2. August 2026, 12:16 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Eine Kreuzfahrt mit Hund klingt für viele Halter nach dem perfekten Urlaub. Doch nicht auf jedem Schiff sind Vierbeiner erlaubt, und selbst wenn doch, gelten oft strenge Regeln. PETBOOK erklärt, welche Anbieter Hunde mitnehmen, welche Papiere nötig sind und wann die Reise für den Hund schnell stressig werden kann.
Dürfen Hunde überhaupt mit auf Kreuzfahrt?
Viele Hundehalter möchten ihren Vierbeiner auch im Urlaub an ihrer Seite haben. Bei einer Kreuzfahrt ist das allerdings nicht immer die beste Idee. Zwar erlauben einige Anbieter Hunde an Bord, doch oft müssen die Tiere in Boxen, Zwingern oder separaten Bereichen untergebracht werden. Der enge Raum, fremde Geräusche, andere Hunde und die Trennung von den Haltern können für viele Vierbeiner zur Belastung werden.
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Bei diesen Anbietern dürfen Hunde bei einer Kreuzfahrt mit an Bord
Bei einigen Anbietern sind Hunde unter bestimmten Bedingungen und mit Einschränkungen erlaubt. Grundsätzlich gilt: Der Transport muss vorher angemeldet werden. Die Tiere reisen auf eigene Verantwortung des Halters. Je nach Anbieter, Route oder Schiff sehen die Bestimmungen unterschiedlich aus. Hier ein Überblick:
1AVista
1AVista bietet für Reisen mit Hund spezielle Angebote. Welche Schiffe eingesetzt werden, kann je nach Reisetermin variieren.
Pro gebuchter Kabine kann ein Hund mitgenommen werden. Hunde, die Rassen angehören, die als gefährlich eingestuft sind, wie Pitbull, Bullterrier oder Rottweiler, werden nicht befördert. „Wir erwarten nur Hunde, die im Haus oder in einer Wohnung gehalten werden, die stubenrein sind und ein gutes Sozialverhalten haben“, sagt Geschäftsführer Hagen Mesters.
Der Hund muss in allen öffentlichen Bereichen an der Leine geführt werden. Mehrmals am Tag legt das Schiff an verschiedenen Orten an, sodass die Hunde an Land Gassi gehen können. Für den Notfall gibt es auf dem Schiff eine kleine Hundewiese.
Cunard
Cunard bietet ausschließlich auf Transatlantik-Passagen mit der „Queen Mary 2“ ein spezielles Reisepaket für Hunde an. Die Tiere werden in Zwingern auf einem eigenen Deckbereich untergebracht. Hunde dürfen nicht in den Gästebereich, aber die Gäste können ihre Vierbeiner besuchen. Für Frauchen und Herrchen gibt es eine eigene Lounge und für ihre Haustiere dort viel Platz zum Spielen.
Hurtigruten
Bei Hurtigruten dürfen Hunde nicht grundsätzlich auf jeder Reise mit, sondern nur auf bestimmten Port-to-Port-Strecken. Dafür gibt es eine begrenzte Anzahl spezieller Haustierkabinen. Alternativ müssen die Vierbeiner im eigenen Auto oder in einer Transportbox auf dem Autodeck untergebracht werden.
Wichtig für Halter: Während der Fahrt muss das Tier in dem zugewiesenen Bereich bleiben. In Restaurants, Lounges, öffentlichen Bereichen oder auf die Außendecks dürfen Haustiere nicht mitgenommen werden.
Color Line
Bei Color Line ist die Mitnahme von Hunden auf verschiedenen Routen möglich – allerdings nicht auf der „Mini-Kreuzfahrt Oslo“. Haustiere dürfen nicht in die öffentlichen Bereiche oder Kabinen der Schiffe. Hunde können entweder im eigenen Auto auf dem Autodeck oder in einer Tierbox in einem Zwinger untergebracht werden.
Welche Papiere braucht mein Hund?
Bevor man sich überhaupt die Frage stellt, ob der Hund mit auf Kreuzfahrt darf, sollte man die nötigen Voraussetzungen für eine Ausreise des Vierbeiners prüfen. Wer plant, innerhalb der EU zu reisen, braucht einen EU-Heimtierausweis. Das Tier muss zudem mit einem Mikrochip ausgestattet sein. Wichtig ist auch ein Impfausweis mit einem Nachweis über eine gültige Tollwutimpfung. Wird der Vierbeiner vor der Reise zum ersten Mal gegen Tollwut geimpft, muss das mindestens 21 Tage vor Abreise geschehen. Für Reisen nach Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland ist bei Hunden zusätzlich eine dokumentierte Behandlung gegen den Bandwurm erforderlich.
Für Reisen in die USA gelten zusätzlich die Vorgaben der CDC. Hunde, die sich in den vergangenen sechs Monaten in einem von der CDC als Hochrisikoland für Hundetollwut eingestuften Land aufgehalten haben, müssen besondere Anforderungen erfüllen. Dazu können unter anderem Nachweise zu Tollwutimpfung, Mikrochip, Gesundheitszustand, Alter und Einreisedokumenten gehören. 1 Der ADAC empfiehlt, sich vor der Reise in ein Nicht-EU-Land über die geltenden Einreisebestimmungen zu informieren.
Welche großen Anbieter erlauben keine Hunde?
Bei Tui Cruises sind Tiere an Bord aus sicherheitstechnischen sowie hygienischen Gründen nicht erlaubt, heißt es. Auch Aida Cruises und MSC Cruises nehmen generell keine Tiere mit auf Kreuzfahrt. MSC Cruises macht allerdings eine Ausnahme bei anerkannten Blindenführhunden.
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Was muss ins Gepäck für den Hund?
Für Hunde auf Kreuzfahrten gelten ähnliche Bedingungen wie auf Zug- oder Flugreisen. Maulkorb und Leine sollten daher nicht fehlen. Kleine Hunde, die in verschlossenen Boxen oder Taschen untergebracht werden, müssen in der Regel keinen Maulkorb tragen. Dies können die Anbieter jedoch selbst festlegen.
Auch bei Landgängen kann in verschiedenen Ländern Leinenzwang und Maulkorbpflicht bestehen. Hundehalter sollten sich zuvor über die gesetzlichen Vorschriften des jeweiligen Reiselandes informieren.
Ansonsten sollte für den Hund alles ins Gepäck, was auch sonst im Urlaub benötigt wird. Dazu gehört:
- Impfpass/Heimtierausweis
- Steuermarke
- Fress- und Wassernapf
- ausreichend Futter (für längere Reisen ohne Kühlmöglichkeit bietet sich Trockenfutter an)
- Leckerli
- Hundedecke und Körbchen
- Spielzeug
- Plastiktüten für Hundekot
- Mücken- und Zeckenschutz
- evtl. Sonnenschutz
- Notfallapotheke
Können Hunde seekrank werden?
Ja, Hunde können seekrank werden. „Oftmals erkennt man solche Übelkeit an vermehrten Schluckbewegungen, verstärktem Speichelfluss oder einer erhöhten Atemfrequenz“, sagt Katrin Heimsath vom Hundekolleg Münsterland. Am besten lässt sich der Halter vor der Reise vom Tierarzt ein Mittel gegen Übelkeit beim Tier mitgeben. Oft lege sich das Problem mit der Zeit.
Der ADAC empfiehlt außerdem, den Hund nicht unmittelbar vor der Fahrt übermäßig zu füttern. Wer sichergehen will, dass die Schifffahrt dem Vierbeiner gut bekommt, sollte das lieber erst einmal auf einer kurzen Strecke austesten, bevor es auf lange Fahrt über mehrere Tage geht.
Mit Material der dpa