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Fangzähne, Haare und Tentakel-Nasen

7 Tiere, die aussehen wie aus einem Horrorfilm

Das Sibirische Moschustier trägt zwei lange Hauer im Oberkiefer, obwohl es zu den Pflanzenfressern gehört
Das Sibirische Moschustier trägt zwei lange Hauer im Oberkiefer, obwohl es zu den Pflanzenfressern gehört Foto: Getty Images
Redakteurin

28. Oktober 2026, 16:39 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Zu Halloween muss man nicht lange nach Gruselgestalten suchen. Die Natur hat selbst ein paar Kreaturen hervorgebracht, bei denen sich Filmemacher bedienen könnten: mit Vampirzähnen, Alien-Nase oder einem Kiefer, der aus dem Maul schießt. PETBOOK stellt sieben Tiere vor, die aussehen wie aus einem Horrorfilm und erklärt, was wirklich hinter ihrem skurrilen Aussehen steckt.

1. Das Sibirische Moschustier trägt Vampirzähne

Das Sibirische Moschustier, wie es auf dem Titelbild zu sehen ist, ist ein scheuer Waldbewohner, der sich von Flechten und Blättern ernährt und in Ostasiens Wäldern bis in 3.000 Meter Höhe lebt. Eigentlich ein unscheinbares Wildtier mit einem abstrusen Merkmal. Denn die Männchen tragen verlängerte Eckzähne, die gute sieben bis zehn Zentimetern lang werden können und weit unter der Oberlippe hervorragen. Sie dienen als Waffe bei Kämpfen unter Rivalen. Bei den Weibchen sind die Zähne deutlich kleiner und von außen nicht so stark zu sehen.

Ihr Aussehen schütz sie jedoch nicht vor der Jagd auf die Tiere. Die Männchen sind wegen ihrer Moschusdrüse sehr beliebt. Der Duftstoff, der in der Natur während der Paarungszeit Weibchen anlockt, wird von Menschen für Parfüm und Seife verwendet. Mehr als 90 Prozent des weltweit gehandelten Moschus gehen laut WWF in die asiatische Medizin. Das Sibirische Moschustier gilt deswegen laut Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet.1,2

2. Der Froschfisch ist ein Meister der Tarnung

Er sieht aus wie ein Stück Riff, ein Schwamm oder ein Haufen Algen: der Froschfisch. Der Verwandte der Anglerfische, ist so gut getarnt, dass er leicht mit Steinfischen, abgebrochenen Korallen oder Seegras verwechselt wird. Der erste Strahl seiner Rückenflosse ist zu einer Angel umgebildet, deren Köder wie eine Garnele oder ein Würmchen aussieht.

Dann geht es blitzschnell: Maul öffnen und Beute ansaugen dauert gerade einmal sechs Millisekunden. Weil der Magen sehr dehnbar ist, kann die Beute sogar größer sein als der Fisch selbst. Bewegen kann sich der Froschfisch kaum schwimmend, er krabbelt und klettert auf seinen Vorderflossen über den Boden. Es gibt etwa 50 Arten in zwölf Gattungen, die bis zu 35 Zentimeter lang werden.3

Der Froschfisch trägt zottelige Fortsätze, mit denen er auf dem Meeresboden kaum zu erkennen ist.
Der Froschfisch trägt zottelige Fortsätze, mit denen er auf dem Meeresboden kaum zu erkennen ist. Foto: Getty Images

3. Die Vampirfledermaus findet Blut mit einem Wärmesensor

Ja, es gibt sie wirklich, Fledermäuse, die Blut trinken. Von den drei Arten ist der Gemeine Vampir die bekannteste. Er lebt nur im Bereich von Mexiko bis Südamerika, wird mit 35 bis 40 Zentimetern Spannweite nur etwa so groß wie eine Hand und wiegt bis zu 50 Gramm. Seine Opfer sind meist große Säugetiere wie Rinder, Ziegen oder Pferde, Menschen werden nur selten gebissen.

Ein Eiweiß namens TRPV1 in der Nase erkennt Infrarotwärme und hilft der Fledermaus, Blutgefäße knapp unter der Haut zu finden. Bei anderen Tieren reagiert es erst ab etwa 43 Grad, bei der Vampirfledermaus schon bei rund 30 Grad. Der Speichel enthält ein Sekret, das wie ein lokales Betäubungsmittel wirkt, sodass das Opfer ungestört bleibt. Auch eine Gefahr für die Gesundheit ist sie: Bissstellen können sich entzünden, außerdem können die Tiere Krankheiten wie Tollwut übertragen.4,5,6

Die Vampirfledermaus kommt in Mittel- und Südamerika vor und ernährt sich ausschließlich von Blut.
Die Vampirfledermaus kommt in Mittel- und Südamerika vor und ernährt sich ausschließlich von Blut. Foto: belizar73

Auch interessant: Gibt es blutsaugende Fledermäuse in Deutschland?

4. Der Schopfmakak wurde zum Selfie-Affen

Mit seinem schwarzen Fell, dem Haarschopf auf dem Kopf und den bernsteinfarbenen Augen wirkt der Schopfmakak (Macaca nigra) auf den ersten Blick eher imposant als gruselig. Er lebt nur auf der indonesischen Insel Sulawesi und wurde berühmt, als ein Männchen namens Naruto im Naturreservat Tangkoko die Kamera eines britischen Fotografen packte und Selfies machte. Daraus wurde ein Rechtsstreit in den USA, ob das Tier die Urheberrechte besitzt. Ein Richter wies diese Forderung ab.

Die Affenart gilt als vom Aussterben bedroht. Die Bestände sind in vier Jahrzehnten um mehr als 80 Prozent geschrumpft, von etwa 300 Tieren pro Quadratkilometer im Jahr 1980 auf 45 im Jahr 2011. Im 8.800 Hektar großen Reservat Tangkoko leben noch etwa 2.000 Tiere, im Rest der Provinz schätzungsweise 3.000. Bedroht sind sie durch den schwindenden Lebensraum und durch Jagd, weil sie gegessen werden.7,8

Der Schopfmakak lebt auf der indonesischen Insel Sulawesi und hat dem Fotografen dieses breite Grinsen geschenkt.
Der Schopfmakak lebt auf der indonesischen Insel Sulawesi und hat dem Fotografen dieses breite Grinsen geschenkt. Foto: URIADNIKOV SERGEI

5. Der Sternmull hat eine Nase wie aus einem Alien-Film

Rosa Tentakel statt Nase: Der Sternmull trägt rund um die Nasenlöcher 22 fingerartige Tentakel. Er lebt unterirdisch in feuchten Böden Südostkanadas und der östlichen USA und ist nahezu blind. Sein Tastsinn ist dafür beeindruckend. Jeder Tentakel ist mit etwa 25.000 Sinnesrezeptoren bedeckt, den sogenannten Eimerschen Organen. Die Tentakel sind mit etwa 100.000 Nervenfasern mit dem Gehirn verbunden, in der menschlichen Hand sind es etwa 17.000.

Damit ist der Sternmull ein Rekordhalter. Er findet, erkennt und verschluckt seine Beute in unter 130 Millisekunden und gilt damit als schnellster Esser unter den Säugetieren. Dazu kann er unter Wasser riechen, indem er Luftblasen ausstößt und wieder einatmet.9,10

Der Sternmull hat an der Nasenspitze 22 fleischige Tentakel, mit denen er seine Umgebung ertastet.
Der Sternmull hat an der Nasenspitze 22 fleischige Tentakel, mit denen er seine Umgebung ertastet. Foto: Skip Moody
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6. Der Koboldhai schießt seinen Kiefer nach vorn

Rosa Haut, eine lange, flache Schnauze und nagelartig spitze Zähne – der Koboldhai wirkt wie ein Alien aus der Tiefsee. Seine Haut schimmert rosa-weiß, weil die Blutgefäße durchscheinen, die Flossen sind bläulich-grau. Beutetiere wie Krebse, Garnelen, Fische und Tintenfische fängt er, indem er seinen Kiefer nach vorn schießen lässt.

Gesehen wird der Hai nur selten. Meistens wurde er in Tiefen von 270 bis 960 Metern beobachtet, das tiefste bekannte Tier in 1.300 Metern. Ausgewachsen wird er drei bis vier Meter lang, und seine Linie reicht rund 125 Millionen Jahre zurück. Die Weltnaturschutzunion stuft ihn als nicht gefährdet ein.11,12

Symbolbild eines Koboldhais
Symbolbild eines Koboldhais Foto: 3dsam79

Auch interessant: Das sind die 8 gruseligsten Tiefseefische

7. Die Matamata sieht aus wie ein bemooster Stein

Die Matamata ist eine Schildkröte, die man kaum als Tier erkennt. Ihr Panzer ist rau und von Algen überwachsen, sodass er wie ein alter, verkrusteter Stein aussieht. Kopf und Hals sind lang, flach und mit Fransen besetzt, daher der wissenschaftliche Name Chelus fimbriatus. Oben auf der Schnauze sitzen zwei sehr kleine Augen, darunter ein breites Maul.

Sie lebt in den Flüssen Orinoco und Amazonas, in schlammigen, flachen Gewässern, und liegt auf der Lauer, vor allem nachts. Ihr Panzer wird bis zu 45 Zentimeter lang, das Tier bis zu 17 Kilogramm schwer. Bei ihrer Beute handelt es sich um Fische und wirbellose Tiere im Süßwasser, gelegentlich auch kleine Tiere oder Vögel, die ans Wasser kommen.13,14

Die Matamata lebt in den Flüssen des Amazonas- und Orinoco-Beckens und sieht mit ihrem zerklüfteten Panzer aus wie ein Stück Treibholz.
Die Matamata lebt in den Flüssen des Amazonas- und Orinoco-Beckens und sieht mit ihrem zerklüfteten Panzer aus wie ein Stück Treibholz. Foto: Seregraff

Quellen

  1. Zoo Leipzig, „Siberian Musk Deer“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  2. WWF Österreich, „Moschustier“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  3. taucher.net, „Anglerfische. Die schnellen Schlucker“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  4. t-online, „Vampirfledermaus: Gefährlicher Blutsauger?“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  5. DER STANDARD, „Wie die Evolution Fledermäuse zu Vampiren machte“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  6. CBC News, „How vampire bats find blood“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  7. South China Morning Post, „Indonesia’s famous selfie monkey under threat from hungry locals“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  8. Gulf News, „Indonesia’s selfie monkey threatened by hunger for its meat“ (aufgerufen am 28.10.2026)  ↩︎
  9. American Museum of Natural History, „The Star-Nosed Mole Has the World’s Most Sophisticated Sniffer“ (aufgerufen am 28.10.2026)  ↩︎
  10. Spektrum.de, „Die Fressmaschine“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  11. Florida Museum, „Goblin Shark (Mitsukurina owstoni)“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  12. vienna.at, „Der Koboldhai: Alien aus der Tiefe mit prähistorischen Wurzeln“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  13. Smithsonian’s National Zoo, „Mata Mata Turtle“ (aufgerufen am 28.10.2026) ↩︎
  14. Buffalo Zoo, „Mata Mata Turtle“ (aufgerufen am 28.10.2026)  ↩︎

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