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Sterbephasen und Verhalten

Woran erkenne ich, dass mein Hund bald stirbt? 

Alter Hund liegt auf einem Sofa und wird von einer Hand gestreichelt
Der Hund wirkt ruhiger als sonst, ist träge und zieht sich zurück. Das können bei Hunden im hohen Alter oft Anzeichen für den letzten Lebensabschnitt sein. Foto: Getty Images
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Porträtaufnahme von Autorin Manuela Lieflaender mit Hund Elvis
Freie Autorin

8. Dezember 2025, 10:49 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Der Abschied vom geliebten Hund zählt zu den schlimmsten Ereignissen im Leben.  „Mit der Entscheidung, sich einen Welpen ins Haus zu holen, kauft man den Tod bereits mit ein“, sagt man. Und doch verdrängen wir diese Tatsache, bis der Vierbeiner unübersehbar gebrechlicher wird. Wer weiß, was die Zeichen für den Sterbeprozess sind und wie die Sterbephasen beim Hund ablaufen, hat die Möglichkeit, bestmöglich für seinen Hund und sich zu sorgen.  

Was sind die häufigsten Todesursachen bei Hunden?  

Spricht man mit Hundehaltern, die den natürlichen Tod ihres Hundes miterlebt haben, stellt man fest: Sterben ist etwas sehr Individuelles und hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Manche Vierbeiner sterben ganz plötzlich.

Die Todesursache sind häufig Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern und plötzlicher Herztod. Trotzdem ist es kaum möglich, bei Herzproblemen eine Prognose abzugeben, wie viel gemeinsame Zeit am Ende noch bleibt. Es gibt viele Hunde, die mit Herzmedikamenten so gut eingestellt sind, dass sie damit noch viele Jahre gut leben können und schließlich andere Erkrankungen der Grund für eine Euthanasie sind.

Neben Herzerkrankungen und Krebs zählen Nierenerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen bei Hunden. Eine Halterin berichtet: „Mein Rüde hatte das Cushing-Syndrom (hormonelle Erkrankung, die durch einen Überschuss an Cortisol verursacht wird, Anm. d. Red.). Er ist an multiplem Organversagen gestorben. Zuvor fraß er drei Tage lang schlecht und ist dann ins Koma gefallen.“ 1

Typische Anzeichen für Leiden und Abschied 

Ähnlich wie bei Menschen wird bei vielen Hunden der Sterbeprozess durch ein Krampfen eingeleitet, durch Atemnot oder durch Jaulen. Wieder andere sterben im Schlaf.  Die Autorin und Tierärztin Frigga Wiese definiert Leiden bei Hunden als einen Zustand, in dem das Tier sowohl körperlich als auch seelisch Schmerzen, Unwohlsein oder Stress erfährt, die seine Lebensqualität einschränken. „Das Leiden eines Hundes zeigt sich nicht immer durch lautes Jaulen, sondern oft ganz still – durch einen leeren Blick oder das Verkriechen an ruhige Orte“, betont Wiese. 

Was sind die Sterbephasen bei Hunden? 

Wenn ein Hund stirbt, folgt sein Körper einem natürlichen Prozess, der meist in mehreren Phasen abläuft – ein stiller Übergang, der Haltern Orientierung und Verständnis schenken kann. Oft verläuft der Sterbeprozess in ähnlich ablaufenden Sterbephasen:

1. Vorbereitungsphase

  • Rückzug an ruhige Orte
  • Mehr Schlaf, weniger Reaktion auf Umweltreize
  • Nachlassender Appetit, häufig auch Verweigerung von Futter und Wasser

2. Aktive Sterbephase

  • Unruhe oder plötzlicher Bewegungsdrang, obwohl kaum Kraft vorhanden ist
  • Unregelmäßige oder veränderte Atmung
  • Zuckungen, Zittern oder kurze Krampfepisoden

3. Friedliche Endphase

  • Der Hund wirkt ruhig und entspannt, liegt oft regungslos
  • Teilweiser Kontrollverlust über Blase und Darm
  • Die Atmung wird zunehmend flacher
  • Mögliche Reflexhandlungen wie letzter Laut oder unkontrollierter Kotabgang
  • Der Übergang ist häufig sanft und leise

Wie erkennt man, dass der Abschied naht?

Neben dem Rückzug sind körperliche Symptome entscheidend. Allerdings sind diese nicht bei allen Hunden gleich: 

  • Schmerzen, verbunden mit Lautäußerungen, Hecheln, Zittern oder Krampfen
  • Unruhe 
  • Verweigern von Futter und Wasser  
  • Veränderte Körperhaltung beim Liegen 
  • Inkontinenz und Kontrollverlust über den eigenen Körper 

Viele Hunde suchen in den letzten Tagen und Wochen ihres Lebens viel Schlaf und Ruhe. Sie nehmen die Reize der Umgebung weniger wahr und ihre Körperfunktionen lassen immer mehr nach. 2

So unterstützen Sie Ihren Hund 

Wenn ein Hund am Ende seines Lebens steht, können Halter viel dazu beitragen, dass er sich dennoch geborgen fühlt. Medizinische und praktische Unterstützung sind dabei ebenso wichtig, wie emotionale Nähe. Eine individuell abgestimmte Schmerztherapie, Medikamente gegen Übelkeit oder beruhigende Mittel können das Wohlbefinden deutlich verbessern und Symptome abmildern.

Auch kleine Anpassungen im Alltag helfen: Dazu gehören gut erreichbare, rutschfeste Futternäpfe, kurze Wege zu Wasserstellen und rutschfeste Böden, damit Lieblingsplätze weiterhin erreichbar bleiben. Eine warme, weiche und regelmäßig gereinigte Liegefläche ist besonders wichtig – viele alte oder schwer kranke Hunde liegen viel und benötigen daher zusätzlichen Komfort und Hygiene. Kleine, häufige Mahlzeiten und stets frisches Wasser erleichtern dem Hund die Versorgung, während sanftes Reinigen von Fell, Pfoten und Augenpartie für Sauberkeit sorgt, wenn er das nicht mehr allein schafft. 

Emotionale Begleitung

Neben diesen praktischen Maßnahmen spielt die emotionale Begleitung eine große Rolle. Ein ruhiges Umfeld mit klaren Strukturen und Rückzugsmöglichkeiten schenkt Sicherheit. Sanfte Berührungen, eine vertraute Stimme und gewohnte Rituale können beruhigend wirken. Wichtig ist auch, dass Halter respektieren, was der Hund gerade braucht – ob er Nähe sucht oder lieber ungestört sein möchte. Und nicht zuletzt gilt: Niemand muss diesen letzten Weg allein gehen. Unterstützung durch Familie, Freunde, Tierärzte oder begleitende Beratungsstellen kann entlasten und dabei helfen, Kraft für diese besondere Zeit zu finden. 

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Wann ist der richtige Zeitpunkt fürs Einschläfern? 

Das Wohlbefinden des Tieres steht im Vordergrund: „Beginnende Qual, Angst, chronische Schmerzen oder ständige Luftnot sind Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen“, erklärt Tierärztin Frigga Wiese in ihrem Werk „Mein Tier ist schwer krank. Und nun?“.

Gelingt keine Schmerzlinderung mehr, ist es laut Tierschutzgesetz Aufgabe des Halters, gemeinsam mit dem Tierarzt, über einen würdevollen Abschied zu entscheiden. 

Was am Ende wirklich zählt

Den Hund beim Sterben zu begleiten, fordert viel Sensibilität – aber auch Klarheit im Hinblick auf mögliches Leiden. Jeder Hund und jede Situation sind individuell. Wichtig ist, wahrzunehmen, wann die Lebensqualität des eigenen Hundes sinkt und ein artgerechtes Leben nicht mehr möglich ist. Ein würdevoller Abschied ist ein letzter Liebesdienst für den besten Freund, sei es durch ein natürliches Sterben oder Euthanasie.

Quellen

  1. Dr. Frigga Wiese, Mein Tier ist schwer krank. Und nun?, Kreuz Verlag 2013. ↩︎
  2. dankundtreu.de, „Anzeichen, dass ein Hund sterben will – wie Sie ihn auf seinem letzten Weg begleiten“ (aufgerufen am 08.12.2025) ↩︎

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