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Mythen und Fakten

Wie sinnvoll ist Omega-3-Öl für Hunde und Katzen wirklich?

Katze schleckt sich über die Nase und ein Bildausschnitt von Lachsöl, aus einer Pipette
Nicht jedes Omega-3-Öl eignet sich gleichermaßen für Hunde und Katzen. Warum das so ist, erklärt Philine Ebert Foto: Getty Images
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12. August 2026, 16:10 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Omega-3-Fettsäuren gelten als wichtige Nährstoffe für Hunde und Katzen. Welche Wirkung sie haben, welche Öle geeignet sind und worauf Halter achten sollten, erklärt Ernährungs- und Gesundheitsberaterin für Katzen und Hunde Philine Ebert.

Was ist Omega-3-Öl?

Omega-3-Fettsäuren sind essenzielle Nährstoffe, die aus tierischen oder pflanzlichen Ölen stammen. Im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren, die hauptsächlich als Geschmacksträger arbeiten und viel Fett mitbringen, sind die Omega-3-Fettsäuren lebensnotwendig und unverzichtbar für einen gesunden Organismus. 

Zu finden sind Omega-3-Fettsäuren in fettreichem Seefisch oder Pflanzenölen und sie sind deshalb so wichtig, weil sie vom Körper nicht selbst hergestellt werden können. Sie müssen also zusätzlich über die Nahrung aufgenommen werden. 

Man unterscheidet zwischen einem Basisöl, das ein regelmäßiger Bestandteil der Fütterung ist, und Funktions- oder Spezialölen zur individuellen Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren. 

Welche pflanzlichen Öle für Hunde geeignet sind

Pflanzliche Öle enthalten Alpha-Linolensäure (ALA), eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure. Hunde können diese mithilfe von Enzymen teilweise in die lebenswichtigen Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) umwandeln. Deshalb eignen sich Pflanzenöle eher für Hunde als für Katzen, deren Organismus diese Umwandlung nur sehr eingeschränkt leisten kann.

Herkömmliche pflanzliche Öle wie z. B. Sonnenblumen-, Distel-, Oliven-, Hanf- oder Rapsöl sind als Basisöl zwar eine gute Ergänzung zum Futter, enthalten aber weitaus weniger Omega-3-Fettsäuren als Fischöl, sind daher eher als Basisöl geeignet. Sie sollten für Tiere kalt gepresst, nicht raffiniert und bestenfalls in Bioqualität verfüttert werden. Algenöl ist wegen seines hohen Omega-3-Gehalts eine Alternative zu Fischöl und ist auch für Katzen geeignet. 

Pflanzliche Öle für Katzen?

Katzen besitzen zwar die Enzyme für die Umwandlung von Alpha-Linolensäure in EPA und DHA, diese sind aber weitaus weniger aktiv und in viel geringerer Menge vorhanden als bei Hunden. 

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Deshalb sind pflanzliche Öle (Ausnahme Algenöl) als Omega-3-Lieferanten für Katzen ungeeignet und es sollte auf Fischöl zurückgegriffen werden. 

Diese tierischen Öle eignen sich für Katzen und Hunde

In Ölen tierischen Ursprungs liegen EPA und DHA direkt vor und können vom Hunde- und Katzenorganismus optimal aufgenommen und verwertet werden. 

Fischöle wie Lebertran, Lachs, Dorsch, Krill, Hering, Makrele, Sardinen, Sardellen oder Thunfisch sind besonders reich an Omega-3-Fettsäuren. Der Gehalt sollte möglichst hoch liegen, bestenfalls bei mindestens 20 %. 

Nachteile von Fischöl: 

  • Qualität: mögliche Belastung mit Mikroplastik und Schwermetallen 
  • Nachhaltigkeit und Umwelt: Überfischung der Meere 
  • Haltbarkeit: Wird Fischöl falsch gelagert oder nicht schnell genug verbraucht, wird es schnell ranzig und verliert seine Wirksamkeit 

Wann wird Omega-3-Öl speziell für die Tiergesundheit eingesetzt? 

Für Katzen und Hunde wird meistens Fischöl, insbesondere Lachsöl, als Spezialöl zur Unterstützung bei gesundheitlichen Beschwerden eingesetzt. Es zeichnet sich durch einen sehr hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren aus, ist verträglich und wird meist gut angenommen, da es relativ geruchs- und geschmacksarm ist. 

Omega-3-Öl wird empfohlen zur Behandlung von Beschwerden und zur Unterstützung wichtiger Körperfunktionen von: 

  • orthopädischen Erkrankungen, wie Gelenkentzündungen (Arthritis) und Gelenkverschleiß (Arthrose), zur Hemmung von Entzündungen und zur Regeneration und zum Aufbau von Gelenkknorpel 
  • chronischen Krankheiten (Nierenerkrankungen bei Katzen etc.) 
  • Entzündungen, z.B. Haut 
  • Stärkung des Immunsystems 
  • Unterstützung von Herz und Kreislauf 
  • einer gesunden Verdauung und einem guten Gleichgewicht der Darmflora 
  • gesunder Haut und schönem Fell 
  • starker Hirnfunktion und gesunden Augen 
  • Wohlbefinden und Vitalität 

Als Unterstützung bei Krankheiten und Beschwerden wird ein Omega-3-Öl meistens als Kur über etwa 3 Monate empfohlen. Die Dosierung richtet sich nach Art und Größe des Tieres, wird vom Hersteller meistens vorgegeben. 

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Was Halter bei der Gabe von Omega-3-Öl beachten sollten

Damit das Gleichgewicht bleibt, sollte in der Fütterung immer ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren herrschen. Da beide Fettsäuren zur Umwandlung die gleichen Enzyme benötigen, kann zu viel Omega-6 Entzündungen fördern. Außerdem könnte die Wirkung von Omega-3 blockiert und somit das Risiko für Krankheiten erhöht werden.

Fertige Tiernahrung enthält durch den hohen Fleischanteil in der Regel aber mehr als genug Omega-6-Fettsäuren. Deswegen ist ein Mangel oft kaum zu befürchten. Bei der BARF-Fütterung und Kochfütterung ist es allerdings unverzichtbar, Omega-3-Fettsäuren zuzufüttern. 

Mögliche Nebenwirkungen bei der Gabe von zusätzlichem Omega-3-Öl: 

  • Magen-Darm-Probleme: langsam mit der Dosierung starten, damit sich der Organismus daran gewöhnen kann 
  • Stoffwechselschwankungen: Die Fett- und Zuckerwerte im Blut können sich verändern (Rücksprache mit dem Tierarzt) 
  • Blutverdünnung bei gleichzeitiger Einnahme von Schmerzmitteln (vorherige Absprache mit dem Tierarzt) 

Meine Erfahrung als Gesundheitsberaterin für Hunde: 

Insbesondere bei schmerzhaften, entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Arthrose bei Hunden kann eine Omega-3-Kur in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt eine deutliche Besserung bringen. Bei akuten Beschwerden ist Omega-3-Öl als Nahrungsergänzung eine gute Möglichkeit, sein Tier auf natürliche Weise zu unterstützen. 

Meine Empfehlung als Ernährungsberaterin für Katzen und Hunde: 

Algenöl: Für Hunde, aber auch Katzen, die allergisch auf Fisch reagieren, oder Fischöl generell nicht gut annehmen, ist Algenöl eine gute Alternative. Es liefert mindestens genauso viele Omega-3-Fettsäuren wie Fischöl, ist direkt verwendbar, aber ohne das Risiko einer Schadstoffbelastung durch Schwermetalle oder Mikroplastik. Es ist nachhaltig, umweltfreundlich und zeichnet sich durch eine längere Haltbarkeit als Fischöl aus. 

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