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Anstarren, Baden, etc.

18 Dinge, die Katzen nicht ausstehen können

Eine Katze guckt genervt
Wenn Katzen Dinge hassen, oder absolut nicht leiden können, zeigen sie dies meist sehr deutlich. Man muss als Halter nur die „Katzensprache“ besser verstehen lernen. Foto: Getty Images
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

1. September 2025, 14:18 Uhr | Lesezeit: 11 Minuten

Jede Katze hat ihren eigenen Charakter und individuelle Vorlieben – doch es gibt Dinge und Verhaltensweisen, auf die fast alle ausgesprochen sensibel reagieren. Manche dieser Dinge sorgen bei Katzen nicht nur für Unwohlsein, sondern können ihnen auch ernsthaften Stress und Hass bereiten. Wer seine Katze wirklich verstehen und eine harmonische Beziehung zu ihr aufbauen will, sollte deshalb diese häufigen Fehler vermeiden. PETBOOK-Redakteurin und Katzenexpertin Louisa Stoeffler zeigt, welche 18 Dinge Katzen überhaupt nicht ausstehen können – und wie man es besser macht.

Katzen zeigen deutlich, wenn sie etwas hassen

Ich lebe seit über 20 Jahren mit Katzen zusammen und betreue seit 2016 regelmäßig die Tiere anderer Menschen als Katzensitterin – in dieser Zeit habe ich eine Vielzahl unterschiedlichster Persönlichkeiten, Rassen und Verhaltensweisen kennengelernt. Was all diese Katzen verbindet: Sie zeigen sehr deutlich, was ihnen gefällt – und was sie gar nicht leiden können.

Katzen und Menschen sprechen nicht dieselbe Sprache, und für uns Zweibeiner ist es daher nicht immer leicht, unsere vierbeinigen Lieblinge zu verstehen. Ein Kuss auf die Nase oder den Mund wird von den Tieren verweigert, Hochnehmen und ans Herz drücken wird teilweise nur widerwillig ertragen. Natürlich kann man mit viel Geduld (und Leckerli) die Tiere trotzdem an diese Dinge gewöhnen, allerdings können sie sie von Haus aus eigentlich nicht ausstehen.

Wer ihre Körpersprache lesen kann, erkennt schnell, wann es ihnen zu viel wird. Angelegte Ohren, ein peitschender Schwanz, geweitete Pupillen oder ein plötzliches Zurückweichen sind klare Anzeichen von Unbehagen. Auch wenn sie sich einfach abwenden, knurren oder gar fauchen, kommunizieren sie unmissverständlich: „Das gefällt mir nicht.“ Diese Signale ernst zu nehmen, ist die Grundlage für ein respektvolles Miteinander mit dem Tier. Und da sollten folgende 18 Dinge, die Katzen hassen, gleich mal direkt vermieden werden:

Hochheben

Die meisten Katzen tolerieren es nur widerwillig, von ihren Haltern hochgenommen oder im Arm getragen zu werden. Denn manche tragen ihre Katzen auch wie ein menschliches Baby, was den empfindlichen Bauch des Tiers präsentiert. Katzen sind in dieser Position sehr verletzlich und empfinden dies daher oft als sehr unangenehme Lage. Nur die gelassensten Tiere lassen dies über sich ergehen.

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Beim Schlafen stören

Dass Katzen wirklich sehr ungern beim Schlafen gestört werden, hat gesundheitliche Gründe. Es kann daran liegen, dass die Tiere genau wissen, dass sie ihren täglichen Schlaf brauchen, um ihren Stoffwechsel zu kontrollieren und mit ihrer Energie zu haushalten. Daher sollte man, auch wenn sie noch so niedlich beim Schlummern aussehen, Katzen nicht beim Schlafen stören. Warum auch ein präsentierter Bauch im Schlaf keine Einladung zum Streicheln ist, beschreibe ich in diesem Artikel: Brot, Hörnchen oder Brezel? 14 Schlafpositionen von Katzen erklärt

Ein Kind spielt auf dem Bett neben einer Katze, die schlafen will
Wenn Katzen schlafen wollen, dann schätzen sie es nicht, wenn sie dabei gestört werden Foto: Getty Images

Beim Fressen stören

Auch beim Fressen sollte man die Tiere nicht stören, denn dies kann starke Anspannung und Stress auslösen. Katzen nehmen ihr Futter gern in Ruhe ein, da sie sich auch in der Natur als relativ kleine Beutegreifer ein abgeschiedenes Plätzchen suchen, an dem größere Tiere ihnen ihr Fressen nicht streitig machen können. Außerdem sind Katzen bei der Nahrungsaufnahme immer etwas abgelenkt und schutzlos.

Daher brauchen sie auch in Wohnungshaltung eine sichere Umgebung, in der sie sich wohlfühlen und in Ruhe fressen können. Natürlich spricht nichts dagegen, der Katze kurz über den Kopf zu streicheln, wenn man ihr das Futter hinstellt. Doch danach sollte man das Tier an seinem Futterplatz nicht mehr behelligen.

Verändertes oder inkonsequentes Verhalten

Wer schon einmal versucht hat, seine Katze zu erziehen, der wird schnell gemerkt haben, dass Katzen mit verändertem Verhalten nicht gut umgehen. Eine veränderte Tagesroutine kann bei den Tieren Verwirrung und Stress auslösen. Aber auch inkonsequentes Verhalten in der Katzenerziehung ist etwas, das Katzen nicht leiden können. Hat man nämlich einmal keine Lust, die Katze von der Arbeitsplatte zu holen, legt sie dies als ein geändertes Verhalten aus. Es ist nun also in Ordnung, hier zu sitzen. Ermahnt man die Katze am nächsten Tag jedoch wieder, kann es sein, dass die Katze dies nicht versteht.

Übermäßiges Streicheln

Wenn man eine Katze zu lange oder zu viel streichelt, obwohl sie dies gerade nicht möchte, zeigt sie dies meist deutlich. Auf diese Zeichen bei der Katze zu achten, ist sehr wichtig, denn sie ist von Natur aus nicht taktil, im Gegensatz zum Menschen. Man sollte daher immer ihre Grenzen respektieren und sie nur dann streicheln, wenn sie aktiv den Kontakt sucht. Mehr zu den Gründen, wegen derer Katzen beim Streicheln manchmal beißen, lesen Sie hier.

Bestimmte Gerüche

Bestimmte beißende oder stechende Gerüche gehören ohne Zweifel zu den Dingen, die Katzen hassen. Ätherische Öle oder der Geruch bestimmter Lebensmittel schlagen viele Tiere ebenfalls direkt in die Flucht. Auch viele Zimmerpflanzen oder Blumen riechen für Katzen unangenehm. Dies ist meist ein Reflex, da viele Pflanzen für Katzen giftig sind. Mehr dazu lesen Sie bei myHOMEBOOK.

Katze sitzt neben Weihnachtsbaum und würgt
Bestimmte Gerüche, wie die ätherischen Düfte von Tannennadeln, riechen für Katzen extrem unangenehm und können bei Verzehr sogar giftig sein Foto: Getty Images

Veränderungen

Katzen sind wahre Gewohnheitstiere, die ihre Routinen schätzen. Daher gehen sie mit Veränderungen in ihrer Umgebung, wie zum Beispiel einem Umzug oder einem neuen Partner, nicht gut um. Wenn Veränderungen jedoch unausweichlich sind, sollte man sie der Katze mit bekannten Objekten und Gerüchen, wie Spielzeug oder ihrem Katzenkissen, so angenehm wie möglich machen.

Langeweile

Nicht alle Katzen haben einen ausgeprägten Spieltrieb, jedoch wird keine Katze gern ignoriert. Tritt Langeweile bei dem Tier ein, kann es sein, dass es sich Mittel und Wege sucht, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Kratzen am Sofa oder das Herunterschmeißen von Dingen sind mögliche Folgen von Langeweile. Dass Katzen daraufhin eher negative Aufmerksamkeit zuteilwird, verstehen sie meist nicht, daher sollte man gelangweilte Katzen eher besser auslasten, als sie zu bestrafen. Dies verstärkt das negative Verhalten eher noch.

Kein Freigang

Egal, ob auf dem Balkon oder im Freigang – viele Katzen lieben es, ihre Umwelt auf eigene Faust zu erforschen. Ist ihnen dies nicht (mehr) möglich, wegen eines Umzugs in eine Wohnung ohne Balkon, oder durch Wegfall des täglichen Streifzugs durch die Nachbarschaft, zählt dies eindeutig zu Dingen, die Katzen hassen. Es kann sich sogar negativ auf ihre Gemütslage auswirken, oder zu saisonalen depressiven Verstimmungen führen, wenn die Tiere weniger oder gar nicht mehr hinausgehen.

Laute Geräusche

Katzen haben ein sehr empfindliches Gehör und sind generell auf Veränderungen ihrer Umgebung sensibilisiert. Daher stammt auch die Abneigung gegen laute Geräusche, wie Streiten oder Baulärm. Die Tiere können nicht zuordnen, warum es plötzlich lauter wird, und reagieren darauf in der Regel mit Stress oder ziehen sich zurück. Auch der Staubsauger ist für viele Katzen ein Feindbild, da er ebenfalls laut ist und ihre liebsten Plätze, aus der Sicht des Tiers, völlig unnötigerweise reinigt. Nur die gelassensten Vertreter der Art nehmen solche Geräuschkulissen gelassen hin.

Keine katzengerechte Einrichtung

Sterile Einrichtungen oder modern gehaltene, leere Wohnungen werden von Katzen nicht geschätzt. Lieber sind ihnen viele verwinkelte Ecken oder Möglichkeiten, sich zurückzuziehen, zu spielen oder zu klettern. Berücksichtigt man dies nicht bei der Einrichtung, kann es sein, dass sich das Tier aus Langeweile andere, weniger erwünschte Möglichkeiten sucht, sich zu beschäftigen oder einzukuscheln. So findet man die Tiere vielleicht ganz plötzlich hinten im Schrank, oder auf der hohen Designkommode.

Freiheitsentzug

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass die Katze ihrer eigenen Wege gehen darf. Allerdings sieht dies im Alltag häufig anders aus. Denn Katzen haben ihren ganz eigenen Kopf und wollen beispielsweise zu bestimmten Zeiten durch die Tür hinaus- und wieder hineingehen, um ihr Territorium abzulaufen. Aber der Freiheitsentzug beginnt für Katzen als selbstbestimmte Wesen häufig schon, wenn sie gegen ihren Willen weiter gekrault werden und der Liebkosung des Menschen nicht entkommen können.

Katzen brauchen nicht unbedingt einen Garten, aber sie brauchen Wahlmöglichkeiten: Rückzugsorte, erhöhte Aussichtsplätze, kontrollierten Zugang zu sicheren Räumen – und vor allem das Gefühl, selbst bestimmen zu dürfen. Wer ihrer Autonomie gerecht wird, sorgt nicht nur für ein zufriedeneres Tier, sondern beugt auch problematischem Verhalten langfristig vor.

Angestarrt werden

Katzen können es nicht leiden, wenn sie angestarrt werden. Die Tiere fassen ein permanentes Anschauen nämlich nicht als freundlich und kommunikativ auf, wie es in der Kommunikation der Menschen verstanden wird, sondern als Bedrohung. Es ist daher aus Katzensicht höflich, nur kurz zu schauen und dann den Blick schweifen zu lassen. Andersherum gibt es aber auch Gründe, warum Katzen Menschen gern dauerhaft anstarren.

Spiele, bei denen sie nicht gewinnen können

Wenn es etwas gibt, das Katzen mehr als alles andere hassen, dann sind dies Spiele, bei denen sie sich nicht belohnen können. Eine Federangel, die immer außerhalb der Reichweite bleibt, ein Leckerli, das nicht aus dem Fummelbrett kommen will, oder ein Laserpointer, der keinen befriedigenden Jagderfolg ermöglicht, gehören ohne Zweifel zu den Dingen, die Katzen wirklich hassen. Manche fauchen bei solchen Spielen auch aus Frust oder greifen in einer Übersprungshandlung auch menschliche Knöchel und Zehen an, um ihre aufgestaute Energie loszuwerden.

Baden

Dass viele Katzen wasserscheu sind, ist bekannt. Daher zählt Baden auch zu den Dingen, welche die meisten Katzen hassen. Wenn man die Katze nicht vom Kittenalter an Wasser gewöhnt, ist es daher sehr schwierig, die Tiere zu baden. In den meisten Fällen ist dies jedoch auch gar nicht nötig, denn Katzen halten sich in der Regel selbst gut sauber. Kommt das Tier jedoch total verdreckt nach Hause oder kann es sich aufgrund von Verletzungen oder Alterserscheinungen nicht mehr selbst sauber halten, kann ein Bad sinnvoll sein. Hat man das Tier aber nicht daran gewöhnt, kann es für Katze und Halter zu einem traumatischen Erlebnis mit Kratzwunden werden.

Eine Katze wird in einer Badewanne abgeduscht
Die meisten Katzen mögen es gar nicht, wenn sie ein Bad nehmen sollen. In den meisten Fällen ist es zudem unnötig. Foto: Getty Images

Ausgeschlossen werden

Katzen sind neugierige und soziale Tiere, daher können sie es auch nicht ausstehen, wenn sie plötzlich nicht mehr in ein Zimmer kommen, wo sie sonst hingehen durften. Besonders problematisch ist es aber für sie, wenn sie ihre Besitzer oder Besuch in dem Zimmer sprechen hören, in das sie nicht hineingelangen.

Unsere Haustiere wollen in jeder Situation, auch wenn es für uns gerade nicht besonders passend erscheint, dabeisein. Am liebsten natürlich im Zentrum der Aufmerksamkeit. Fühlen sie sich vernachlässigt, werden aktiv ausgeschlossen, wenn man einen ruhigen Abend verbringen will oder Besuch hat, können sie das gar nicht leiden.

Dies kann auch der Fall sein, wenn sie Geräusche bemerken, deren Ursprung sie sich nicht erklären können. Notfalls kratzen sie dann laut an der Tür oder miauen, bis sie wieder dabeisein dürfen. Auch wenn sie vom gemeinsamen Schlafen im Bett ausgeschlossen werden, reagieren viele Katzen empfindlich. Dies kann allerdings diverse Vor- und Nachteile haben.

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Schmutziges Katzenklo

Keine Katze schätzt es wohl besonders, wenn ihr Klo nicht häufig genug sauber gemacht wird. Das Sauberkeitsempfinden jedes Tiers ist jedoch unterschiedlich. Manche gehen nicht auf ein Klo, das bereits Urin oder Kot enthält, und wünschen sich dafür ein zweites. Andere wiederum verrichten ihr Geschäft ohne Murren in einer bereits benutzten Toilette. In jedem Fall sollte man das Katzenklo in regelmäßigen Abständen säubern, damit die Tiere immer ein sauberes stilles Örtchen zur Verfügung haben.

Grobheit

Wie bereits erwähnt, lieben Katzen ihre Freiheit und verstehen es nicht, wenn man sie gegen ihren Willen fixiert oder zu sehr drückt. Genauso wenig schätzen die Tiere es, wenn man sie schubst und schüttelt. Auch die Katze am Nacken zu tragen, sollte absolut vermieden werden – auch wenn es immer noch anderslautende Ratschläge gibt. Denn Kätzchen werden so von ihren Müttern so getragen. Bei ausgewachsenen Tieren, die um einiges schwerer sind, kann dies jedoch gesundheitliche Schäden an Nacken und Nerven mit sich bringen. Dass noch gröbere Formen der Bestrafung bei jeder Katzenerziehung Tabu sind, versteht sich von selbst.

Louisa Stoeffler
Redakteurin

Zur Autorin

Louisa Stoeffler hält seit 2003 Katzen und arbeitet seit 2016 freiberuflich als Katzensitterin. Sie kennt die feinen Nuancen im Verhalten der Tiere aus der Praxis. Außerdem probiert sie gern virale Tricks mit ihrem Kater Remo aus. Neben der Pflege berät sie Halter auch in allen „felligen“ Fragen zu Katzenverhalten. Als Fachredakteurin schreibt sie seit 2022 bei PETBOOK fundierte Artikel über Katzenhaltung, Wildtiere, tierschutzrelevante Gesetzgebung und naturkundliche Studien.

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