7. Mai 2026, 6:23 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wenn ein Pferd sich plötzlich steifer bewegt oder nicht mehr rundläuft, kann Arthrose dahinterstecken. Die Gelenkerkrankung entwickelt sich oft schleichend und bleibt lange unbemerkt. PETBOOK erklärt, welche Symptome darauf hindeuten und worauf Halter achten sollten.
Was passiert bei Arthrose im Körper des Pferdes?
Damit ein Pferd sich frei bewegen kann, müssen seine Gelenke reibungslos funktionieren. Man kann sich ein Gelenk wie ein gut geöltes Scharnier vorstellen. Zwei Knochen treffen dort aufeinander, und ihre Enden sind mit einer glatten, elastischen Schicht überzogen – dem Knorpel. Dieser sorgt dafür, dass nichts scheuert oder „hakt“. Zusätzlich befindet sich im Gelenk eine Flüssigkeit, die wie ein Schmiermittel wirkt und den Knorpel versorgt.1
Bei Arthrose nutzt sich dieses „Scharnier“ nach und nach ab. Die schützende Knorpelschicht wird dünner und rauer. Dadurch laufen die Bewegungen nicht mehr so glatt wie zuvor. Stattdessen entsteht mehr Reibung im Gelenk. Das kann dazu führen, dass Bewegungen steif wirken oder dem Pferd schwerfallen.
Auch der Knochen unter dem Knorpel verändert sich mit der Zeit. Er reagiert auf die stärkere Belastung und bildet kleine Auswüchse. Gleichzeitig funktioniert die „Schmierung“ im Gelenk nicht mehr so gut wie früher. Die Flüssigkeit verteilt sich schlechter und kann den Knorpel nicht mehr ausreichend unterstützen.
Oft kommt noch eine Reizung im Gelenk dazu. Das Gelenk kann dann anschwellen, warm werden und schmerzen. Für das Pferd bedeutet das: Es bewegt sich vorsichtiger, läuft nicht mehr ganz rund oder zeigt deutlich weniger Bewegungsfreude.2
Ursachen der Krankheit
Arthrose entsteht meist nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Häufig liegt eine Kombination mehrerer Faktoren zugrunde.3
Zu den wichtigsten Ursachen zählen:
- Über- und Fehlbelastung
- Alter: Regenerationsfähigkeit des Knorpels nimmt ab
- Fehlstellungen: Ungleichmäßige Belastung durch Fehlstellungen
- Verletzungen: Schäden an Sehnen, Bändern oder Knochen
- Gelenkentzündungen (Arthritis): Sie gelten oft als Vorstufe zur Arthrose.
- Bewegungsmangel
- Mangelernährung
- Übergewicht
- Hufprobleme oder falscher Beschlag
- Harte oder rutschige Untergründe belasten die Gelenke zusätzlich.
- Genetische Veranlagung
Auch Muskelverspannungen können eine Rolle spielen. Sie schränken die Beweglichkeit ein und beeinträchtigen die Versorgung des Knorpels, da dieser auf Bewegung angewiesen ist, um Nährstoffe aufzunehmen.
Wie erkenne ich Arthrose bei meinem Pferd?
Die Anzeichen einer Arthrose entwickeln sich meist schleichend und werden daher oft spät erkannt. Wichtig dabei ist es, das Tier genau zu beobachten und sich dafür bei Verdacht sogar gezielt Zeit zu nehmen.
Typische Symptome sind:
- Lahmheit
- Gelenksteifheit
- Schwellungen und Überwärmung der Gelenke
- Schmerzen, vorsichtige Bewegungen oder Abwehrverhalten
- Bewegungsunwilligkeit, Meideverhalten
- Unregelmäßiges oder eingeschränktes Gangbild
- Schonhaltung
Für die weitere Diagnose ist es hilfreich, Beschwerden zu dokumentieren. Dazu bieten sich auch Videoaufnahmen an – für den Tierarzt können diese zur genauen Diagnose viel wert sein.
Diagnose und Behandlung bei Arthrose
Die Diagnose erfolgt schrittweise. Zunächst beobachtet der Tierarzt das Pferd in Bewegung und tastet die Gelenke ab. Dabei werden Beweglichkeit, Schmerzreaktionen und mögliche Schwellungen geprüft.
Weitere Untersuchungsmethoden sind:
- Beugeprobe
- Röntgen
- Eventuell CT oder MRT
- Arthroskopie
Anschließend zielt die Behandlung darauf ab, Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
Folgendes könnte im Behandlungsplan stehen:
- Schmerzmittel und Entzündungshemmer
- Physiotherapie
- Regelmäßige, angepasste Bewegung ist entscheidend
- Durchblutungsfördernde Maßnahmen
- Orthopädischer Hufbeschlag
Außerdem können in fortgeschrittenen Fällen operative Eingriffe notwendig sein, etwa zur Glättung von Knorpel oder zur Versteifung eines Gelenks.
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Kann man Arthrose beim Pferd heilen?
Arthrose gilt als nicht heilbar, da geschädigter Knorpel nicht vollständig in seinen ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden kann. Zudem hängt der Verlauf von verschiedenen Faktoren ab, wie Alter, Ausmaß der Gelenkschäden und Anzahl betroffener Gelenke.
Eine frühe Diagnose verbessert die Prognose deutlich. Dabei ist das Ziel der Behandlung, die Lebensqualität des Pferdes möglichst lange zu erhalten und Schmerzen zu reduzieren.
Wie kann ich Arthrose bei meinem Pferd vorbeugen?
Vorbeugende Maßnahmen spielen eine zentrale Rolle, da viele Risikofaktoren beeinflussbar sind.
Wichtig ist:
- Regelmäßige Bewegung
- Ausreichend aufwärmen vor der Bewegung
- Artgerechte Haltung
- Ausgewogene Fütterung
- Gewichtskontrolle
- Geeignete Böden, keine unnötige Stoßbelastung
- Regelmäßige Hufpflege
Auch eine frühzeitige Behandlung von Muskelverspannungen und Bewegungsstörungen kann helfen, das Risiko zu reduzieren.