31. August 2026, 15:05 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Tapire leben meist allein und treffen ihre Artgenossen vor allem zur Paarung. Damit gelten die scheuen Rüsseltiere als echte Singles unter den Säugetieren. Doch nicht nur ihr einzelgängerisches Leben macht sie besonders: Auch ihr ungewöhnliches Aussehen, die gestreiften Jungtiere und ihre bewegliche Nase überraschen. PETBOOK stellt Tapire mit sieben spannenden Fakten näher vor.
1. Tapire sind Dauer-Singles
Tapire sind meist allein unterwegs und gelten deshalb als die Singles unter den Säugetieren. Ganz meiden sie ihre Artgenossen jedoch nicht: Zur Paarung bilden sie vorübergehend Paare, außerdem leben Mutter und Jungtier eine Zeit lang zusammen. Die größeren Streifgebiete der Männchen überschneiden sich häufig mit denen mehrerer Weibchen, was auf ein polygynes Paarungssystem hindeutet. Während der Balz, bei der Annäherung und der Paarung verständigen sich die Tiere besonders häufig durch intensive Rufe. Nach einer Tragzeit von ungefähr 13 Monaten bringt das Weibchen meist ein einzelnes Jungtier zur Welt.1 2
2. Tapire sind introvertiert
Zeit in der Gruppe verbringen, gemeinsam auf Futtersuche gehen und am Ende des Tages aneinandergekuschelt einschlafen? All das entspricht nicht der Lebensweise von Tapiren. Tagsüber halten sich die Tiere lieber allein in dichten Wäldern auf, etwa im Amazonas-Regenwald. Aus menschlicher Perspektive könnte man sie deshalb durchaus als „introvertiert“ bezeichnen.
Nachdem sie sich tagsüber im Schatten uralter Kapokbäume erholt und neue Kraft geschöpft haben, werden sie nachts aktiv. Dann gehen sie in der Nähe von Flüssen und Teichen auf Nahrungssuche.
3. Baby Tapire sehen aus wie Mini-Wildschweine
Ein weiterer überraschender Fakt zu Tapiren betrifft ihren Nachwuchs. Je nach Art haben ausgewachsene amerikanische Tapire entweder schwarzes oder braunes Fell oder – im Fall des in Südostasien verbreiteten Schabrackentapirs – eine überwurfartige weiße Rückenzeichnung.3
Tapir-Babys sehen allerdings ganz anders aus als ihre erwachsenen Artgenossen. Sie haben nämlich ein dunkelbraunes Fell mit hellbraun-weißen Streifen und Punkten. Mit dieser Fellzeichnung sehen die Kleinen aus wie Frischlinge, also Wildschwein-Babys.
Mit Wildschweinen sind Tapire allerdings nicht verwandt. Stattdessen sind Nashörner und Pferde ihre nächsten Verwandten. Expertinnen und Experten vermuten, dass die Tiere sich dank dieser Fellzeichnung einfacher vor Fressfeinden wie Tiger, Puma oder Jaguar schützen können, weil sie es ihnen erleichtert, im dichten Regenwald optisch zu verschwinden.
4. Tapire tauchen ab, wenn sie sich bedroht fühlen
Ein überraschender Fakt über Tapire ist ihr Fluchtverhalten. Obwohl die ruhigen Tiere bis zu 320 Kilogramm wiegen können, gehören sie je nach Lebensraum zur Beute von Tigern, Jaguaren, Pumas, Bären oder Krokodilen. Kommt ihnen ein anderes Tier oder ein Fressfeind zu nahe, ziehen sie sich trotz ihrer kurzen Beine blitzschnell zurück, entweder in den Wald oder ins Wasser. Dort fühlen sie sich ebenso wohl wie im Dickicht. Bei Gefahr tauchen Tapire auch ab und halten dabei teilweise nur ihren beweglichen Rüssel über die Wasseroberfläche.
5. Tapire lieben Routinen
Wie viele Menschen lieben auch Tapire ihre Routinen. Je nach Art ist ihr Revier zwischen ein und acht Quadratkilometer groß. Und in diesen Revieren beschreiten die Säuger keinesfalls neue Pfade. Sie haben feste Gewohnheiten und laufen innerhalb ihrer Reviere immer die gleichen Wege ab.
Diese sind deutlich an Trittspuren erkennbar, die sich im Laufe der Zeit immer weiter verfestigen und so zu richtigen Wegen ausgebaut werden. Auf diesen Wegen bewegen sie sich morgens und abends schnell zu ihren gewohnten Futterstellen. Auch andere Tiere nutzen die von den Tapiren geschaffenen Pfade.
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6. Tapire pfeifen gern
Normalerweise sind Tapire friedliebend, scheu und zurückgezogen. Kommt ihnen ein Raubtier zu nah, verschwinden sie zügig im Wald oder im Wasser. Anders sieht es aus, wenn andere Tapire in ihre Reviere eindringen. Diese bewohnen sie schließlich am liebsten allein.
Ihrem Stress machen die Tiere dann mit lauten, schrillen Pfeiftönen Luft, bevor sie zubeißen, um die unerwünschten Eindringlinge zu vertreiben. Generell kommunizieren Tapire am liebsten pfeifend über größere Distanzen hinweg. Laut Forschungserkenntnissen fassen sie sich dabei kurz. Die Pfiffe sollen an die Laute von Schwertwalen erinnern.
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7. Tapire sind Süßmäuler
Der letzte überraschende Fakt über Tapire bezieht sich auf ihre Ernährung. Tapire können nicht sonderlich gut hören oder sehen – dafür aber mithilfe ihres Rüssels besonders gut riechen und schmecken. Mit ihrem Rüssel können sie auch leicht Zweige ertasten, nach ihnen greifen und sie in ihr Maul schieben. Die Tiere ernähren sich dabei rein vegetarisch. Dabei stehen etwa Farne oder Knospen und Blätter von Sträuchern und Bäumen auf dem Speiseplan. Am liebsten verspeisen Tapire aber Früchte wie Mangos und Melonen.4
Weil sie so gut schwimmen und tauchen können, lassen sie sich auch Unterwasserpflanzen schmecken. Ihre Ernährung trägt sogar zum Fortbestand von Wäldern bei. So scheiden sie die Samen verspeister Früchte wieder aus oder lassen halb gegessene Früchte beim Fressen fallen. Aus diesen Samen können neue Pflanzen wachsen. Tapire sind also nicht nur Vegetarier, sondern helfen mit ihrem Essverhalten auch der Natur.