12. Oktober 2025, 16:04 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wer seinen Urlaub nicht ohne den geliebten Vierbeiner antreten will, sollte frühzeitig planen – denn eine Flugreise mit Hund oder Katze erfordert mehr als nur eine Flugbuchung. Ob Transportbox, Einreisebestimmungen oder Kosten: Für eine sichere und möglichst stressfreie Reise müssen Tierhalter einiges bedenken.
Nicht jede Airline erlaubt Haustiere
Bevor überhaupt ein Ticket gebucht wird, ist es wichtig zu klären, ob die jeweilige Fluggesellschaft Tiere an Bord erlaubt. Der ADAC weist darauf hin, dass dies nicht bei allen Airlines der Fall ist – und sich die Vorschriften stark unterscheiden können.
Bei der Lufthansa dürfen kleine Hunde und Katzen beispielsweise in der Kabine mitfliegen, sofern sie inklusive Transportbox nicht mehr als acht Kilogramm wiegen. Schwerere Tiere werden im klimatisierten Frachtraum befördert. Auch das Mindestalter des Tieres spielt eine Rolle – und kann je nach Zielland variieren.
Da nur eine begrenzte Zahl an Haustieren pro Flug mitgenommen wird, sollte die Anmeldung frühzeitig erfolgen. Die Kosten sind ebenfalls unterschiedlich und hängen bei Lufthansa etwa von der Flugstrecke ab. Für bestimmte Rassen wie Kampfhunde gelten zudem besondere Regelungen.
Folgende große Fluggesellschaften nehmen Hunde (und Katzen, manchmal auch andere kleine Tiere) im Flugzeug in der Kabine mit:
- Air Europa
- Air France
- Condor
- Etihad
- Eurowings
- Iberia
- Iberia Express
- KLM
- KM Malta
- Lufthansa
- Norwegian Air Shuttle
- Swiss
- TAP Portugal
- TUI Fly
- Turkish Airlines
- United Airlines
Die passende Transportbox ist Pflicht
Ein geeignetes Transportbehältnis ist Voraussetzung für die Mitnahme von Tieren im Flugzeug – und muss von den Haltern selbst gestellt werden. Der Airline-Dachverband IATA empfiehlt, dass das Tier darin ausreichend Platz hat, um „sich im Stehen normal umzudrehen, vollständig hinzustellen und hinzusetzen sowie in einer natürlichen Position zu liegen“.
Auch die Größe der Box kann je nach Airline variieren. Laut ADAC müssen außerdem gut sichtbar Name, Adresse – sowohl Wohn- als auch Urlaubsanschrift – und Telefonnummer außen angebracht werden.
Damit sich Hund oder Katze an die Flugbox gewöhnen, rät die Tierschutzorganisation Peta dazu, „den entspannten Aufenthalt in der Transportbox bereits Wochen vor Reiseantritt zu üben“. Eine vertraute Decke oder ein Lieblingsspielzeug können zusätzlich beruhigend wirken.
Achtung! Oft sind die Angaben für die Hundeboxen, die auf den Webseiten der Fluggesellschaften stehen, nicht ausreichend. Entscheidend vor Ort beim Einchecken ist, dass sich der Hund in der Box drehen und stehen kann und diese das Maximalgewicht samt Tier nicht überschreitet. Nachgemessen wird eigentlich nie.
Tierarztbesuch und EU-Heimtierausweis
Ein Besuch beim Tierarzt oder der Tierärztin sollte Teil der Reisevorbereitung sein. Hier können die nötigen Impfungen überprüft, die Chipnummer kontrolliert und der EU-Heimtierausweis ausgestellt werden. Zudem kann man sich über die jeweiligen Einreisebestimmungen des Ziellandes informieren.
Kurz vor dem Abflug sollte das Tier nicht mehr viel fressen. Die IATA empfiehlt: „Etwa zwei Stunden vor Abflug nur mit einer leichten Mahlzeit“ zu füttern. Wasser darf hingegen bis zur Abreise bereitstehen. Und vor dem Einsteigen in die Transportbox ist eine letzte Runde zum Austoben sinnvoll.
Welche Hunde und Katzen in der Kabine mitfliegen dürfen
Grundsätzlich ist es bei vielen Fluggesellschaften erlaubt, kleine Hunde oder Katzen in der Kabine mitzunehmen – vorausgesetzt, sie passen in einen geeigneten Transportbehälter und überschreiten ein bestimmtes Gewicht nicht. Die konkreten Vorgaben unterscheiden sich je nach Airline. Die folgenden Hinweise bieten eine erste Orientierung.
Viele Fluggesellschaften erlauben etwa keine kurzköpfigen Rassen. Dazu zählen bei Hunden zum Beispiel Mops oder Französische Bulldogge. Bei Katzen zählen Perser und mittlerweile auch manche Britisch-Kurzhaar dazu.
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Verhalten: Ruhig, sauber, unauffällig
In der Kabine dürfen Hunde und Katzen während der Flugreise keine anderen Passagiere stören – durch Bellen, Jaulen oder Gerüche. Wer einen besonders geräuschempfindlichen oder ängstlichen Hund hat, muss mit Beschwerden rechnen. Im schlimmsten Fall wird das Tier auf Kosten des Halters in den Frachtraum verlagert oder von künftigen Flügen ausgeschlossen.
Auch gesundheitlich kann ein Flug belastend sein: Auch Hunde können während des Fluges an Ohrenschmerzen leiden, wegen des Drucks. Wer weiß, dass sein Tier empfindlich auf Luftdruck reagiert oder zu Ohrenentzündungen neigt, sollte vorher den Tierarzt konsultieren.
Tipp: Gegen Ohrendruck hilft es, dem Hund oder der Katze bei Start und Landung etwas zum Schlecken zu geben. Durch das Schlucken gelingt es dem Hund, den Druck auf den Ohren zu reduzieren.
Direktflüge sind für Tiere die bessere Wahl
Die Organisation Peta empfiehlt, „wenn möglich, sollte man einen Direktflug wählen“. Falls ein Umstieg nötig ist, müsse laut ADAC im Vorfeld geklärt werden, wie der Weitertransport im Anschlussflug erfolgt.
Flüge im Frachtraum bedeuten für viele Tiere Stress – und anders als in der Kabine ist dort keine Bezugsperson zur Beruhigung dabei. Deshalb sollte vor der Buchung immer gut überlegt werden, ob die Flugreise für das Tier wirklich sinnvoll ist.
Mit Material der dpa
