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Die 5-Minuten-Analyse

Ist das Futter Ihres Hundes wirklich gut?

Ein Mensch hält einen gefüllten Futternapf. Davor sitzt ein Hund.
In fünf Minuten können Sie zukünftig gutes Hundefutter erkennen Foto: Getty Images
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13. Mai 2026, 17:09 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Die Fütterung ist ein alltägliches Ritual für uns und unsere Hunde. Dose oder Tüte auf, Napf gefüllt und los geht’s! Übrig bleibt im besten Fall ein zufriedener und satter Vierbeiner. Doch ist das, was da täglich im Napf landet eigentlich hochwertig, gesund und überhaupt gut für meinen Hund? PETBOOK-Autorin und Ernährungsberaterin für Hunde Philine Ebert erklärt, wie Sie in fünf Minuten Ihr Hundefutter anhand der Angaben analysieren können. 

Was gehört in gutes Hundefutter? Die ideale Zusammensetzung

Die Reihenfolge der Zusammensetzung sollte immer mit Fleisch beginnen, wobei im Idealfall auch die genaue Menge angegeben ist. Der Fleischanteil sollte etwa 60 bis 70 Prozent betragen. An zweiter Stelle folgt Gemüse wie zum Beispiel Kartoffeln, Kürbis oder Pastinaken, alternativ auch Reis und Getreide. An dritter Stelle stehen Obst, Kräuter, Beeren und Öl. Der Gesamtanteil von Gemüse, Obst, Kräutern und Öl liegt dabei bestenfalls bei 30 bis 40 Prozent.

Wichtig sind auch die analytischen Inhaltsstoffe. Sie zeigen, wie das Futter zusammengesetzt ist. Dazu zählen Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser, die jeweils in Prozent angegeben werden und eine Einschätzung der Nährstoffverteilung ermöglichen.

Außerdem sind ernährungsphysiologische Stoffe aufgelistet – also Nährstoffe, die der Körper braucht. Das umfasst unter anderem Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente, die für die Gesundheit und eine ausgewogene Versorgung wichtig sind. Darüber hinaus können weitere Zusatzstoffe enthalten sein, beispielsweise Konservierungsmittel oder Geschmacksverstärker. Auch hier lohnt sich ein genauer Blick, da nicht alle Zusätze gleichermaßen sinnvoll sind.

Qualitätskriterien für gutes Hundefutter 

Ein gutes Futter erkennt man an der oben genannten Zusammensetzung, aber auch an den verarbeiteten Inhaltsstoffen. Fleisch ist nicht gleich Fleisch, da gibt es große Unterschiede. Handelt es sich um hochwertiges Fleisch wie Muskelfleisch und Innereien oder um tierische Nebenprodukte, Tiermehl und Schlachtabfälle? 

Das Gleiche gilt für pflanzliche Nebenerzeugnisse, die nie so hochwertig sind wie Obst oder Gemüse in rein verarbeiteter Form. Der pflanzliche Anteil liefert wichtige Ballaststoffe und Vitamine für die Gesundheit und die Verdauung. Es sollte immer ein Anteil an lebenswichtigen pflanzlichen Komponenten vorhanden sein. Fehlen diese ganz, werden Vitamine und Mineralstoffe ausschließlich künstlich zugesetzt. 

Ein weiteres Qualitätsmerkmal sind zugesetzte Kräuter, Beeren und Öle. Hochwertige Öle liefern wertvolle Fettsäuren (z. B. Nachtkerzen-, Lein- oder Fischöl). Zusätzliche, unnötige, meist chemische Zusatzstoffe und Zucker sollten hingegen nicht enthalten sein. 

Woran erkenne ich ein ausgewogenes und passendes Hundefutter? 

Mit dieser Checkliste erkennen Sie in wenigen Schritten das passende Hundefutter:

  • Handelt es sich um ein Alleinfuttermittel? Nur dann versorgt es den Hund mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen (Ergänzungsfutter oder Einzelfuttermittel sind nicht ausreichend). 
  • Passt die Futtersorte überhaupt zu meinem Tier? (Welpe, ausgewachsenes Tier, Senior, Allergiker etc.) 
  • Sind Deklaration und Zusammensetzung genau aufgelistet? Kann ich die Zusammensetzung schnell prüfen und verstehen? 
  • Wurden alle analytischen Bestandteile (Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser) sowie weitere Zusatzstoffe (Vitamine, Mineralstoffe etc.) aufgelistet und genau deklariert? 
  • Entsprechen die Werte dem Energiebedarf, dem Alter, der Rasse und dem Gesundheitszustand meines Hundes? Sind künstliche Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel oder Geschmacksverstärker versteckt? 
  • Gibt es eine detaillierte Fütterungsempfehlung (die Futtermenge sollte zwei bis drei Prozent des idealen Körpergewichts betragen)? 
  • Lassen sich transparente Angaben zu Hersteller, Produktion und Herkunft der verarbeiteten Lebensmittel (Biozertifiziert) nachvollziehen? 
  • Verträgt mein Hund dieses Futter überhaupt gut, oder hat er Verdauungsprobleme, Magen-Darm-Probleme wie Durchfall oder sogar Allergien auf bestimmte Inhaltsstoffe?

Risikofaktoren beim Hundefutter

Was möglichst nicht in einem Hundefutter enthalten sein sollte, sind vor allem Zutaten, die keinen ernährungsphysiologischen Mehrwert bieten oder die Gesundheit belasten können. Dazu zählen Zucker und Süßungsmittel wie Saccharose, Dextrose oder Karamell. Auch künstliche Geschmacksverstärker und chemische Konservierungsstoffe sollten nicht enthalten sein.

Auch minderwertige Nebenerzeugnisse sollten vermieden werden, etwa Klauen, Federn oder Hufe. Sie sind qualitativ deutlich schlechter als hochwertiges Fleisch. Gleiches gilt für minderwertige pflanzliche Nebenerzeugnisse, die häufig als günstige Füllstoffe eingesetzt werden, jedoch oft schwer verdaulich und nährstoffarm sind.

Zudem kann glutenhaltiges Getreide bei vielen Hunden Magen-Darm-Probleme verursachen. Insbesondere Weizen, Gerste, Hafer und Mais gelten als schwer verdaulich und können Allergien auslösen oder begünstigen.

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Empfohlene Richtlinien für die analytischen Inhaltsstoffe

Trockenfutter

Der Hundefutterkauf kann überfordernd sein. Achten Sie deswegen auf empfohlene Richtlinien, um gutes Trockenfutter zu erkennen:

  • Rohprotein (tierische und pflanzliche Proteine): 18 bis 25 Prozent 
  • Rohfett (tierische und pflanzliche Fette): 8 bis 13 Prozent 
  • Rohfaser (pflanzliche Nahrungsbestandteile): 2 bis 5 Prozent 
  • Rohasche (Mineralstoff- und Spurenelementverbindungen): 4 bis 7 Prozent 

Nassfutter

Auch für Nassfutter gibt es Richtwerte, an denen Sie ein gutes Hundefutter erkennen können:

  • Feuchte: 70 bis 80 Prozent 
  • Rohprotein (tierische und pflanzliche Proteine): 8 bis 12 Prozent
  • Rohfett (tierische und pflanzliche Fette): 4 bis 6 Prozent
  • Rohfaser (pflanzliche Nahrungsbestandteile): 0,5 bis 1 Prozent
  • Rohasche (Mineralstoff- und Spurenelementverbindungen): 1 bis 3 Prozent

Mein Tipp

Sind Sie unsicher, ob das Futter für Ihren Hund bedarfsgerecht und das Richtige ist, oder zeigt Ihr Tier Anzeichen von Unverträglichkeiten und Verdauungsproblemen, lassen Sie sich ruhig von einem Experten unterstützen. Der Tierarzt, Tierheilpraktiker oder ein Ernährungsberater für Hunde kann Sie gezielt und individuell beraten. 

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