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Verhalten, Sterbephasen, Abschiednehmen

Woran Sie erkennen, ob Ihre Katze bald stirbt

Maine-Coon-Katze schläft auf weicher Decke
Schläft die Katze viel und frisst oder spielt kaum noch, können das Anzeichen dafür sein, dass sie bald stirbt. Foto: Getty Images
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

12. November 2025, 17:52 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Der Abschied von einer geliebten Katze ist eine der schwersten Phasen im Zusammenleben mit einem Tier. Gerade weil sie lange Zeit Familienmitglieder sind, trifft es besonders, wenn die Katze stirbt. Wer weiß, worauf zu achten ist und wie der Sterbeprozess abläuft, kann seiner Katze die letzten Tage so schmerzfrei und würdevoll wie möglich gestalten – und gleichzeitig besser für sich selbst sorgen.

Erste Anzeichen dafür, dass Katzen sterben

Es gibt nicht das eine Zeichen, an dem man erkennt, dass die geliebte Katze bald versterben wird. Oft treten die Veränderungen auch schleichend auf, sodass viele Halter sie zunächst kaum bemerken. Dabei können Grunderkrankungen und altersbedingte Veränderungen eine Rolle spielen. Wichtig ist nicht ein einzelnes Symptom, sondern die Veränderung über die Zeit. Häufige erste Hinweise sind: 1

Verhaltensänderungen

  • Rückzug, vermehrtes Verstecken
  • Geringere Aufmerksamkeit/„Abwesenheit“, veränderte Schlafmuster
  • Unruhe oder gesteigerte Lautäußerungen; manche werden ungewöhnlich anhänglich, andere reizbar
  • Weniger Interesse an Spiel, Futterorten, Routinen
  • Nachlassende Körperpflege, struppiges Fell

Körperliche Veränderungen

  • Anhaltender Appetitverlust, Gewichtsabnahme, Dehydrierung
  • Schwäche, wackeliger Gang, „Ungeschicklichkeit“
  • Erbrechen und/oder Durchfall, Inkontinenz
  • Atemprobleme (beschleunigt, angestrengt, ggf. mit offenem Maul)
  • Kalte Ohren/Pfoten, insgesamt niedrigere Körpertemperatur
  • Eingesunkene Augen, insgesamt matter Eindruck

Achtung: Alle diese Änderungen sind nur Hinweise. Viele gehören auch zum normalen Alterungsprozess dazu oder können auch auf Krankheiten wie Demenz oder Arthrose hinweisen.

Spätzeichen der unmittelbaren Sterbephase

Sehr viel deutlichere Anzeichen dafür, dass die Katze stirbt, zeigen sich meist erst, wenn der Tod des Tieres unmittelbar bevorsteht. Die meisten Tiere befinden sich dann in einer seitlichen Lage und können sich nicht mehr allein aufrichten. Es kommt zur sogenannten „agonalen Atmung“. Das bedeutet, die Katze nimmt sehr tiefe, unregelmäßige, einzelne Atemzüge. Die Reaktionsfähigkeit ist stark vermindert oder nicht mehr vorhanden. Als Halter kann man dies überprüfen, indem man den Augenwinkel sanft berührt und der Lidschlussreflex ausbleibt.

Ab wann muss ich zum Tierarzt?

Am besten früh und lieber einmal zu viel. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie vermuten, dass Ihre Katze stirbt. Bei akuten Änderungen im Verhalten oder von Körperfunktionen sollten Sie immer einen Tierarzt aufsuchen. Denn oft gehen solche Veränderungen mit Schmerzen einher. Früh erkannt, kann das Leben des Tieres meist verlängert werden.

Kontaktieren Sie Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst, wenn:

  • Ihre Katze plötzlich deutlich anders wirkt (Apathie, Rückzug, starke Lautäußerungen),
  • Appetit und Trinkmenge über mehr als 24 Stunden stark vermindert sind,
  • Erbrechen/Durchfall anhalten, Blut sichtbar ist oder Atemnot besteht,
  • Sie Gewichtsverlust, Schmerzen oder deutliche Schwäche bemerken.

Diese Sterbephasen gibt es bei Katzen

Es gibt keine starre „Checkliste“, doch in der Praxis lassen sich drei Abschnitte unterscheiden: 2

  1. Frühe Phase: nachlassender Appetit, mehr Schlaf, Rückzug, erste Mobilitätsprobleme; die Hygiene (Fellpflege, Klogang) wird unzuverlässiger.
  2. Mittlere Phase: Deutlicher körperlicher Abbau, erkennbar an Schwäche, Schwierigkeiten beim Gehen und Springen, stark verminderter Aktivität und zunehmender Teilnahmslosigkeit.
  3. Finale Phase: Weitgehende Unansprechbarkeit, flache oder unregelmäßige Atmung, kalte Extremitäten, möglicher Verlust der Blasen-/Darmkontrolle. Jetzt braucht es engmaschige tierärztliche Begleitung – vielfach ist der friedliche Abschied durch Euthanasie der schonendste Weg.

Das passiert, wenn die Katze schließlich stirbt

Beim Sterben fährt der Körper seine Funktionen schrittweise herunter. Die Atmung wird unregelmäßig und setzt schließlich aus; einzelne tiefe „letzte“ Atemzüge sind möglich. Auch können am Ende kleinere Muskelzuckungen auftreten. Besonders erschreckend für viele Halter ist, dass sich Blase und Darm entleeren können. Meist passiert das unmittelbar nachdem die Katze gestorben ist und der Herzschlag erlischt. Oft bleiben der Mund und die Augen offen stehen.

Diese körperlichen Abläufe wirken für uns schwer, verursachen der Katze aber keine zusätzliche Angst oder Schmerzen, insbesondere wenn sie medizinisch begleitet wird. Bei einer Euthanasie erhält die Katze zunächst ein beruhigendes und schmerzlinderndes Medikament, erst danach erfolgt die finale Injektion – meist direkt in den Herzmuskel. Das Ableben verläuft dann ruhig und schmerzfrei.

So unterstützen Sie Ihre Katze

Wenn eine Katze am Ende ihres Lebens steht, können Halter viel dazu beitragen, dass sie sich dennoch geborgen fühlt. Medizinische und praktische Unterstützung sind dabei ebenso wichtig wie emotionale Nähe. Schmerztherapie, Medikamente gegen Übelkeit oder Appetitzügler können das Wohlbefinden deutlich verbessern. Auch kleine Anpassungen im Alltag helfen. Dazu gehören etwa erhöhte und rutschfeste Futter- und Wassernäpfe, flache Katzentoiletten mit niedrigem Einstieg oder Rampen und Stufen, damit Lieblingsplätze erreichbar bleiben. Ebenso entscheidend ist eine warme, weiche und saubere Liegefläche, die regelmäßig gepflegt wird, damit die Katze sich wohlfühlt. Kleine, häufige Mahlzeiten und stets frisches Wasser erleichtern die Versorgung, während sanftes Reinigen von Fell und Haut die Hygiene unterstützt.

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Neben diesen praktischen Maßnahmen spielt die emotionale Begleitung eine große Rolle. Ein ruhiges Umfeld mit Rückzugsmöglichkeiten gibt Sicherheit, während sanfte Berührungen, vertraute Stimmen und gewohnte Rituale beruhigend wirken können. Wichtig ist, dass Halter respektieren, wenn die Katze Nähe sucht – oder wenn sie lieber allein sein möchte. Auch für die Menschen selbst gilt: Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Unterstützung von Familie, Freundeskreis oder professionellen Beratungsstellen kann entlasten und Kraft geben.

Wie entscheide ich, ob es Zeit für den Abschied ist?

Wird eine unheilbare Erkrankung festgestellt, besprechen Sie einen End-of-Life-Plan: palliative Betreuung/Hospiz, Schmerztherapie, unterstützende Maßnahmen im Alltag – und auch die Option der euthanasischen Einschläferung als friedlicher, schmerzfreier Weg, Leiden zu beenden. Viele Tierärzte nutzen zur Einschätzung der Lebensqualität die sogenannte „HHHHHMM-Skala“: 3

  • Hurt: Hat die Katze Schmerzen?
  • Hunger: Frisst die Katze regelmäßig?
  • Hydration: Trinkt die Katze ausreichend?
  • Hygiene: Kann die Katze sich noch ausreichend selbst putzen?
  • Happiness: Hat die Katze noch glückliche Momente?
  • Mobility: Ist die Katze ausreichend mobil?
  • More good days than bad: Hat die Katze mehr gute als schlechte Tage?

Auch interessant: „Sein Tier beim Einschläfern alleinzulassen, ist purer Egoismus!“

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Verabschieden sich Katzen, bevor sie sterben?

Katzen sagen nicht wörtlich Lebewohl. Viele zeigen jedoch Verhaltensänderungen, die wir als Abschiedsgesten deuten: verstärktes Nähe-Suchen, ungewöhnliche Anhänglichkeit – oder im Gegenteil Rückzug an stille Orte. Ob Katzen ihr eigenes Sterben „verstehen“, wissen wir nicht sicher.

Aus der Humanmedizin und Erfahrungsberichten wissen wir, dass Hören noch lange erhalten sein kann; bei Tieren ist anzunehmen, dass vertraute Gerüche, Berührung und Stimme beruhigend wirken. Deshalb: Sprechen Sie leise mit Ihrer Katze, bleiben Sie, wenn möglich, bei ihr und bieten Sie Vertrautes wie eine Decke oder Kleidungsstücke an. 4

Fazit

Am Lebensende zählen Würde, Schmerzfreiheit und Nähe. Achten Sie auf Veränderungen, holen Sie früh tierärztlichen Rat und gestalten Sie die Umgebung so, dass Ihre Katze bequem trinken, fressen, ruhen und sich lösen kann. Palliative Betreuung und – wenn die Lebensqualität nicht mehr herstellbar ist – eine friedliche Euthanasie sind Akte der Fürsorge. Sie begleiten Ihre Katze auf ihrem letzten Weg: Informieren Sie sich im Vorfeld, hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und nehmen Sie Hilfe an. So schaffen Sie für Ihr Tier einen Abschied in Sicherheit und Liebe.

Quellen

  1. petmd.com, „9 Signs a Cat Is Dying and What To Do“ (aufgerufen am 02.09.2025) ↩︎
  2. pawsandmorevet.com.au, „What to Expect When a Cat is Dying: Signs & Stages“ (aufgerufen am 02.09.2025) ↩︎
  3. peacefulvetcare.com, „How to Recognize and Respond to These 13 Cat End of Life Signs (aufgerufen am 02.09.2025) ↩︎
  4. pawsintograce.com, „Do Cats Say Goodbye Before They Die? Expert Insights“ (aufgerufen am 02.09.2025) ↩︎

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