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Diättherapie

Katze zu dick? 10 Ernährungstipps, die beim Abnehmen helfen

Wenn eine Katze so dick ist wie diese, kann dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben
Immer mehr Katzen sind zu dick – mit erheblichen Auswirkungen auf die Gesundheit der TiereFoto: Getty Images

Vor allem ältere Katzen, deren Mobilität nachlässt und die umso lieber schlafen, neigen zu Übergewicht. Doch zu viele Pfunde auf den Rippen reduzieren Gesundheit und Wohlbefinden: Insbesondere das Herz-Kreislauf-System der Tiere ist gefährdet – und die Lebenserwartung sinkt.

Nicht nur Menschen leiden unter Übergewicht, auch Katzen haben mit Extra-Pfunden zu kämpfen. Tendenz steigend! Daten aus den USA zeigen, dass 38 Prozent aller Katzen übergewichtig oder fettleibig sind und die Anzahl zwischen 2011 und 2020 um 114 Prozent angestiegen ist.1 In Deutschland dürften die Zahlen ähnlich hoch sein. Und wie beim Menschen auch führt dies zu gesundheitlichen Problemen, etwa Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen. PETBOOK stellt die Tipps vor, wie zu dicke Katzen abnehmen können.

Ernährung als Kätzchen kann Übergewicht begünstigen

Die Ursachen, warum Katzen zu dick sind, sind vielfältig. So kann die Ernährung als Jungtier die Wahrscheinlichkeit steigern, später unter Übergewicht zu leiden. Bekommen Babykätzchen nämlich nach dem Säugen der Milchnahrung ein zu großes Futterangebot, bilden sich mehr Fettzellen. Als unerwünschte Folge steigt das Risiko für Übergewicht. Besonders riskant wird es, wenn sich massive Fettpolster um die Organe der Bauchgegend bilden.

Bekommt die Katze dann dauerhaft zu viel Trockenfutter, Paté oder Leckerlis, entwickelt sich Adipositas. Dieses krankhafte Übergewicht wird auch als Fettsucht bezeichnet und liegt vor, wenn das Körpergewicht 20 Prozent über dem altersabhängigen Normal- bzw. Idealgewicht der jeweiligen Katzenrasse liegt. Das Risiko, an Adipositas zu erkranken, erhöht sich deutlich im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren.

Auch interessant: 12 Lebensmittel, die Katzen vermeiden sollten

Die Faktoren, die Einfluss auf das Gewicht haben

Wie bei uns Tierbesitzern hängt auch bei Katzen das Körpergewicht entscheidend von zwei Aspekten ab:

  1. Höhe der Kalorienaufnahme über das Futter
  2. Energieverbrauch über die Bewegung

Es sind dann zahlreiche Faktoren, die dafür sorgen, dass Hauskatzen eher von Übergewicht betroffen sind als Wildkatzen:

Bewegungsmangel

Beim Öffnen einer Dose Katzenfutter müssen Katzen sich allenfalls vom Sofa Richtung Fressnapf bewegen. Sie müssen im Gegensatz zu Wildkatzen weder Nahrung für sich und ihre Katzenkinder erlegen noch vor möglichen Gefahren flüchten. Auch ihr Revier müssen Hauskatzen nicht vor anderen Katzen verteidigen. Leben zwei oder mehr Tiere in einem Haushalt, kommt es allenfalls zu gelegentlichen Rangeleien im Wohnzimmer.

Einfluss von Geschlechtshormone

Während Wildkatzen im Laufe ihres Lebens oft mehrere Generationen an Jungtieren gebären, besitzen kastrierte Katzen aufgrund hormoneller Veränderungen ein erhöhtes Risiko für Übergewicht. Der Grund: Die Geschlechtshormone sind nicht mehr in der Lage, Appetit und Stoffwechsel zu regulieren. In der Regel steigt der Appetit bei reduziertem Energiebedarf mit zunehmendem Alter.

Sinkende Mobilität im Alter

Jeder, der schon einmal ein kleines Katzenbaby aufgezogen hat, weiß, wie verspielt und bewegungsfreudig Kitten sind. Später stehen viele nur noch kurz auf, um zu futtern oder das Katzenklo zu besuchen. Ansonsten heißt es: schlafen, dösen und schnarchen. Dies führt dazu, dass sich im Laufe der Zeit kleine Fettdepots bilden. Das ist zwar auch bei Wildkatzen möglich, aber längst nicht so ausgeprägt.

Überfütterung und falsches Futter

Während Wildkatzen oft ein natürlich begrenztes Angebot an Futter haben, bekommen Hauskatzen oft zu viel. Studien deuten darauf hin, dass nicht nur die Menge des Futters, sondern auch die Futterart eine entscheidende Rolle spielt, wenn es um das Gewicht geht: Diesbezüglich wird diskutiert, dass womöglich Trockenfutter aufgrund einer höheren Kohlenhydrat- und Energiedichte als Dosenfutter eine Rolle an der Entstehung von Übergewicht spielt.2

Die besten Ernährungstipps gegen Übergewicht bei Katzen

Ein zu hohes Gewicht entsteht nicht von heute auf morgen. Falls die Katze noch normalgewichtig ist, lassen sich die Futterrationen am besten präventiv dem sinkenden Aktivitätslevel anpassen.

Top 10 Diät-Tipps für übergewichtige Katzen:

1. Ursachen-Check

Erst wenn Tierbesitzer herausfinden, warum die geliebte Katze so dick geworden ist, können Gegenmaßnahmen fruchten. Nach der Reflexion möglicher Gründe (z. B. ein stets gefüllter Napf) kann die Ernährungsumstellung samt Verhaltensänderung des Menschen starten – ausreichend Bewegung für inklusive.

2. Tierarzt-Check

Bei unklaren Ursachen oder sichtlichem Übergewicht sollte ein Tierarztbesuch klären, ob gesundheitliche Primärerkrankungen für das zu hohe Gewicht verantwortlich sind. Können diese ausgeschlossen werden, hilft der Tierarzt, ein gesundes Zielgewicht zu formulieren. Ein spezielles Diätfutter für Katzen aus der Tierarztpraxis ist nicht zwingend nötig. Erst wenn eine Veränderung von Ernährung und Verhalten nicht zum Erfolg führen, kann ein diätetisches, kalorienreduziertes Futter sinnvoll sein.

3. Das richtige Katzenfutter

Grundsätzlich sollte man Tierfutter immer genau unter die Lupe nehmen. Billigfutter aus dem Discounter, welches 99 Cent pro Kilogramm kostet, kann nicht besonders hochwertig sein. Um die Katze jedoch mit allen essenziellen Nährstoffen – und ohne eine Extraportion an Fett, Zucker, Zusatzstoffen und Rückständen aus der Massentierhaltung – zu versorgen, muss die Qualität stimmen. Dabei lautet die Devise: „Du bist, was du frisst“. Je geringer der Energiebedarf der Katze, desto wichtiger ist die Nährstoffdichte, also der Anteil an Nährstoffen pro Gramm Futtermittel.

4. Die Menge macht’s

Wer sich unsicher ist, wie viel Futter die Katze benötigt, kann auf Dosierbecher zurückgreifen, die es zum Beispiel beim Tierarzt gibt. Auf Alleinfuttermittel sind auch Tipps aufgedruckt, wie hoch die Tagesration sein sollte.

5. Zwei Mahlzeiten pro Tag

Katzen sollten nicht ständig auf einen vollen Futternapf treffen, wenn sie Richtung Küche wandern. Während permanent frisches Wasser zur Verfügung stehen muss, haben sich zwei Mahlzeiten pro Tag – morgens und abends – bewährt. Auf das Füttern bei Tisch sollten Besitzer grundsätzlich verzichten.

6. Leckerlis nur als Ausnahme

Wer den hungrigen Katzenaugen nur schwer widerstehen kann, sollte die Ration an Knusperkissen, Snackstangen und Co. strikt einteilen. Um die Kalorienmenge der „Katzendiät“ im Blick zu behalten, kann der Energiegehalt der Snacks einfach vom Hauptfutter abgezogen werden.

7. Alle Familienmitglieder mit einbeziehen

Damit sich das Übergewicht von Katzen wieder in eine schlanke Silhouette verwandelt, sollte man alle Personen, die in der Familie leben, mit ins Boot holen. Vor allem kleineren Kinder gilt es zu erklären, dass es der Katze besser geht, wenn sie etwas abspeckt. Natürlich sollte man auch alle anderen Betreuungspersonen informieren: Ein Tag pro Woche beim Nachbarn oder Tiersitter, der Katze oder Kater kulinarisch verwöhnt, kann mögliche Diät-Erfolge bereits zunichtemachen.

8. Gemüseanteil erhöhen

Hochwertiges Nassfutter in Bio-Qualität kann man mit sättigendem kalorienarmem Gemüse aufpeppen. Geringe Mengen an geraspelter Gurke ohne Schale oder gedünstete Möhren, Kürbis, Spinat oder Brokkoli eignen sich ideal, um ein Lachs-Paté zu verfeinern – inklusive einer Extraportion Mikronährstoffe.

9. Ernährungsumstellung statt Blitz-Diät

Die Umstellung auf Diätfutter oder geringere Mengen an Alleinfuttermittel sollte Schritt für Schritt erfolgen. Es ist besser, die Katze langsam an die neue Situation heranzuführen. Falsch wäre es hingegen, das Futter drastisch zu kürzen und die Katze hungrig zurückzulassen.

10. Wasseranteil erhöhen

Zusätzlich zum stets mit frischem Wasser gefüllten Wassernapf können Katzen mithilfe eines Trinkbrunnens zum Trinken animiert werden. Das Volumen von Nassfutter kann ebenso kalorienfrei erhöht werden, wenn ein Schuss Wasser untergehoben wird. Zusätzlich quillt der ballaststoffhaltige Gemüseanteil dadurch besser im Magen, was zu einer Sättigung führt.

Workout für die Katze

Um das Übergewicht ganzheitlich anzugehen, darf auch bei Katzen „Sport“ bzw. Bewegung nicht zu kurz kommen. Da man seine Katze natürlich nicht im Fitnesscenter anmelden kann, müssen andere Tricks her. Dabei lässt sich besonders der natürliche Jagdinstinkt von der Tiere ausnutzen.

Tipp für „tierische“ Spiele

Es ist wichtig, das Verhalten der Natur nachzuahmen und nicht einfach einen Plüschvogel in Richtung der übergewichtigen Katze zu werfen. Gelingt es der Katze, eine flüchtende oder sich versteckende Spielmaus im Spiel zu erlegen, werden zahlreiche Glückshormone ausgeschüttet. Dadurch bekommt die Katze Lust auf mehr Bewegung – und „on top“ sinkt der Stress des Abspeckens.

Folgende Tipps zeigen, wie man seine Katze vom Sofa bekommt und sie zu mehr Bewegung animiert.

  • Futterbehälter wie zum Beispiel Rollen oder Bälle mit Löchern, in die Trockenfutter gefüllt wird, helfen der Katze, bereits beim Futtern aktiv zu werden. Auch sogenannte „Fummelbretter“, in denen Knusperkissen und Co. versteckt werden, eignen sich als alternativer Futternapf.
  • Ein Mix aus Katzenspielzeug wie Angeln mit Fisch oder Feder, knisternden Kuschelkissen, Bällen oder flitzenden Filzmäusen erhöht den Energieverbrauch. Als einfacher „Fußball“ eignet sich hingegen ein zusammengeknüllter Ball aus Zeitungspapier.
  • Besonders faule Katzen können auch zusätzlich mit Katzenminze oder Baldrian „angeheizt“ werden. Auch wenn es paradox klingen mag, aktivieren die ätherischen Öle von Baldrian die Bewegungsfreude der meisten Tiere.
  • Zusätzlich können kleine Leckerlis zur Aktivierung des Spieltriebs geworfen werden.
  • Trockenfutter oder Leckerlis lassen sich auch in mehrlagigen Papiertütchen verstecken, um von der Katze ausgepackt zu werden. Tiere, die öfter allein sind, profitieren doppelt, wenn die kleinen Futterpakete jeden Tag aufs Neue versteckt werden.

Diättherapie für Katzen auf einen Blick

  • Reflexion der Ursachen von Übergewicht
  • Diätcheck beim Tierarzt
  • konsequente Verhaltensänderung des Besitzers
  • nährstoffreiche Reduktionskost
  • sparsamer Umgang mit Leckerlis
  • Spieltrieb der Katze fördern

Quellen

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