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Ernährungsexpertin gibt Tipps

Futterumstellung beim Hund – wie macht man es richtig? 

Junger Hund schnüffelt an seinem Napf
Ernährungsexpertin Philine Ebert erklärt, was Sie für eine gelungene Futterumstellung beachten sollten. Foto: Getty Images /SolStock
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29. Dezember 2025, 6:11 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Nach der Welpenzeit und im Laufe eines Hundelebens steht irgendwann eine Futterumstellung an. Dazu sollte man die wichtigsten Grundregeln kennen, denn der Hundeorganismus und die Verdauung benötigen Zeit, um sich an das neue Futter zu gewöhnen. Was man bei einer Futterumstellung beachten sollte und wie es funktioniert, erklärt unsere PETBOOK-Autorin und Hundeernährungsberaterin, Philine Ebert.

Wieso macht man eine Futterumstellung?

Jeder Hund hat eine ganz individuell eingestellte Ernährung. Die Gründe, warum es zu einer Futterumstellung kommt, sind vielfältig – manchmal stecken Krankheitsfaktoren dahinter, ein anderes Mal wird die Ernährung an das Alter des Vierbeiners angepasst. Doch die Liste ist länger:

Gründe für eine Futterumstellung

  • Umstellung von Welpen- auf Jung-, Erwachsenen- oder Senior-Hundefutter
  • Anpassung an Energie- und Nährstoffbedarf 
  • krankheitsbedingte Umstellung auf Spezialfutter
  • Diätfutter wegen Übergewicht
  • veränderte Lebensbedingungen, Aktivität, Alter und Rasse
  • vorhandene oder entwickelte Unverträglichkeiten und Allergien gegenüber Lebensmitteln oder Zusätzen
  • Umstellung der Futterart auf Trocken- und Nassfutter oder BARF-Fütterung 
  • Abwechslung im Napf 
  • Geschmack und Vorlieben des Hundes 
  • Hersteller nimmt das bisherige Futter vom Markt oder ändert das Sortiment und die Zusammensetzung

Die häufigsten Gründe für die Umstellung von Trocken- auf Nassfutter oder Barf-Fütterung 

  • Zahnprobleme, die das Kauen von harten Futtermitteln erschweren 
  • hohe Akzeptanz bei Appetitlosigkeit, denn Nassfutter riecht intensiver und regt zum Fressen an 
  • Der Hund trinkt zu wenig Wasser, im Nassfutter ist von Haus aus mehr Feuchtigkeit enthalten (circa 75 Prozent Feuchtigkeit)
  • Unverträglichkeiten, Allergien oder chronische Krankheiten, die eine besondere Ernährungsform erfordern
  • bei BARF-Fütterung, eine individuelle, frisch zusammengestellte, naturnahe Ernährung ohne Zusatzstoffe 

Gründe für die Umstellung von Nass- auf Trockenfutter 

  • Geschmack, Geruch oder Konsistenz: Oft mögen Hunde Nassfutter einfach nicht oder haben einfach bestimmte Vorlieben oder Abneigungen 
  • sofort verzehrfertig, einfache Portionierung, längere Haltbarkeit, große Geschmacksauswahl, Preis-Leistungs-Verhältnis

Was passiert bei der Futterumstellung im Hundeorganismus?

Der Verdauungstrakt und die Darmflora sind die Konsistenz und Zusammensetzung des bisherigen Futters bereits über einen längeren Zeitraum gewohnt. Ein neues Futter stellt die Verdauung erst einmal auf die Probe und sie braucht Zeit, um sich daran zu gewöhnen.

Es stellen sich also vielerlei Fragen: Ist es gut verträglich, oder schwerer verdaulich? Dauert der Prozess länger und ändert sich die Verdauungszeit? Verändert die Zusammensetzung den Verdauungsprozess und eventuell die Kotkonsistenz und das Kotvolumen? Entstehen vorübergehende Begleiterscheinungen wie Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall oder Juckreiz und regulieren sich diese Symptome, oder ist das neue Futter auf Dauer ungeeignet? Reagiert der Hund langfristig allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe oder machen sich Unverträglichkeiten bemerkbar?

Wie lange dauert die Futterumstellung bei einem Hund? 

Keinesfalls sollte man von einem auf den anderen Tag ein neues Futter direkt und pur füttern, da dies zu massiven Magen-Darm-Beschwerden führen kann. Der Organismus muss sich erst langsam an das neue Futter gewöhnen. Dies kann von ein paar Tagen – durchschnittlich sind es meist vier bis sieben Tage – und bei sensiblen und empfindlichen Hunden bis zu mehreren Wochen dauern.

Auch im Alter gibt es Unterschiede: Der Nährstoffbedarf bei Welpen und Junghunden variiert sehr stark und verändert sich laufend. Besonders bei Welpen sollte die Umstellung über einen längeren Zeitraum erfolgen, damit der noch sehr junge und sensible Verdauungstrakt geschont wird.

Bei Senioren sollten sich Halter ebenso Zeit lassen. Hunde gelten ab circa sieben bis zehn Jahren als Senioren. Um in ihrem neuen Lebensabschnitt Übergewicht zu vermeiden und eine ausgewogene Nährstoffversorgung entsprechend der Aktivität und dem Alter zu gewährleisten, sollte langsam auf Seniorfutter umgestellt werden.

Wie funktioniert die Futterumstellung bei einem gesunden Hund? 

Die Umstellung auf ein Futter der gleichen Futterart – also Trocken- oder Nassfutter – ist mehrheitlich unkompliziert. Bei einem gesunden Tier ohne bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten kann man etwa eine Woche für eine schonende Futterumstellung der gleichen Futterart rechnen.

Als Richtlinie geht man Schritt für Schritt wie folgt vor: 

  • Tag 1 bis 2: 75 Prozent altes Futter und 25 Prozent neues Futter
  • Tag 3 bis 4: 50 Prozent altes Futter und 50 Prozent neues Futter
  • Tag 5 bis 6: 25 Prozent altes Futter und 75 Prozent neues Futter
  • Tag 7: ab jetzt 100 Prozent neues Futter

Bei dieser Richtlinie steigern Sie den Anteil des neuen Futters alle zwei bis drei Tage. Die Umstellung innerhalb von sieben bis zehn Tagen empfiehlt sich, wenn der Hund gut darauf reagiert und keine Beschwerden entwickelt. Für sensible und empfindliche Tiere sollten Sie etwas mehr Zeit einplanen: Es kann bis zu 14 Tage oder länger dauern, bis sie sich an die Umstellung gewöhnt haben.

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Umstellung von Nassfutter auf Trockenfutter oder umgekehrt 

Da Nass- und Trockenfutter unterschiedlich verdaut werden und verschiedene Verdauungszeiten haben, sollten sie eigentlich nicht gemischt werden, um Verdauungsproblemen vorzubeugen. 

Nassfutter braucht bis zu 8 Stunden Verdauungszeit, während Trockenfutter bis zu 12 Stunden verdaut wird. Empfohlen wird deshalb, unterschiedliche Futterarten nur bei unempfindlichen Tieren zu mischen, ansonsten lieber morgens Nassfutter und abends Trockenfutter zu füttern.

Bei der Umstellung wird dann langsam auf die neue Futterart umgestellt und die alte durch die neue ersetzt. Dabei sollte man lieber bis zu zwei Wochen Umstellungszeit einplanen, da es bei der Umstellung von Nass- auf Trockenfutter erfahrungsgemäß häufiger zu Verdauungsproblemen kommt. Bei der Umstellung auf Trockenfutter kann es vorab oder zwischendurch zum Testen und zur Eingewöhnung schon mal als Leckerli gegeben werden. 

Wichtig: Bei einem sehr sensiblen, chronisch kranken Tier oder bereits bekannten schwerwiegenden Allergien und Unverträglichkeiten, sowie bei der Umstellung auf Diätfutter sollte der Tierarzt oder ein qualifizierter Tierheilpraktiker oder Tierernährungsberater hinzugezogen werden, um die Umstellung zu begleiten.

Tipp: Die Umstellung dauert meistens länger (bis zu zwei Wochen), da sich die Verdauung erst auf das Trockenfutter einstellen muss. Hilfreich ist es, das Trockenfutter mit Wasser oder Brühe vorher anzufeuchten. 

Mögliche Begleiterscheinungen während der Futterumstellung

  • Blähungen 
  • Durchfall 
  • Erbrechen 
  • Juckreiz 
  • zurückhaltendes oder zu schnelles Fressen in der Umstellungsphase, weniger oder mehr Durst aufgrund der Futterart

Diese Symptome kommen häufig vor, sollten aber nur übergangsweise auftreten und nach der Futterumstellung zum Stillstand kommen. 

Wann hat sich der Hund an das neue Futter gewöhnt und was ist langfristig zu beachten? 

Als Halter ist es wichtig, den Hund bei der Futterumstellung genau zu beobachten. Schauen Sie dabei auch auf Haut und Fell, denn darauf hat die Fütterung großen Einfluss. Genau hinzuschauen lohnt sich, denn Veränderungen können erst Wochen nach der Futterumstellung auftreten.

Da die Nährwerte und die Zusammensetzung des neuen Futters anders sind, kann sich in den Wochen nach der Umstellung das Gewicht verändern. Achten Sie also auf Veränderungen auf der Waage und beim Ernährungszustand.

So zeigt sich auch, ob die Futtermenge richtig bemessen ist und ob alle nötigen Nährstoffe enthalten sind. Die Fütterungsempfehlung des Herstellers ist oft nur ein Richtwert und muss individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Tieres abgestimmt werden, um Unter- oder Überversorgungen zu vermeiden. Auch ein medizinischer Check beim Tierarzt kann Aufschluss darüber geben, ob das Futter den Hund mit allen wichtigen Nährstoffen in der richtigen Menge nach seinem Energiebedarf versorgt.

Ebenfalls ist es wichtig, den Kotabsatz und die Kotkonsistenz zu überprüfen. Nach der erfolgreichen Futterumstellung sollte der Hund ein bis dreimal täglich ein Häufchen Kot in entsprechender Größe, Konsistenz und Farbe absetzen.

Mein Fazit als Ernährungsberaterin für Hunde

„Es gibt immer wieder Umstände und veränderte Lebensbedingungen in einem Hundeleben, die eine Futterumstellung unumgänglich machen. Mit dem richtigen Wissen und etwas Feingefühl für sein Tier kann man eine passende Alternative finden und die Umstellung auf ein neues Futter meist problemlos meistern.“

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