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Schmerzhafte Erkrankung

Wie erkennt man Arthrose bei Katzen?

Katze liegt und schaut in die Kamera
Viele Katzen leiden lange unbemerkt an Arthrose – dabei können schon kleine Veränderungen im Verhalten erste Warnzeichen sein Foto: Getty Images
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Porträtbild Mareike Schmidt
Redakteurin

1. Juni 2026, 6:07 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Katzen gelten als elegante Bewegungskünstler – umso auffälliger ist es, wenn sie plötzlich nicht mehr springen wollen, Treppen meiden oder sich nur noch steif bewegen. Hinter diesen Veränderungen kann eine Arthrose stecken. Die Gelenkerkrankung verursacht chronische Schmerzen und bleibt bei vielen Tieren lange unentdeckt. Besonders ältere Katzen sind betroffen, doch auch jüngere Tiere zeigen zunehmend erste Schäden.

Wie sich Arthrose bei der Katze bemerkbar macht

Katzen leiden oftmals im Stillen. Noch immer ist es tief in ihnen verankert, keinen Schmerz zu zeigen. Denn im Tierreich wird ein schwaches Tier schnell zur Beute eines anderen. Daher ist es oft schwer, Symptome bei Katzen zu bemerken. Oft sind es kleine Verhaltensänderungen, die dem aufmerksamen Halter auffallen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Katze schläft mehr, spielt und jagt deutlich weniger als früher und nutzt kaum noch ihren Kratzbaum
  • Gewichtszunahme durch weniger Bewegung
  • Gewichtsabnahme, da die Katze schmerzbedingt weniger den Futternapf aufsucht
  • Bewegungen der Katze erscheinen beim Laufen und Springen weniger geschmeidig als früher, sondern steif
  • ungeschickte Koordination durch eingeschränkte Beweglichkeit, Katze wirkt tollpatschig
  • Katze hat Schwierigkeiten beim Herunterspringen von erhöhten Ebenen und beim Treppensteigen
  • Katze meidet vermehrt höherliegende Plätze durch Schmerzen
  • Probleme beim Putzen, Katze erreicht nicht mehr alle Stellen. Folge ist verminderte Körperpflege und stumpfes, struppiges Fell
  • Unbehagen beim Streicheln wie Zucken oder Fauchen
  • Freigänger gehen weniger raus, bevorzugen den Aufenthalt im Haus bzw. in der Wohnung1

Einige Katzen werden zudem unrein und setzen ihren Kot neben der Katzentoilette ab, da sie diese nicht mehr schmerzfrei betreten können.

Symptome erkennen und Schmerzen einschätzen

Oft sind die Symptome unspezifisch und werden als typische altersbedingte Probleme eingeordnet, was die Diagnose von Arthrose bei der Katze erschwert. Um zu beurteilen, ob eine Katze Schmerzen hat, kann ihre Mimik näher betrachtet werden.

Besonders für Laien ist dies aber oft schwer, da die Mimik von Katzen nicht leicht zu durchschauen ist. Es gibt allerdings Skalen, die zur Einschätzung hinzugezogen werden können. Wie diese aussehen, können Sie hier lesen: Woran man erkennt, dass eine Katze Schmerzen hat

Bei Unsicherheit hilft der Besuch eines Tierarztes. Dieser kann durch verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten, wie etwa bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall, herausfinden, ob es sich um Arthrose handelt.

Diese Faktoren können Arthrose begünstigen

Neben altersbedingten Erscheinungen gibt es Faktoren, die zu Arthrose bei Katzen führen können. Dazu gehören genetische Veranlagungen, Gelenkfehlbildungen, durch Verletzungen wie Bänderrisse verursachte Traumata und Entzündungen der Gelenke, die durch Infektionen hervorgerufen wurden.

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Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose

Arthrose ist generell nicht heilbar, da die Veränderungen am Gelenk nicht rückgängig gemacht werden können. Eine Behandlung setzt daher daran an, Schmerzen zu vermindern, die Beweglichkeit der Gelenke wiederherzustellen und die Arthrose zu stabilisieren, das heißt den Verlauf möglichst aufzuhalten. Je früher die Erkrankung erkannt und mit einer Behandlung gestartet wird, desto eher kann der Verlauf positiv beeinflusst und das Voranschreiten verlangsamt werden. Zu einem Behandlungsplan gehören oft:

Schmerzbehandlung

Ein wichtiger Teil der Therapie ist die Schmerzbehandlung. Dabei werden Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente verschrieben, die die akuten Beschwerden schnell mindern. Natürlich kann eine dauerhafte Anwendung dieser Mittel Nebenwirkungen hervorrufen. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Tierarzt wichtig.

Oft erfolgt die Therapie zunächst mit einer geringeren Dosis, die auch über einen längeren Zeitraum verabreicht werden kann. Die Schmerzmittel kann man der Katze entweder in Saft- oder Tablettenform geben. Einige Medikamente werden außerdem als Spritze beziehungsweise Gelenkinjektion verabreicht, um Schmerzen gezielt zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Die Kosten liegen je nach Präparat und Behandlung meist zwischen 70 und 140 EUR pro Injektion.

Physiotherapie

Ergänzend zur Schmerzbehandlung kann Physiotherapie der Katze helfen, die Beweglichkeit ihrer Gelenke zu erhalten. Mit speziellen Übungen werden die Gelenke schonend und kontrolliert bewegt und die Muskeln um die Gelenke dadurch gestärkt.

Übergewicht kann die Gelenke zusätzlich belasten und zu Schmerzen und Einschränkungen führen. Daher sollte man das Gewicht seiner Katze gut im Auge behalten und gegebenenfalls spezielles Diätfutter füttern, das zusätzlich die natürlichen Körperfunktionen der Katze unterstützt.

Chirurgische Maßnahmen

Chirurgische Maßnahmen können ab einem besonders hohen Schweregrad der Erkrankung notwendig sein. Hierbei können entweder künstliche Gelenke eingesetzt oder eine künstliche Versteifung vorgenommen werden.2

Wie kann ich meine Katze bei Arthrose unterstützen?

Leidet eine Katze an Arthrose, kann ein angepasstes Zuhause ihren Alltag deutlich erleichtern. Ziel ist es, Bewegungen möglichst gelenkschonend zu gestalten und Schmerzen im Alltag zu reduzieren. Schon kleine Veränderungen können helfen, die Lebensqualität der Katze langfristig zu verbessern.

Besonders wichtig sind gut erreichbare Ruheplätze, sichere Laufwege und Hilfen beim Klettern oder Springen. Auch die Katzentoilette und Spielmöglichkeiten sollten an die eingeschränkte Beweglichkeit angepasst werden. Zudem spielt das Gewicht der Katze eine wichtige Rolle, da Übergewicht die Gelenke zusätzlich belastet.

Mini-Checkliste: So wird das Zuhause arthrosegerecht

  • Warme und leicht erreichbare Schlafplätze schaffen
  • Rampen oder kleine Aufstiegshilfen nutzen
  • Kratzbaum mit niedrigen Ebenen ausstatten
  • Katzentoilette mit niedrigem Einstieg verwenden
  • Rutschige Böden mit Teppichen sichern
  • Ruhige Intelligenz- und Futterspiele anbieten
  • Auf ein gesundes Gewicht der Katze achten

Mit einem arthrosegerechten Zuhause lässt sich der Alltag vieler Katzen spürbar angenehmer gestalten. Häufig reichen bereits kleine Anpassungen aus, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu unterstützen.3

Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

Meine Erfahrung mit Arthrose bei Katzen

„Meine Katze Kimmie litt, seit wir sie mit 14 Wochen bekamen, an Arthrose. Zunächst dachten wir, sie wäre einfach nur schüchtern oder faul. Im Gegensatz zu ihrer Schwester bewegte sie sich viel weniger. Die Diagnose damals war ein Zufallsbefund. Seitdem bekam Kimmie regelmäßig Schmerzmedikamente und Osteopathie-Behandlungen. Vor allem letztere haben eine deutliche Verbesserung gebracht.
Auch meine Katze Sweety leidet altersbedingt an Arthrose. Bei ihr haben wir die monatliche Spritze dagegen versucht mit großem Erfolg. Vor allem ein paar Tage nach der Behandlung merkt man einen deutlichen Unterschied und Sweety ist geradezu anstrengend, weil sie ständig spielen und toben möchte. Leider gab es diese Option noch nicht, als Kimmie noch lebte.“

Quellen

  1. tierklinik-stp.at, „Arthrose bei Katzen“ (aufgerufen am 01.06.2026) ↩︎
  2. vetepedia.de, „Arthrose bei Katzen“ (aufgerufen am 01.06.2026) ↩︎
  3. bft-online.de, „Arthrose: Katzen leiden leise“ (aufgerufen am 01.06.2026) ↩︎

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