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Katzenverhalten Alle Themen
Sicherheit und Bindung

Daran scheitert das Zusammenleben von Katzen und Kindern

Ein Junge streichelt eine Katze, die in einem Zimmer vor einer Scheibe einer Balkontür läuft.
Katzen und Kinder verstehen sich nicht immer auf Anhieb, denn beiden fällt es schwer, die Körpersprache des jeweils anderen richtig zu deuten Foto: Getty Images
Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

1. September 2026, 6:42 Uhr | Lesezeit: 12 Minuten

Viele Kinder lieben Katzen, doch die Vierbeiner tun sich mit den kleinen, oft lauten Menschen nicht immer leicht. Vor allem im Baby- und Kleinkindalter kann es zu Missverständnissen kommen. Mit der richtigen Vorbereitung, klaren Regeln und etwas Geduld können Katze und Kind aber zu einem echten Team werden. Wie das gelingt, erklärt PETBOOK-Redakteurin und Katzenverhaltensexpertin Saskia Schneider.

Warum empfinden Katzen Kinder als gruselig?

Kinder sind für Katzen erst einmal eins: laut und unkontrolliert. Vor allem Tiere, die während ihrer Prägungsphase im Kittenalter keinen oder kaum Kontakt zu Kindern in verschiedenen Altersstufen hatten, empfinden die kleinen Menschen als sehr gruselig. Vor allem, wenn diese laut brabbelnd auf sie zu tapsen und die Hände nach ihnen ausstrecken. Auf Katzen wirkt das sehr übergriffig und unhöflich. Aber auch ältere Kinder, die versuchen, die Katze zu streicheln, ihr hinterherlaufen oder sie bedrängen, lassen viele Tiere Reißaus nehmen.

Selbst wenn Kinder keinen direkten Kontakt aufnehmen, sind sie den meisten Katzen suspekt. Sie machen Lärm, rennen herum und gehen mitunter an Futterschüssel oder Katzenklo. Vielleicht belegen sie sogar die heiligen Lieblingsplätze der Katze. Das alles kann die Tiere extrem verunsichern. Vor allem ängstliche Tiere oder Katzen, denen es gesundheitlich nicht gut geht, sollte man solchen Stress ersparen. Für alle anderen gilt: Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, sanft und geduldig mit der Katze zu sein und den Kindern beizubringen, wie sie sich in der Nähe des tierischen Bewohners richtig verhalten.

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Der Katze Sicherheit geben

Das Wichtigste für ein entspanntes Zusammenleben von Katze und Kind ist, dass die Grundbedürfnisse der Katze erfüllt sind. Dazu gehören nicht nur regelmäßiges Futter und eine saubere Toilette, sondern vor allem ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Feste Rituale, gemeinsame Spielzeiten und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten helfen dabei.

Kinder bringen naturgemäß Unruhe in den Alltag, und nicht immer ist alles planbar. Je nach Alter des Kindes gibt es jedoch einiges, was man tun kann, damit die Katze den Nachwuchs nicht mit Stress verbindet. Ziel muss dabei nicht sein, dass Katze und Kind sofort beste Freunde werden. Oft ist es schon ein großer Erfolg, wenn beide entspannt im selben Raum sein können, ohne sich gegenseitig zu stören.

So bereiten Sie Ihre Katze auf das Kind vor

Kommt ein neues Kind ins Haus, ist das meist ein Baby. Für die Katze verändert sich dadurch oft vieles auf einmal: Futterzeiten verschieben sich, Routinen fallen weg und die Lieblingsmenschen haben plötzlich weniger Zeit. Das kann die Tiere verunsichern. Manche reagieren in den ersten Tagen mit Unsauberkeit oder fauchen das Baby an, um Abstand zu schaffen.

Wichtig ist deshalb vor allem Geduld. Ihre Katze versteht nicht, warum vertraute Abläufe plötzlich anders sind oder warum sie vielleicht nicht mehr ins Schlafzimmer darf. Überlegen Sie daher schon vor der Geburt, was sich ändern wird, und gewöhnen Sie die Katze schrittweise daran. Muss sie künftig draußen bleiben oder darf nicht mehr ins Kinderzimmer, sollten diese Regeln bereits vorher gelten. Neue Rückzugsorte, ein Kratzbaum oder ein gemütlicher Schlafplatz können den Übergang zusätzlich erleichtern.

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Tipps zum Zusammenleben mit Katzen und Baby

Ist das Baby erst einmal da, dreht sich in den ersten Tagen meist alles um den neuen Familienzuwachs. Viele Katzen reagieren darauf, indem sie sich zurückziehen und die Situation erst einmal aus sicherer Entfernung beobachten. Wichtig ist, nach und nach wieder feste Rituale wie gemeinsame Spiel- und Kuschelzeiten in den Alltag einzubauen.

Akzeptieren Sie, wenn Ihre Katze das Baby zunächst meidet. Oft siegt nach einiger Zeit aber die Neugier und die Tiere möchten das neue Familienmitglied doch genauer kennenlernen. Kommt die Katze beim Wickeln oder Stillen freiwillig dazu, sollte sie nicht weggeschickt werden. Streicheleinheiten und freundliche Worte helfen dabei, dass sie die Nähe zum Baby mit etwas Positivem verbindet.

Tipps für das Zusammenleben mit Katzen und Kleinkind

Während die meisten Katzen mit Babys noch recht gut zurechtkommen, wird es mit Kleinkindern oft schwieriger. Weil sie ihre Bewegungen noch nicht kontrollieren können, plötzlich nach der Katze greifen oder ihr hinterherlaufen, wirken sie auf viele Tiere bedrohlich. Die meisten Katzen ziehen sich dann zurück. Manche fühlen sich jedoch zunehmend bedrängt und reagieren irgendwann mit Fauchen oder sogar einem Pfotenhieb, besonders wenn sie keinen Ausweg mehr sehen.1

Wichtig ist: Weder das Kleinkind noch die Katze handeln absichtlich falsch. Kleine Kinder können die Körpersprache der Katze noch nicht verstehen, Katzen wiederum verteidigen instinktiv ihre Sicherheit, ihr Futter oder ihr Revier. Deshalb liegt es an den Erwachsenen, beide gut im Blick zu behalten und rechtzeitig einzugreifen. Denn bevor eine Katze kratzt oder beißt, sendet sie meist deutliche Warnsignale.

Brenzlige Situationen gar nicht erst entstehen lassen

Am besten ist es, Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen, in denen das Kind der Katze zu nahe kommt. Dabei spielt die Höhe eine wichtige Rolle: Katzen fühlen sich sicherer, wenn sie alles von oben beobachten können. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Ihre Katze in jedem Raum einen erhöhten Rückzugsort hat, etwa auf einem Regal, Kratzbaum oder Wandbrett, der für Kinder nicht erreichbar ist.

So kann die Katze dem Kind einfach ausweichen, wenn ihr etwas zu viel wird. Von ihrem sicheren Platz aus beobachtet sie das Geschehen und gewöhnt sich mit der Zeit an die Bewegungen des Kindes.

Trotzdem sollte die Katze auch weiterhin exklusive Aufmerksamkeit bekommen. Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit zum Kuscheln und Spielen, besonders wenn das Kind gerade beschäftigt ist. Das gibt der Katze Sicherheit und stärkt die Bindung.

Tipps für das Zusammenleben mit Katzen und älteren Kindern

Auch bei älteren Kindern ist es wichtig, der Katze genügend Orte zu bieten, an denen sie sich zurückziehen kann und nicht von den Kindern verfolgt wird. Im Gegensatz zu Kleinkindern, kann man den Älteren bereits beibringen, dass es gewisse Regeln im Umgang mit der Katze gibt. Zudem können ältere Kinder unter Anleitung mit der Katze positiv interagieren und so aktiv eine Bindung zu ihr aufbauen. Hierzu ein paar Anregungen:2

„Lass die Katze zu dir kommen“

Statt die Katze immer anfassen und streicheln zu wollen, sollte man Kindern beibringen, das Tier zunächst zu beobachten und aus Entfernung freundlichen Kontakt herzustellen. Etwa durch langsames Blinzeln (wie das genau funktioniert, lesen Sie in diesem Artikel: Mit Anblinzeln gewinnen Sie das Vertrauen einer Katze), oder durch freundliches Ansprechen der Katze. Nimmt die Katze dann tatsächlich Kontakt auf, indem sie auf das Kind zukommt, sollte dies der Katze zunächst seine Hand entgegenstrecken, damit das Tier daran schnuppern kann. Wenn sich die Katze daran reibt, kann man dies als freundliche Aufforderung für eine Streicheleinheit auffassen.

Katzen richtig streicheln

Katzen schätzen vor allem Streicheleinheiten am Kopf, wo viele Geruchsdrüsen sitzen, wie etwa an den Wangen oder unter dem Kinn. Viele Kinder beginnen jedoch gleich, von oben auf dem Kopf zu fassen – eine Bewegung, die vielen Katzen Angst macht. Oder sie streicheln die Katze gern am Hinterteil, also möglichst weit weg von Maul und Zähnen des Tieres. Auch das empfinden manche Katzen als unhöflich oder übergriffig. Besser ist, nach dem ersten Beschnuppern vorsichtig die Seite des Kopfes im Wangenbereich zu berühren oder sanft über den Rücken der Katze zu streichen. Zieht sich die Katze zurück, sollten Kinder dies akzeptieren und die Interaktion beenden.

Beim Füttern mithelfen

Für viele Katzen sind die Mahlzeiten die beste Zeit des Tages. Lässt man die Kinder der Katze das Futter reichen, verknüpfen die Tiere dies mit etwas Positivem. Das gilt übrigens nicht nur für die Hauptmahlzeiten. Auch Leckerli sollten von den Kleinsten kommen. Zunächst können die Kids diese lustig durch die Gegend werfen – die meisten Katzen lieben dies und verbinden dann diese spannende Aktivität mit den Kindern. Später können die Leckerli auch aus der flachen Hand gefüttert werden. So verknüpft die Katze den Geruch der Kinder mit ihrem Lieblings-Snack.

Spielen, spielen und noch mehr spielen

Wenn Kinder und Katzen eines gemeinsam haben, ist es Ausdauer beim Spielen. Die wichtigste Regel hierbei: Hände sind tabu! Auch wenn es noch so verführerisch ist, die Katze mit den Fingern unter der Decke zum Spielen zu animieren und manche Katzen sogar die Krallen einziehen beim Spielen mit dem Menschen. Es passieren einfach zu schnell Unfälle und manche Kinder können dadurch langfristig Ängste entwickeln – auch, wenn alles nur Spiel war. Daher eignen sich vor allem Spielzeuge, die Distanz zur Katze wahren, wie etwa Spielangeln. Wichtig ist, den Kindern vorher zu erklären, wie man mit der Katze richtig spielt.

Auch interessant: Diese 8 Fehler macht fast jeder beim Spiel mit der Katze

Kindern die Körpersprache der Katze erklären

Kinder sind hervorragende Beobachter, wenn man sie lässt und ihnen erklärt, worauf es ankommt. Im Netz finden sich viele tolle Schaubilder zur Körpersprache der Katze. Drucken Sie eines aus und hängen Sie es ins Kinderzimmer. So kann der Nachwuchs selbst Freunden und Gästen erklären, worauf man bei der Katze achten muss.

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Wie bereite ich meine Kinder auf eine Katze vor?

Leben bereits Kinder im Haushalt und soll eine Katze einziehen, sollten alle Familienmitglieder hinter dieser Entscheidung stehen. Die Verantwortung für das Tier liegt am Ende jedoch immer bei den Erwachsenen.

Bereiten Sie Ihre Kinder früh auf den neuen Mitbewohner vor und erklären Sie ihnen, wie man respektvoll mit Katzen umgeht. Nach dem Einzug braucht die Katze zunächst Zeit, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Ein eigenes Zimmer mit Futter, Katzenklo und Versteckmöglichkeiten erleichtert die Eingewöhnung. Statt das Tier zu bedrängen, sollten Kinder ihm die Möglichkeit geben, selbst Kontakt aufzunehmen.

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Hausregeln für Kinder mit Katzen

Zu guter Letzt sind hier sind noch ein paar Dinge, von denen sich Katzen wünschen, dass Kinder (und Erwachsene!) sie beherzigen und die einen harmonisches Zusammenleben von Kind und Katze ermöglichen:3

  • Die Katze in Ruhe lassen, wenn sie schläft oder sich ausruht.
  • Die Katze nicht anfassen, wenn sie frisst oder trinkt.
  • Nicht an die Katze anschleichen.
  • Sich der Katze am besten seitlich statt frontal nähern – das wirkt weniger bedrohlich.
  • Die Katze für eine Interaktion selbst kommen lassen.
  • Nicht in den Raum der Katze eindringen und/oder diese bedrängen, insbesondere wenn es sich um einen kleines, beengtes Zimmer handelt.
  • Die meisten Katzen mögen gerne an der Seite des Gesichts oder unter dem Kinn oder der Brust gestreichelt werden.
  • Wenn die Katze beim Streicheln weggeht, zuckt oder mit dem Schwanz schlägt, sofort aufhören und die Katze in Ruhe lassen.
  • Wenn sich die Katze nicht wohlfühlt oder krank ist, sollte man sie immer in Ruhe lassen.
  • Nicht an den Schwanz oder die Ohren greifen.
  • Das eigene Gesicht nicht an das Gesicht der Katze halten.
  • Nicht über die Katze steigen, weil diese im Weg liegt.
  • Die Katze niemals anschreien.
  • Katze nicht ärgern oder necken – das mindert das Vertrauen des Tieres zu seinen Menschen.
  • Katze nicht direkt und über längere Zeit anstarren, insbesondere wenn man die Katze nicht kennt.
  • Im Gegensatz zu den Bildern, die im Internet herumgereicht werden, mögen Katzen es nicht, umarmt zu werden! Das ist sehr aufdringlich.
  • Zuneigung vor allem mit gemeinsamen Spielen, Leckerli oder Dingen zeigen, die der Katze Spaß machen.
Louisa Stoeffler, PETBOOK-Redakteurin

Meine Erfahrung

„Das Zusammenkommen von Kind und Katze ist nicht immer einfach. Ich habe mit meinem Kater Remo, der keine Kinder gewöhnt war, das Gassigehen trainiert, als ein Junge sich auch von energischen Bitten nicht davon abhalten ließ, ihn zu streicheln. Remo sprang auf meinen Arm und als er so immer noch nicht ausweichen konnte, verschwand er unter einem Auto. Das war's mit Gassigehen.
Mit meiner ersten Katze Minka und meinen mehr als 15 Jahre jüngeren Brüdern klappte die Gewöhnung jedoch gut. Minka war die gelassenste Katze, die ich je erlebt habe und hat die Jungs noch im Laufstall beobachtet und sich später dazugelegt. Binnen einiger Monate waren sie und die Katze unzertrennlich, sodass sie sogar neben ihnen geschlafen hat. Der Lautstärke und am Anfang noch ungelenken Motorik der Kinder konnte sie auch immer aus dem Weg gehen, indem sie sich in mein Zimmer zurückgezogen hat. Wenn man Kindern den Respekt vor anderen Lebewesen früh beibringt, ist das Zusammenleben mit Kindern und Katze gar kein Problem. “Louisa Stoeffler, PETBOOK-Redakteurin

Quellen

  1. Hillspet.com, „Safe Play Between Cats and Kids“ (aufgerufen am 01.09.2026) ↩︎
  2. Vetstreet.com, „Kids and Cats Together: 7 Things to Know“ (aufgerufen am 01.09.2026) ↩︎
  3. Greatpetcare.com, „Kids and Cats: 10 Tips to Promote Bonding“ (aufgerufen am 01.09.2026) ↩︎

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