der frühe Tod traumatisch sein.
  • Auch wenn er als pflegeleicht gilt, muss sein Gehege regelmäßig gereinigt werden und er braucht eine ausgewogene Ernährung (neben Trockenfutter auch Salat und Gemüse).
  • Hamster sollten täglich Freilauf bekommen.
Mehr zum Thema

Welches Haustier eignet sich für Kinder?

Die meisten Kinder wünschen sich einen Hund, mit dem sie spielen und kuscheln können und der sie tröstet, wenn sie traurig sind. Doch vielen Familien ist die Haltung eines Hundes mit zu großem Aufwand verbunden. Also geht die Suche weiter.

Meerschweinchen und Kaninchen gelten als geeignete Einstiegsstiere für Kinder. Sie sind allerdings Fluchttiere und mögen es nicht sonderlich gerne, auf den Arm genommen zu werden. Außerdem sollte man sie mindestens zu zweit halten. Hier kommt nun der Hamster als Haustier für Kinder ins Spiel, der als Einzelgänger bekannt ist!2

Früher galten Hamster als das perfekte Haustier für Kinder

In den 1970er-Jahren war man bei der Anschaffung eines Haustiers nicht zimperlich und relativ pragmatisch: Es ist klein, schmutzt nicht, hat Platz unter dem Kinderzimmertisch – passt! Dass ein Haustier außer frischem Salat auch noch andere Bedürfnisse hat, darüber hat man in dieser Zeit noch nicht viel nachgedacht. Das Tier war ein Spielzeug für Kinder und diente der Unterhaltung. Ich möchte nicht wissen, wie viele Tausende von Kleintieren in den letzten Jahrzehnten ein tristes Leben in einem zu kleinen Käfig in einer dunklen Kinderzimmerecke fristen mussten.

Als ich noch ein Kind war, ging mein Vater mit mir in einen Zooladen, aus dem wir Hamster „Bazi“ holten. Ich war Feuer und Flamme und der arme Kerl wurde daraufhin häufig am helllichten Tag aus dem Schlaf gerissen, wenn ich mit ihm spielen wollte. Unbeaufsichtigt! Es kann ihm nicht sonderlich gefallen haben, denn der kleine Nager versuchte täglich seinem Gefängnis und mir, seiner Kerkermeisterin, zu entkommen. Meist versteckte er sich hinter der Küchenkommode.

Eines Nachts zog er sogar komplett, inklusive seiner Sägespäne, in meinen Spielzeugeimer um, wo er noch mein Steiff-Pferdchen auseinandernahm, um mit der Strohfüllung sein neues Heim auszupolstern. Es war eine überirdische Leistung, die der kleine Kerl in der Nacht vollbracht hatte, doch sein Glück währte nicht lange. Meine Mutter und ich entdeckten den Ausreißer relativ schnell und er musste zurück in seinen Hamsterkäfig, wo ich ihn wieder ungehindert beim Schlafen stören konnte. Ich denke noch heute manchmal an ihn und habe ein schlechtes Gewissen!

Quellen

  1. tierchenwelt.de, „Haustier Hamster: Vorteile und Nachteile“, (aufgerufen am 21.05.2026) ↩︎
  2. Hamsterpfötchen Oldenburg, „Hamster und Kinder“, (aufgerufen am 21.05.2026) ↩︎

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